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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft10.05.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Auch Tiefseefische können Farben sehen +++ Meditation kann auch negative Seiten haben +++ Jeff Bezos hat Pläne für seine zukünftige Mondmission vorgestellt +++ Gene und Sprache kamen offenbar gemeinsam aus Sibirien nach Europa +++ Wilderei bedroht nach wie vor das Überleben Afrikanischer Elefanten

Von Lennart Pyritz

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft – Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Auch Tiefseefische können Farben sehen

Obwohl sie im Dunklen leben, können einige Tiefseefische offenbar Farben unterscheiden. Das bislang unbekannte visuelle System der Tiere beschreibt ein Forschungsteam in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Science. Es beruht auf zahlreichen verschiedenen Stäbchenzellen im Auge der Fische, die Licht unterschiedlicher Wellenlänge wahrnehmen. So können sie Biolumineszenz-Signale anderer Tiere in der Tiefsee detektieren, zum Beispiel um zu kommunizieren, auf Beutefang zu gehen oder Feinde zu erkennen.

Die Wissenschaftler haben das Erbgut von etwa 100 Tiefseefischen analysiert. Bei 13 der untersuchten Arten fanden sie dabei mehrere Sehpigment-Gene für die Stäbchen. Ein Vertreter aus der Familie der Silberköpfe verfügt sogar über 38 – die höchste bislang bekannte Zahl bei einem Wirbeltier.

Menschen und die meisten anderen Wirbeltiere verfügen nur über einen Typ stäbchenförmiger Fotorezeptoren in der Netzhaut, mit dem hell und dunkel unterschieden wird. Farben nehmen wir mit Hilfe zapfenförmiger Zellen in der Netzhaut wahr.

Quelle: Science


Meditation kann auch negative Seiten haben

Etwa ein Viertel der Menschen, die regelmäßig meditieren, haben bei den Übungen bereits einmal eine besonders unangenehme psychologische Erfahrung gemacht. Dazu zählen Angstgefühle und verzerrte Emotionen. Das berichtet ein Team von Psychiatern im Fachblatt PLOS ONE. Frauen und Menschen mit religiösen Überzeugungen waren laut Studie seltener von einem negativen Erlebnis betroffen. Warum die unangenehmen Emotionen auftreten, soll nun weiter untersucht werden – und ob sie Teil der meditativen Entwicklung oder nur Nebeneffekte darstellen.

Die Studie basiert auf einer Online-Befragung von mehr als 1.200 Personen, die mindestens zwei Monate Erfahrung mit Meditation gesammelt hatten. Schwere und Auswirkung der negativen psychologischen Erlebnisse wurden mit der Studie allerdings nicht erfasst, was die Aussagekraft begrenzt.

Auch in einigen traditionellen buddhistischen Texten wird bereits von unangenehmen Erfahrungen beim Meditieren berichtet.

Quelle: PLOS ONE


Jeff Bezos hat Pläne für seine zukünftige Mondmission vorgestellt

Dabei präsentierte der Amazon-Chef und Gründer des Raumfahrt-Unternehmens Blue Origin gestern in Washington auch das Modell einer Mondlandefähre. Seit drei Jahren habe seine Firma am Design des Landers namens Blue Moon gearbeitet. Er soll bis zu vier Mondautos, Geräte für wissenschaftliche Untersuchungen und eventuell sogar Menschen an Bord nehmen können.

In einem Tweet des Unternehmens heißt es: "Heute hat unser Gründer unsere Vision geteilt, in den Weltraum zu fliegen, um der Erde zu helfen. Es ist an der Zeit zum Mond zurückzukehren – dieses Mal, um zu bleiben." Man sei bereit, die NASA bis 2024 mit dem Mondlandefahrzeug Blue Moon zu unterstützen.

Laut Bezos sei die Erschließung des Sonnensystems unter anderem nötig, um künftige Energiekrisen zu verhindern.

Neben Jeff Bezos engagiert sich auch Tesla-Chef Elon Musk mit SpaceX in der privaten Raumfahrtindustrie der USA. Seine Firma versorgt beispielsweise die Internationale Raumstation mit Nachschub.

Quelle: Blue Origin, DPA


Gene und Sprache kamen offenbar gemeinsam aus Sibirien nach Europa

Europäer, die eine uralische Sprache wie Finnisch oder Estnisch sprechen, tragen im Erbgut Spuren sibirischer Vorfahren. Im Fachblatt Current Biology schreibt jetzt ein Forschungsteam, dass diese vermutlich zum Beginn der Eisenzeit vor etwa 2.500 Jahren aus Sibirien nach Nordeuropa gelangten und dabei auch die uralischen Sprachen einführten.

Die Autoren untersuchten alte DNA aus Zahnwurzeln von Menschen, die in der Bronze- und Eisenzeit sowie im Mittelalter lebten. Die genetischen Daten zeigen, dass die sibirischen Vorfahren den Ostseeraum während des Übergangs zwischen Bronze- und Eisenzeit erreichten. Das wiederum entspricht auch dem Zeitraum, auf den Linguisten die Ankunft uralischer Sprachen in der Region datieren.

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass bereits im Lauf der Bronzezeit Eigenschaften wie helle Haut, helles Haar und Laktose-Toleranz unter den Menschen im östlichen Ostseeraum immer häufiger auftraten. Verantwortlich dafür war offenbar der Zuzug von Jägern und Sammlern mit diesen Merkmalen.

Quelle: Current Biology


Wilderei bedroht nach wie vor das Überleben Afrikanischer Elefanten

Darauf verwies eine Vertreterin des Artenschutz-Übereinkommens CITES heute in Genf unter Verweis auf neue Analysen. Demnach sei die Zahl der getöteten und eines natürlichen Todes gestorbenen Elefanten in einigen Staaten weiterhin zu hoch, um durch Geburten ausgeglichen zu werden. Etwa 1200 Elefanten-Kadaver seien im vergangenen Jahr in Afrika untersucht worden. Bei mehr als 500 davon habe es sich um illegale Tötungen gehandelt.

Innerhalb von 100 Jahren ist die Zahl der Elefanten Schätzungen zufolge von rund zwölf Millionen auf etwa 400.000 gefallen. Zugleich habe sich die Bevölkerungszahl Afrikas in diesem Zeitraum auf gut 1,2 Milliarden verzehnfacht. Außer einer verstärkten Strafverfolgung von Wilderern müsse die internationale Gemeinschaft auch Wege finden, die Interessen von Artenschutz und lokaler Bevölkerung zu vereinen.

Der internationale Handel mit Elfenbein wurde vor etwa 30 Jahren verboten. Einige afrikanische Länder mit gesunden Elefanten-Populationen fordern jedoch, den Handel wieder aufzunehmen.

Quelle: CITES, DPA

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