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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft20.05.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Forscher sind der Frage nachgegangen, warum Kaffee die Verdauung in Schwung bringt +++ Ein Roboter aus Israel kann drei Dinge auf einmal +++ Eine Vorliebe für Hunde ist erblich +++ Forscherinnen und Forscher lassen Diebe in virtuelle Häuser einbrechen +++ Kinder, die zu Fuß oder auf dem Rad zur Schule kommen, sind seltener übergewichtig +++ Wenn autonome Autos untereinander kommunizieren, kann das den Verkehr stark beschleunigen

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Forscher sind der Frage nachgegangen, warum Kaffee die Verdauung in Schwung bringt

Dazu verabreichten sie Ratten Kaffee und untersuchten auch, wie das Getränk sich auf die Darmbakterien der Tiere auswirkte. Sie stellten zwei Effekte fest: Erstens steigerte der Kaffee die Beweglichkeit bestimmter Muskeln im Verdauungstrakt. Zweiten vermehrten sich Darmbakterien unter dem Einfluss von Kaffee etwas langsamer.

Auf welche Bakterien genau Kaffee diese hemmende Wirkung hatte, ist jedoch unklar. Es könnte sich nämlich um solche handeln, die als gesundheitsfördernd gelten, oder auch um schädliche Bakterien. Dieser Frage müsste man in weiteren Studien nachgehen, sagten die Forscher auf einer Konferenz für Magen-Darm-Medizin im kalifornischen San Diego.

Quelle: Eurekalert; Abstract der Studie


Ein Roboter aus Israel kann drei Dinge auf einmal

Nämlich fliegen, fahren und sich durch enge Öffnungen quetschen. Ingenieure der Ben-Gurion-Universität werden die Maschine diese Woche auf einer Robotik-Konferenz in Kanada präsentieren.

Der Roboter fliegt wie eine gewöhnliche Quadrocopter-Drohne, indem er von vier Propellern angetrieben wird. Unterhalb der Stege mit den Propellern sind Räder angebracht, auf denen er bis zu zehn Kilometer pro Stunde schnell fahren kann. Schließlich kann die Maschine die Stege auch zusammenfalten, wobei die Räder dabei immer noch den Boden berühren. So schafft sie es, schmale Gänge zu passieren. Ein Video des Roboters ist hier zu sehen.

Eine derartige Drohe könnte in Zukunft bei Rettungsaktionen nach Verschütteten suchen. Sie würde dann zum Unglückort fliegen und könnte sich dort fahrend an Hindernissen vorbeiquetschen.

Quelle: Eurekalert


Eine Vorliebe für Hunde ist erblich

Um das herauszufinden haben Forscher aus dem Vereinigten Königreich und aus Schweden eine Zwillingsstudie bemüht: Sie analysierten Hundehalter-Daten von 35 000 schwedischen Zwillingspaaren.

Dabei stellten sie fest: Bei eineiigen Zwillingen, also bei genetisch identischen Menschen, waren oft beide Zwillinge Hundebesitzer oder keine Hundebesitzer. Bei zweiigen Zwillingen, die unterschiedliches Erbgut haben, war dieser Zusammenhang nicht so ausgeprägt. Das zeige, dass es stark vom Erbgut abhänge, ob jemand Hundebesitzer ist oder nicht, notieren die Forscher in den Scientific Reports.

Quelle: Scientific Reports


Forscherinnen und Forscher lassen Diebe in virtuelle Häuser einbrechen

Damit wollte das Team aus den Niederlanden und dem Vereinigte Königreich herausfinden, wie die Kriminellen vorgehen. Die Wissenschaftler bauten zunächst eine Wohngegend virtuell nach. Dann warben sie in Gefängnissen über 50 verurteilte Einbrecher an. Die Kriminellen brachen dann in der virtuellen Realität in die Häuser ein, währen die Forscher sie beobachteten. Außerdem sollten die Einbrecher ihr Vorgehen erklären.

Die meisten konzentrierten sich auf Reiheneckhäuser. Sie betraten die Gebäude durch die Hintertür und durchwühlten vor allem den ersten Stock. Dort suchten sie vornehmlich nach kleinen und teuren Gegenständen wie Juwelen, Laptops und Geldbeuteln.

Die Arbeit könnte Hausbesitzern, Polizisten und Versicherungsunternehmen dabei helfen, den Schutz vor Einbrechern zu verbessern. 

Quelle: Criminology


Kinder, die zu Fuß oder auf dem Rad zur Schule kommen, sind seltener übergewichtig

Dieser Zusammenhang ist britischen Forschern aufgefallen. Sie haben dafür Daten von 2000 Londoner Grundschulkindern untersucht. Etwa die Hälfte der Kinder pendelte aktiv zur Schule, das heißt, die Kinder gingen zu Fuß oder kamen mit per Fahrrad oder Roller. Diese Kinder waren seltener übergewichtig, notieren die Wissenschaftler im Magazin BMC Public Health. Das galt unabhängig von der Wohngegend, der Ethnie und der sozialen Schicht.

Quelle: BMC Public Health


Wenn autonome Autos untereinander kommunizieren, kann das den Verkehr stark beschleunigen

Um genau zu sein, könnte der Verkehr 35 Prozent schneller fließen, wenn alle Autos untereinander Informationen austauschen. Das gilt zumindest für ein experimentelles Szenario einer zweispurigen Straße, auf der ein Auto plötzlich stehen bleiben muss. Britische Ingenieure haben dieses Experiment mit Modellautos durchgeführt und auf einer Robotik-Konferenz in Montreal präsentiert.

Für ihre Studie haben sie eine 16 Meter lange Modellstraße gebaut, auf der die Autos selbständig fuhren. Dann ließen sie ein Auto anhalten. Im Normallfall mussten die Autos dahinter bremsen und brauchten lange, um sich in den fließenden Verkehr der Spur daneben einzuordnen. Es bildete sich ein Stau.

Sobald die Autos aber Informationen austauschten, wussten alle sofort, dass eines stehen geblieben ist. Die Autos auf der zweiten Spur fuhren daraufhin ein bisschen langsamer, damit alle den stehenden Wagen umfahren konnten. Insgesamt floss der Verkehr dadurch deutlich schneller.

Quelle: Eurekalert

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