Mittwoch, 22.05.2019
 
Seit 02:30 Uhr Lesezeit
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft06.05.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

US-Ingenieure haben ein System für den Vogelschutz entwickelt +++ Forscher filmen, wie das Immunsystem Bakterien angreift +++ Physiker haben Antimateriewellen erstmals mit einem Interferenz-Experiment nachgewiesen +++ Ein Datensatz soll menschliches und maschinelles Sehen vereinen +++ Leonardo da Vinci könnte an einer Klauenhand gelitten haben

Von Piotr Heller

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

US-Ingenieure haben ein System für den Vogelschutz entwickelt

Es handelt sich um UV-Lampen auf Strommasten. Sie leuchten die Stromleitungen an und sollen damit verhindern, dass Kraniche in die Leitungen hineinfliegen und verenden. Die Ingenieure haben ihre Entwicklung in einem Vogelschutzgebiet im US-Bundesstaat Nebraska getestet. Das System soll die Zahl der Kraniche, die mit Stromleitungen kollidierten, um 98 Prozent gesenkt haben, schreiben sie im Fachblatt The Condor.

Laut dem Artikel sind zwölf der weltweit 15 Kranich-Arten von Kollisionen mit Stromleitungen betroffen. Darunter eine vom Aussterben bedrohte sowie drei stark gefährdete Arten.

Quelle: The Condor


Forscher filmen, wie das Immunsystem Bakterien angreift

Ein Team aus dem Vereinigten Königreich und der Schweiz hat dafür die äußere Hülle von Bakterien, dem so genannten Membranangriffskomplex, ausgesetzt und das Ganze mit einem Rasterkraftmikroskop gefilmt. Der Membranangriffskomplex ist im Immunsystem dafür zuständig, Löcher in die Hülle von Bakterien zu stanzen und so zu töten.

Die Aufnahmen offenbaren, dass das Immunsystem am Anfang dieses Angriffsprozesses eine kleine Pause einlegt. Diese Pause ermöglicht es körpereigenen Zellen, denen der Angriff nicht gilt, den Prozess aufzuhalten. Die Forscher haben ihre Arbeit im Fachblatt Nature Communications veröffentlicht. Sie könnte dabei helfen, das Immunsystem besser zu verstehen und für neuartige Therapien zu nutzen.

Quelle: Nature Communications


Physiker haben Antimateriewellen erstmals mit einem Interferenz-Experiment nachgewiesen

Dass Teilchen gemäß den Gesetzen der Quantenphysik auch Eigenschaften von Wellen besitzen, ist lange bekannt. Auch bei Antimaterie-Teilchen wurde diese Eigenschaft schon nachgewiesen, jedoch noch nicht mit einem Interferenz-Experiment.

Das ist Forschern aus der Schweiz und Italien nun erstmals gelungen, wie sie im Magazin Science Advances notieren. Sie ließen Positronen – also Antiteilchen von Elektronen – durch Hindernisse fliegen und konnten zeigen, dass die Teilchen daraufhin charakteristische Muster bildeten.

Um diese Muster zu erkennen, musste das Team ein spezielles Analysegerät entwickeln. Die Arbeit könnte den Weg für weitere Antimaterie-Forschung ebnen, die beispielsweise Aufschluss über das Ungleichgewicht von Materie und Antimateire im Universum geben könnte.

Quelle: Science Advances


Ein Datensatz soll menschliches und maschinelles Sehen vereinen

US-Wissenschaftler haben vier Testpersonen jeweils 5000 Fotos gezeigt und dabei deren Hirnaktivität aufgezeichnet. Die Fotos stammten aus Datenbanken, mit denen automatische Systeme zur Bilderkennung trainiert werden. So könnten die Daten eine Brücke zwischen dem menschlichen und maschinellen Sehen schlagen, notieren die Forscher im Fachblatt Scientific Data. Andere Wissenschaftler könnten den Datensatz etwa nutzen, um das menschliche Sehvermögen besser zu verstehen, und die automatischen Systeme daraufhin zu verbessern.

Quelle: Scientific Data


Leonardo da Vinci könnte an einer Klauenhand gelitten haben

Diese These haben zwei italienische Ärzte im Journal of the Royal Society of Medicine vorgebracht. Sie stützen sich dabei auf eine Kreidezeichnung des Malers Giovanni Ambrogio Figino. Die Zeichnung zeigt den Künstler und Erfinder Leonardo in hohem Alter. Seine Hand ragt unter der Kleidung hervor, die Finger sind gekrümmt. Diese Haltung erinnert laut den Ärzten an eine so genannte Klauenhand als Folge einer Nervenlähmung.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass ein Schlaganfall zur Lähmung von Leonardos rechter Hand geführt haben könnte. Jedoch hätte die Hand in diesem Fall zu einer Faust geballt sein müssen. Analysen von Leonardos Gemälden offenbaren, dass er wahrscheinlich mit der linken Hand gemalt hat. Durch die Einschränkung sei er jedoch nicht mehr in der Lage gewesen, seine Farbpalette zu halten. Womöglich war die Lähmung der Grund, warum er in seinen späten Jahren viele Gemälde wie etwa die Mona Lisa unvollendet ließ.

Letzten Donnerstag haben Italien und Frankreich die Feierlichkeiten anlässlich Leonardos 500. Todestag eingeläutet. Er war 2. Mai 1519 auf einem französischen Schloss an der Loire gestorben.

Quelle: AFPD, Journal of the Royal Society of Medicine, BBC

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk