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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 11.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Zum ersten Mal ist eine Vega-Rakete abgestürzt +++ Bisphenol A bleibt als besorgniserregender Stoff eingestuft +++ Auch Zebrafische können träumen +++ Nur ein Viertel der neu zugelassenen Medikamente hat einen erwiesenen Zusatznutzen +++ Die Raumsonde Hayabusa2 ist erneut auf dem Asteroiden Ryugu gelandet +++ Mottenlarven setzen den Fraßschutz von Pflanzen mit Säure außer Kraft +++ In Städten wird es künftig deutlich heißer

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Zum ersten Mal ist eine Vega-Rakete abgestürzt

Die Trägerrakete des europäischen Raumfahrtunternehmens Arianespace war zwei Minuten zuvor vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana gestartet. Durch technische Probleme kam sie vom Kurs ab und stürzte ins Meer. Das teilte das Unternehmen mit. Es ist der erste Absturz einer Vega-Rakete, die seit 2012 drei bis vier Mal jährlich ins All fliegt. Die genaue Ursache für den Absturz ist aktuell unklar.

An Bord der Rakete war ein Erdbeobachtungssatellit, der im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate auf seine Umlaufbahn befördert werden sollte.

Quelle: Arianespace


Bisphenol A bleibt als besorgniserregender Stoff eingestuft

Das hat das EU-Gericht entschieden. Bisphenol A ist eine der am meisten genutzten Chemikalien und in vielen Alltagsprodukten wie Trinkflaschen, Konservendosen und Lebensmittelverpackungen aus Plastik enthalten. Es hat eine hormonähnliche Wirkung und kann schon in kleinsten Mengen zur Entstehung von Diabetes, Fettleibigkeit und Unfruchtbarkeit beitragen.

Dennoch hatte der Hersteller- und Importverband Plastics Europe gegen die Aufnahme von Bisphenol A auf eine Warnliste besonders besorgniserregender Stoffe geklagt. Der Argumentation, dass Bisphenol A von der Einstufung ausgenommen sei, da es nur in der Produktion entsteht und verwendet wird und nicht in Verkehr gerät, widersprachen die Richter.

Quelle: dpa


Auch Zebrafische können träumen

Hirnforscher aus den USA haben nachgewiesen, dass Zebrafische die gleichen Schlafphasen durchlaufen wie Säugetiere, Vögel und Eidechsen. Das berichten sie im Fachjournal Nature.

Mit Messungen von Hirnaktivität, Augenbewegungen, Muskeldynamik und Herzschlag zwei Wochen alter Zebrafisch-Larven konnten die Wissenschaftler einzelnen Schlafphasen identifizieren, darunter Tiefschlaf und paradoxen Schlaf. Dieser ist durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet und beim Menschen die Schlafphase, in der die meisten Träume stattfinden.

Die Ergebnisse legen nahe, dass sich der Schlaf in dieser Form schon vor 450 Millionen Jahren entwickelt hat. Zu dieser Zeit lebten die gemeinsamen Vorfahren von Wirbeltieren wie Säugetieren, Vögeln. Reptilien und Fischen.

Quelle: Nature


Nur ein Viertel der neu zugelassenen Medikamente hat einen erwiesenen Zusatznutzen

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Forschenden des Instituts für Qualität und Wissenschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG. Für die Studie wurden 216 Medikamente bewertet, die zwischen 2011 und 2017 neu auf den deutschen Markt gekommen waren.

Für über die Hälfte der neuen Präparate konnte dabei kein Zusatznutzen im Vergleich zu den etablierten Standardtherapien nachgewiesen werden. 16 Prozent brachten einen geringen, 25 Prozent einen erheblichen Zusatznutzen für die Patienten.

Besonders schlecht waren die Ergebnisse bei Medikamenten gegen psychische und neurologische Störungen, sowie gegen Diabetes.

Die Studie ist im British Medical Journal erschienen.

Quelle: British Medical Journal


Die japanische Raumsonde Hayabusa2 ist erneut auf dem Asteroiden Ryugu gelandet

Dort soll sie Materialproben einsammeln, die aus den Schichten unterhalb der Oberfläche stammen, wie die japanische Raumfahrtagentur JAXA meldet. Da dieses Material unter der Oberfläche nicht der kosmischen Strahlung oder der Sonnenstrahlung ausgesetzt war, erhoffen sich die Wissenschaftler des Jaxa-Instituts für Raumfahrt davon Hinweise auf die Zustände im frühen Sonnensystem vor etwa 4,6 Milliarden Jahren.

Es ist die zweite Landung der Raumsonde auf dem Asteroiden, rund 250 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Mit den Proben soll Hayabusa2 auf ihre Beobachtungsposition 20 Kilometer über der Oberfläche des Asteroiden zurückkehren. Der Rückflug zur Erde ist für das Jahr 2020 geplant.

Quelle: dpa


Mottenlarven setzten den Fraßschutz von Pflanzen mit Säure außer Kraft

Bei bestimmten Pflanzen wie dem Weihnachtsstern tritt Kautschuckmilch aus den Blättern aus, wenn diese von Insekten angebissen werden. Die Milch vergiftet die Insekten und schützt die Pflanzen so vor Fraßschäden. Forscher aus Arkansas konnte jetzt zeigen, wie Larven der Motte Theora zethus die Abwehr der Pflanzen aushebeln. Sie sprühen eine Säuremischung auf den Blattstiel, die das Austreten der Milch verhindert. Die Mischung aus Ameisensäure und Buttersäure dient eigentlich dazu Fressfeinde auszuschalten, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift PLOS ONE berichten.

Ein weiterer Trick der Mottenlarve: Mit ihren Mundwerkzeugen scheuert sie die Blattoberfläche auf, sodass die Säure leichter ins Innere eindringen kann.

Gleichzeitig drückt die Larve den Blattstiel zusammen und zerstört so die Kanälchen, aus denen die Kautschuckmilch fließt.

Quelle: PLOS ONE


In Städten wird es deutlich heißer

Bis zum Jahr 2050 wird die Durchschnittstemperatur in europäischen Städten deutlich steigen. Im Sommer um etwa 3,5, im Winter um 4,7 Grad Celsius. Das ist das Ergebnis einer Studie Schweizer Forscher, die in der Fachzeitschrift PLOS ONE erschienen ist. Die Entwicklung sei in etwa so, als ob eine Stadt in den nächsten dreißig Jahren 1000 Kilometer Richtung Süden wandert, schreiben die Wissenschaftler.

Im zukünftigen London könnte das Klima dann den Verhältnissen im heutigen Barcelona ähneln. Madrid würde sich wie Marrakesch anfühlen und Paris wie Canberra in Australien.

Tatsächlich könnte es noch heißer werden. Denn die Forscher gingen für ihre Berechnungen von einem globalen Temperaturanstieg von nur 1,4 Grad Celsius aus.

Quelle: PLOS ONE

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