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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 06.06.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Durchsichtige Zähne machen Drachenfische zu erfolgreichen Jägern +++ Schmierende Sedimente versetzten die Kontinente in Bewegung +++ Mehr als eine Millionen Menschen stecken sich jeden Tag mit einer sexuell übertragbaren Krankheit an +++ Die menschliche Ausdauer hat eine feste Obergrenze +++ Zwei Drittel der Indianer-Schutzgebiete im Amazonas sind gefährdet +++ In Deutschland leben wieder mehr Luchse

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Durchsichtige Zähne machen Drachenfische zu erfolgreichen Jägern

Drachenfische sind perfekt an ihren Lebensraum in der Tiefsee angepasst. Ihr schwarzer Körper ist in der Dunkelheit nicht zu erkennen und wenn sie das Maul öffnen, sind ihre langen Zähne für ihre Beute so gut wie unsichtbar. Materialforscher aus Kalifornien haben jetzt herausgefunden, warum die Zähne kein Licht streuen oder brechen, wie sie in der Fachzeitschrift Matter berichten.

Sowohl der Zahnschmelz als auch das Dentin im Inneren der Drachenfisch-Zähne weisen Besonderheiten auf. Der Zahnschmelz besteht aus Nanokristallen, die die Lichtbrechung reduzieren. Im Dentin fehlen außerdem die sogenannten Dentinkanälchen, kleine Hohlräume, die den Zähnen anderer Tiere ihre Farbe geben.

Quelle: Matter


Schmierende Sedimente versetzten die Kontinente in Bewegung

Die Plattentektonik, der Prozess, bei der die Kontinentalplatten der festen äußeren Erdhülle aneinander vorbeigleiten, hängt maßgeblich von Sedimenten ab, die als Schmierstoff zwischen den Platten wirken. Das haben Geologen aus Potsdam und Maryland berechnet. Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature schreiben, ermöglichten erst die durch Erosionsprozesse an der Erdoberfläche vor etwa 3 Milliarden Jahren entstandenen Sedimente die Bewegungen der Kontinentalplatten. Und erhalten die Plattentektonik zusammen mit der Mantelkonvektion im Inneren der Erde bis heute aufrecht.

Quelle: Nature


Mehr als eine Millionen Menschen stecken sich jeden Tag mit einer sexuell übertragbaren Krankheit an

Das geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Pro Jahr gibt es demnach weltweit 376 Millionen Neuinfektionen mit Trichomonaden, Chlamydien, Gonokokken oder Syphilis. Da die Erkrankungen zunächst ohne Symptome bleiben, wissen viele Betroffene nichts von ihrer Infektion und stecken unwissentlich andere an.

Die vier Krankheiten können für die Infizierten schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Darunter Unfruchtbarkeit, Herzkreislauferkrankungen und Arthritis aber auch Eileiterschwangerschaften und Totgeburten. Die WHO empfiehlt deshalb mehr Tests und bezahlbare Medikamenten, sowie Aufklärung zur Vorbeugung.

Zusätzlich sind nach Angaben der WHO Hunderte Millionen Menschen mit sexuell übertragbaren Herpes- oder Humanen Papillomaviren infiziert.

Quelle: WHO


Die menschliche Ausdauer hat eine feste Obergrenze

Egal ob beim Ironman-Triathlon oder bei der Tour de France – selbst bei extremen Ausdaueraktivitäten kann der Mensch maximal 2,5-mal so viele Kalorien verbrennen wie in der gleichen Zeit im Ruhezustand. Dann führt auch eine Aufnahme von noch mehr Nahrung zu keiner weiteren Leistungssteigerung. Das berichten britische Anthropologen im Fachjournal Science Advances.

Kurzzeitig kann das Umsatz-Limit zwar übertreten werden, etwa beim Start des Rennens. Aber nach einer gewissen Zeit pendelt sich der Umsatz unterhalb der Grenze ein. Bei einer längeren Übertretung fängt der Körper an, eigenes Gewebe abzubauen, um seinen Energiebedarf zu decken.

Ein Grund für das Limit könnte eine begrenzte Kalorien- Aufnahmefähigkeit des Magen-Darm-Traktes sein, vermuten die Wissenschaftler.

Quelle: Science Advances


Zwei Drittel der Indianer-Schutzgebiete im Amazonas sind gefährdet

Rund 390 Millionen Hektar Regenwald sind aktuell als Schutzgebiet für Ureinwohner im Amazonas ausgewiesen. Mehr als 68 Prozent davon sind durch Abholzung und Bergbau bedroht. Das geht aus einer Studie des Instituto Socioambiental hervor, wie ein brasilianisches Nachrichtenportal berichtet. Minenunternehmen seien auch für einen Großteil der illegalen Abholzung in dem Gebiet verantwortlich, heißt es darin.

Eine weitere Bedrohung für die Lebensgrundlage der Ureinwohner stellt der Ausbau des staatlich geförderten Straßen- und Schienennetzes durch den Regenwald dar. Es soll von derzeit 26.000 auf 136.000 Kilometer erweitert werden.

Quelle: epd


In Deutschland leben wieder mehr Luchse

135 Tiere lebten 2018 wild im Bundesgebiet, und damit 20 mehr als im Vorjahr. Das meldet das Bundesamt für Naturschutz, das regelmäßig die Bestände überprüft. Trotzdem sind die Luchse in Deutschland weiterhin stark gefährdet.

Die Tiere kommen hauptsächlich in drei größeren Gruppen in Ostbayern, Rheinland-Pfalz und zwischen dem Harz und Nordhessen vor. Außerdem sind in Hessen, Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen und Thüringen einzelne Luchs-Männchen unterwegs, denen aber meist die Weibchen fehlen.

Die registrierte Zunahme ist laut BfN vor allem auf ein Auswilderungsprojekt in Rheinland-Pfalz zurückzuführen, bei dem es zuletzt auch zwei Jungtiere gab. Insgesamt bekommen die Luchse aber sehr wenig Nachwuchs, da ihnen geeignete Rückzugsräume fehlen.

Quelle: BfN

 

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