Dienstag, 15.10.2019
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft05.06.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Wälder sind wichtig für die Vogelvielfalt in Südamerika +++ Bienen können Symbole mit Zahlen verbinden +++ Ein Algorithmus kann die produktivsten Jahre von Schauspielern vorhersagen +++ Einen Studie zeigt, wie viel Mikroplastik Amerikaner durch die Nahrung aufnehmen +++ China hat zum ersten Mal eine Rakete von einem Schiff aus ins All geschickt +++ Ungarn will Forschungsinstitute unter staatliche Kontrolle stellen +++ Die Luftverschmutzung gefährdet die Gesundheit in Afrika

Von Sophia Wagner

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Wälder sind besonders wichtig für die Vogelvielfalt in Südamerika

Das ist das Resultat einer Studie, die Wissenschaftler der University of California, in Costa Rica durchgeführt haben. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um  geschützten Urwald oder wiederaufgeforstete Nutzflächen handele. Beide Gebiets-Typen würden eine ähnliche Zahl an gefährdeten Vogelarten beherbergen. Eine gezielte Aufforstung von Nutzflächen könne den Artenschutz in Costa Rica einen großen Schritt nach vorne bringen. Das berichten die Forscher im Fachmagazin Journal of Applied Ecology. Besonders prädestiniert seien demnach Feuchtgebiete und Areale, die schon von fragmentierten Waldflächen bewachsen seien. Für ihre Studie haben die Wissenschaftler die Artenvielfalt in über 150 Gebieten im Nordwesten von Costa Rica untersucht.

Quelle: Journal of Applied Ecology


Bienen können Symbole mit Zahlen verbinden

Forscher haben Bienen darauf trainiert, ein bestimmtes Symbol mit einer bestimmten Anzahl zu verbinden. Ein T, das auf dem Kopf steht repräsentierte dabei die Anzahl drei,  ein N die Anzahl zwei. Das berichtet ein internationales Wissenschaftlerteam in den Proceedings of the Royal Society B. Den Insekten wurde in einer Box zuerst das Symbol gezeigt, dann mussten sie sich zwischen zwei Öffnungen entscheiden. Eine der Öffnungen war mit zwei Punkten gekennzeichnet, die andere mit drei. Nur hinter der Öffnung, deren Zahl mit dem gezeigten Symbol übereinstimmte, konnten die Bienen zur Belohnung etwas Zucker finden. Während eine Gruppe darauf trainiert wurde, Symbole mit einer Anzahl von Punkten zu verbinden, lernte die andere Gruppe von den Punkten auf die Symbole zu schließen. Beides funktionierte, jedoch konnten die Bienen den jeweils gelernten Weg nicht umdrehen. Laut der Forscher weist das darauf hin, dass die Verarbeitung von Symbolen und die Verarbeitung von Zahlen in unterschiedlichen Bereichen des Bienengehirns passieren. Die gleiche Forschergruppe hatte im vergangen Jahr bereits gezeigt, dass Bienen das Konzept von mehr und weniger verstehen und auch wissen, was "Null" bedeutet.

Quelle: Proceedings of the Royal Society B


Ein Algorithmus kann die produktivste Schaffensphase von Schauspielern vorhersagen

Mit Hilfe von über zwei Millionen Profil-Daten aus der International Movie Database haben Wissenschaftler einen Algorithmus entwickelt, der das produktivste Jahr eines Schauspielers vorhersagen kann. Das Prinzip ist relativ einfach: Dem Karrierehochpunkt gehe meist eine steigend Zahl von Engagements in den Vorjahren voraus. Die Genauigkeit der Vorhersage des besten Jahres liege bei 85 Prozent. Das berichten Wissenschaftler aus Großbritannien in der Fachzeitschrift Nature Communications. Die meisten erfolgreichen Schauspieler hätten ihren Karriere-Höhepunkt bereits in jungen Jahren. Dies gelte besonders für Schauspielerinnen.

Quelle: Nature Communications


Eine Studie zeigt, wie viel Mikroplastik Amerikaner durch die Nahrung aufnehmen

Die Wiederverwertung und Entsorgung von Plastik ist ein wachsendes Problem, dass auch die Lebensmittelproduktion betrifft. Laut einer Metastudie, die im Fachmagazin Environmental Science and Technology erschienen ist, nimmt der Durchschnitts-Amerikaner bis zu 52,000 Mikroplastikpartikel pro Jahr mit der Nahrung auf. Wer nur abgefülltes Wasser trinke, komme auf zusätzliche 90.000 Partikel. Die gesundheitlichen Konsequenzen seien unklar. Mikroplastik stehe jedoch im Verdacht, ins menschliche Gewebe einzudringen und dort Entzündungen auszulösen.

Quelle: Environmental Science and Technology


China hat zum ersten Mal eine Rakete von einem Schiff aus ins All geschickt

Die Rakete vom Typ "Langer Marsch 11" hob in der Nacht zum Mittwoch von einer Plattform auf einem Frachtschiff im Gelben Meer ab. An Bord waren sieben Satelliten. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sind  Raketenstarts vom Meer aus günstiger. Das liege daran, dass man Raketen so näher am Äquator starten könne. Durch die dort schnellere Bewegung der Erdoberfläche aufgrund der Erdrotation würden die Raketen beim Start schneller an Geschwindigkeit gewinnen. Das spare Treibstoff. China will den Dienst in Zukunft auch anderen Ländern anbieten, die Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen möchten. Der erste Raketenstart von See aus erfolgte 1967 im Rahmen eines US-italienischen Gemeinschaftsprojektes.

Quelle: dpa


Ungarn will wissenschaftliche Forschungsinstitute unter staatliche Kontrolle stellen

Vertreter der Regierung haben ein Gesetzesentwurf eingebracht, der vorsieht, dass der unabhängigen Ungarischen Akademie der Wissenschaften die Forschungsinstitute weggenommen werden. Das Gesetz soll im September in Kraft treten. Kritiker glauben, dass Ministerpräsident Orban kritische Wissenschaftler zum Schweigen bringen möchte. Die Regierung begründet ihr Vorhaben dagegen mit einer besseren Ressourcennutzung. Forschungsmittel sollen in Zukunft leistungsbasiert verteilt werden. So solle die technische Wettbewerbsfähigkeit des Landes gestärkt werden. Das Vorhaben stößt national und international auf Widerstand. Zuletzt hatte Orban die amerikanisch geführte Central European University zum Umzug von Budapest nach Wien gezwungen. Im Vorjahr ließ er die universitäre Geschlechterforschung verbieten.

Quelle: dpa


Die Luftverschmutzung führt auf dem afrikanischen Kontinent zunehmend zu Gesundheitsproblemen

Die Todesfälle aufgrund von Luftverschmutzung in Afrika sind nach Angaben von UNICEF in den vergangen zehn Jahren um über 50 Prozent gestiegen. Demnach starben dort im Jahr 2017 geschätzt 258.000 Menschen an den Folgen dreckiger Luft. Die resultierenden wirtschaftlichen Kosten lägen bei um die 190 Milliarden Euro. Ein großes Problem sei die geringe Zahl an Messstellen für Luftschadstoffe wie Feinstaub. Nur 6 Prozent der Kinder auf dem afrikanischen Kontinent leben laut UNICEF  in Gebieten, in denen die Luftqualität regelmäßig kontrolliert wird. Wenn Babys und kleine Kinder verschmutzte Luft einatmeten, könne das zu Schäden am Hirngewebe und in der Lunge führen. Solange keine flächendeckenden Grenzwertmessungen vorlägen, könne die Gefahr leicht unterschätzt werden.

Quelle: UNICEF

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk