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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 28.03.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Durst ist ein Bauchgefühl +++ Eine 71-jährige Britin fühlt keinen Schmerz +++ Forscher entdecken fünf neue Zwergfrosch-Arten +++ Antibiotika-Resistenzen zeigen sich auch im Abwasser +++ Ob Tiere im Liegen oder im Stehen schlafen, hängt von der Körpergröße ab

Von Magdalena Schmude

Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Durst ist ein Bauchgefühl

Denn Salz-Sensoren im Magen können vorhersagen, wie durststillend eine Flüssigkeit wirken wird. Enthält sie wenig Salz, melden die Sensoren dem Gehirn, dass keine weitere Flüssigkeit aufgenommen werden muss. Ein hoher Salzgehalt führt dagegen dazu, dass das Durstgefühl anhält. Das berichten Neurobiologen aus San Francisco im Fachmagazin Nature.

Das Salz-Signal aus dem Magen ergänzt im Gehirn Sinneseindrücke aus Mund und Kehle. Denn dort gibt es Flüssigkeits-Sensoren, die ebenfalls an der Steuerung des Durstgefühls beteiligt sind. Ob das getrunkene Wasser salzig ist oder nicht, können diese Sensoren aber nicht unterscheiden.

Quelle: Nature


Eine 71-jährige Britin fühlt keinen Schmerz

Die Schmerzunempfindlichkeit der Frau fiel ihren Ärzten auf, als sie nach einer Handoperation vor fünf Jahren keine Schmerzmittel benötigte. Auch frühere Verletzungen hatten ihr kaum Probleme bereitet. Ihr selbst war diese Besonderheit bisher nie ungewöhnlich vorgekommen. Grund für ihre Schmerz-Blindheit ist  die Mutation von zwei Genen, eines davon bisher unbekannt, wie Mediziner im British Journal of Anaesthesia berichten.

Darüber hinaus empfindet die Frau kaum Angst oder Stress. Und ihre Wunden heilen auffällig schnell.

Die Forscher hoffen, durch den Zufallsfund neue Therapien gegen akuten oder chronischen Schmerz, sowie Angstzustände entwickeln zu können.

Quelle: British Journal of Anaesthesia


Forscher entdecken fünf neue Zwergfrosch-Arten

Die Tiere gehören zur Gruppe der Engmaulfrösche und leben auf Madagaskar. Weil sie nur wenige Millimeter groß sind, gaben die Entdecker drei von ihnen den Gruppennamen Mini. Den einzelnen Arten die Namen Mini mum, Mini scule und Mini ature. Erwachsene Exemplare werden maximal 15 Millimeter lang und passen damit auf einen Daumennagel. Ihre Entdeckung stellen die Forscher im Fachjournal PLOS One vor.

Quelle: PLOS ONE


Antibiotika-Resistenzen zeigen sich auch im Abwasser

Ein internationales Forscherteam hat Wasser in Kläranlagen in sieben europäischen Ländern untersucht. Darin fanden sie jeweils ähnlich viele Resistenz-Gene, wie in Patientenproben aus der jeweiligen Region. Ihre Studie stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science Advances vor.

Die Zahl der Resistenzen korreliert außerdem mit der Menge der vor Ort eingenommenen Antibiotika. Dabei gab es ein starkes Nord-Süd-Gefälle. In Kläranlagen in Finnland, Norwegen und Deutschland fanden die Wissenschaftler deutlich weniger Hinweise auf resistente Bakterien als unter anderem in Spanien, Portugal und Zypern.

Quelle: Science Advances


Ob Tiere im Liegen oder Stehen schlafen, hängt von ihrer Körpergröße ab

Kleine Tiere mit kurzen Beinen schlafen häufig in Brustlage. Größere Säuger wie Pferde oder Elefanten legen sich eher auf die Seite. Oder bleiben gleich ganz stehen. Das haben Forschende der Universität Zürich herausgefunden. Ihre Ergebnisse stellen sie im Journal of Mammalogy vor.

Eine Ausnahme bei den größeren Tieren bilden Wiederkäuer wie Kühe oder Schafe. Sie müssen ihren Körper auch im Schlaf möglichst aufrecht halten, um die Verdauung nicht zu behindern und ruhen deshalb meist in Brustlage.

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler 250 Säugetiere in Zoos bei mehr als 30.000 Ruhephasen beobachtet.

Quelle:  Journal of Mammalogy

 

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