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StartseiteForschung aktuell Meldungen aus der Wissenschaft24.06.2019

Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

Kaffee könnte beim Abnehmen helfen +++ US-Regierung setzt chinesische Supercomputer-Firmen auf Schwarze Liste +++ Hohe Methan-Konzentration auf dem Mars registriert +++ Forscher schicken Hühner ins Solarium +++ Erderwärmung wird auch den Energiebedarf anheizen

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Kaffee könnte beim Abnehmen helfen

Im menschlichen Körper gibt es das so genannte braune Fettgewebe. Es ist in der Lage, Nährstoffe in Wärme umzuwandeln. Somit spielt es eine Rolle beim Verbrennen von Kalorien und beim Abnehmen.

Forscher aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten haben nun herausgefunden, dass Kaffee dieses braune Fettgewebe aktivieren kann. Zwei Experimente lassen diesen Schluss zu: Die Wissenschaftler verabreichten Testpersonen Kaffee und stellten daraufhin einen Anstieg der Körpertemperatur in Regionen mit viel braunem Fettgewebe fest. Außerdem konnten sie entsprechendes Fettgewebe im Labor mit Koffein stimulieren, wie sie in den Scientific Reports darlegen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Koffein ein therapeutisches Potential bei Übergewicht oder Diabetes haben könnte.

Quelle: Scientific Reports


Die US-Regierung setzt fünf chinesische Supercomputer-Firmen auf ihre Schwarze Liste

Bei den fünf handelt es sich um den Superrechner-Hersteller Sugon, drei Tochterunternehmen und ein Forschungsinstitut. Das Handelsministerium der Vereinigten Staaten teilte mit, die Hochleistungscomputer der Unternehmen würden in China für militärische Zwecke genutzt. Die Firmen stellten ein Sicherheitsrisiko für die USA dar.

Die Aufnahme auf die Schwarze Liste ist mit Handelsbeschränkungen verbunden. US-Unternehmen brauchen Sondergenehmigungen, um mit den betroffenen chinesischen Firmen Handel zu trieben. Der Schritt wird etwa von der New York Times als harter Schlag gegen Chinas Supercomputer-Industrie gewertet, weil sie auf amerikanische Computerchips angewiesen sei.

Zuletzt hatten die Vereinigten Staaten den Telekommunikationsausrüster Huawei auf die Liste gesetzt.

Quelle: dpa, afpd, New York Times


Der Rover Curiosity hat eine hohe Methan-Konzentration auf dem Mars registriert

Genau gesagt betrug die Methan-Konzentration in der Marsatmosphäre 21 Milliardstel Volumenanteile. Es war damit die höchste je gemessene Menge dieses Gases auf dem Mars, wie die Nasa mitteilt. Die Messung heizt Spekulationen über Leben auf unserem Nachbarplaneten an. Denn auf unserer Erde erzeugen unter anderem Mikroorganismen Methan. Jedoch gibt es durchaus auch geologische Prozesse, die Methan ausstoßen. Außerdem wurde das Gas bereits in der Vergangenheit auf dem Mars nachgewiesen – wenn auch in kleinerer Menge.

Das für die Methan-Messung zuständige Forscherteam arbeitet nun daran, mit weiteren Probenahmen mehr über dieses Gas auf dem roten Planeten zu erfahren.

Quelle: Mitteilung der Nasa


Forscher schicken Hühner ins Solarium

Wir Menschen decken unseren Vitamin-D-Bedarf eigentlich durch das UV-Licht der Sonne und durch Nahrung. Doch viele sind aufgrund ihrer Lebensweise nicht optimal mit Vitamin-D versorgt. Eine Idee ist daher, die Konzentration dieses Vitamins in Lebensmitteln zu erhöhen – etwa, indem man Hühner UV-Licht aussetzt, sodass sie besonders Vitamin-D-reiche Eier legen.

Dass das prinzipiell geht, wissen Forscher bereits. Jetzt hat ein Team aus Halle untersucht, wie praktikabel ein derartiges Hennen-Solarium wäre. Die Agrarexperten ließen im Hühnerstall sechs Stunden am Tag UV-Lampen leuchten und beobachteten sowohl die Tiere, wie auch deren Eier.

Der Vitamin-D-Gehalt in den Eiern vervierfachte sich und den Hühnern bereitete das für sie sichtbare UV-Licht anscheinend keine Probleme. So beschreiben die Forscher die Ergebnisse ihres Experiments in einem Geflügel-Fachblatt.

Quelle: Poultry Science


Die Erderwärmung wird auch den globalen Energiebedarf anheizen

Wie sich die Klimaveränderung genau auf den Energiehaushalt auswirken wird, das haben Forscher aus den USA und Italien im Magazin Nature Communications vorgerechnet. Demnach könnte der Energiebedarf je nach Klima-Szenario bis zur Mitte des Jahrhunderts um elf beziehungsweise 58 Prozent steigen. Dabei handelt es sich nicht um die gesamte Steigerung der Energienachfrage, sondern lediglich auf den Teil, der auf die globale Erwärmung zurückzuführen ist.

Der Löwenanteil dieser Steigerung liegt laut den Forschern in einem wachsenden Bedarf an Kühlung begründet. Für ihre Arbeit haben sie 21 Klimamodelle und verschiedene Prognosen für die Entwicklung der Weltbevölkerung und Weltwirtschaft herangezogen. Die große Spannbreite der Energievorhersage ergibt sich aus einer Reihe Unbekannter. Dabei handelt es sich um die zukünftigen Treibhausgasemissionen, Unterschiede in den Klimamodellen und die Art, wie sich der Energiekonsum in Wachstumsregionen entwickeln wird.

Quelle: Nature Communications

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