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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft29.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Hochbetrieb an der ISS +++ Physiker haben eine Art Quanten-Film gedreht +++ 200 verhungerte Rentiere in Spitzbergen +++ Eiweiß könnte bei der Entwicklung einer Parkinson-Therapie helfen +++ In Flugzeugen gibt es kaum Arznei für Kinder +++ Neue Wege einzuschlagen, zahlt sich in unsicheren Zeiten aus

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

An der Internationalen Raumstation herrscht Hochbetrieb

Derzeit sind nämlich fünf Raumschiffe an der ISS angedockt. Es handelt sich um einen amerikanischen Cygnus-Frachter, ein Progress-Versorgungsschiff aus russischer Herstellung, zwei Sojus-Transportkapseln für Astronauten und schließlich einen Dragon-Raumfrachter, der dieses Wochenende ankam.

Das unbemannte Versorgungsschiff amerikanischer Produktion hatte Verpflegung für die Astronauten und 250 wissenschaftliche Experiment an Bord. Eines davon soll zum Beispiel klären, ob man mit 3D-Druckern biologisches Gewebe in der Schwerelosigkeit herstellen kann. Laut Angaben des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt können aktuell bis zu 14 Raumfrachter und Kapseln an der ISS andocken.

Quelle: dpa | Mitteilung der NASA | Tweet des DLR


Deutsche und dänische Physiker haben eine Art Quanten-Film gedreht

Der Film zeigt, wie sich ein stabförmiges Molekül aus drei Atomen dreht. Die Forscher versetzen das Molekül mit zwei Laserstrahlen in Rotation und tasteten es mit einem weiteren Laser im Billionstel-Sekunden-Takt ab.Da dieser dritte Laser das Studienobjekt aber zerstörte, wie es in einer Pressemitteilung heißt, mussten sie das Experiment immer wieder neu starten und dabei einzelne Bilder aufnehmen.

So kamen am Ende 651 Einzelaufnahmen zustande, die eineinhalb Umdrehungen des Moleküls entsprechen. Weil es sich um ein Quantenobjekt handelt, zeigt der Film nicht die tatsächliche Position des Moleküls zu jedem Zeitpunkt, sondern nur eine Wahrscheinlichkeitsverteilung, wo es sich befinden könnte. Die Arbeit, die im Magazin Nature Communications erschienen ist, zeigt eine neue Möglichkeit auf, molekulare Prozesse zu veranschaulichen. 

Quelle: Nature Communications


In Spitzbergen haben Forscher 200 verhungerte Rentiere gezählt

Das sei eine ungewöhnlich hohe Zahl, wie die Wissenschaftler des Norwegischen Polarinstituts heute der Nachrichtenagentur AFP gesagt haben. Die Tiere seien im vergangenen Winter verhungert. Durch den Klimawandel habe es auf der Inselgruppe im Nordpolarmeer mehr als üblich geregnet. Dadurch wiederum hätten sich Eisschichten auf dem Boden gebildet, die es den Tieren erschwerten, an Nahrung zu gelangen.

Aber auch die schiere Anzahl an Rentieren könnte die vielen verhungerten Exemplare erklären. Laut dem Polarinstitut hat sich die Population seit den 1980er Jahren verdoppelt.

Quelle: afp


Ein kleines Eiweiß könnte bei der Entwicklung einer Parkinson-Therapie helfen

Es handelt sich um das Eiweiß Alpha-Synuclein. Forschern ist es aus den Gehirnen von Parkinson-Patienten bekannt, wo es sich in Form sogenannter Lewy-Körperchen ablagert.

Neurologen aus den USA haben jetzt aber festgestellt, dass das Protein eine durchaus positive Wirkung auf Parkinson-Patienten haben könnte. Es ist nämlich in der Lage, kaputte DNA-Stränge in Nervenzellen zu reparieren. Das haben die Forscher in Tierversuchen und in Experimenten mit menschlichem Hirngewebe festgestellt, wie sie in den Scientific Reports schrieben.

Sie vermuten, dass das Protein diese wichtige Reparaturfunktion einbüßt, wenn es sich zu den Lewy-Körperchen zusammenklumpt. Diese Funktion wiederherzustellen, könnte ein Ansatz für eine Parkinson-Therapie sein.  

Quelle: Scientific Reports


In den Bord-Apotheken von Flugzeugen gibt es kaum Arznei für Kinder

Auf diesen Mangel machen US-Forscher in den Annals of Emergency Medicine aufmerksam. Sie haben Daten von über 75 000 medizinischen Vorfällen auf Flügen ausgewertet. In rund 16 Prozent der Fälle waren Kinder unter 19 Jahren betroffen. Es handele sich also nicht um seltene Zwischenfälle, heißt es von Hauptautor der Studie. Dennoch seien die Erste-Hilfe Sets an Bord der Maschinen nicht für Kinder ausgelegt.

So seien etwa Kleinkinder nicht in der Lage, die Tabletten für Erwachsene zu schlucken. Außerdem würden sie deren Dosierung nicht vertragen. Die Forscher empfehlen, dass Fluggesellschaften sich der häufigsten Krankheiten bewusst werden und darauf vorbereiten. Sie schlagen auch vor, an Bord Informationen mitzuführen, die die benötigten Medikamentenmengen in Abhängigkeit vom Gewicht der Kinder  angeben.

Bei den häufigsten medizinischen Vorfällen in der Studie ging es um Übelkeit und Erbrechen. Danach kam Fieber und Schüttelfrost, gefolgt von allergischen Reaktionen.

Quelle: dpa | Annals of Emergency Medicine


Neue Wege einzuschlagen, zahlt sich in unsicheren Zeiten aus

Das gilt zumindest, wenn man der Kapitän eines Fischereischiffs ist. An diesem maritimen Beispiel haben Wissenschaftler aus den USA nämlich die ganz grundsätzliche Frage erörtert, ob es besser ist, auf Altbewährtes zu setzen oder etwas Neues auszuprobieren. Sie werteten dazu Daten von 2500 Fischereifahrten im Golf von Mexiko aus. Manche der untersuchten Boote erkundeten immer wieder neue Gegenden, andere taten das nicht.  In normalen Zeiten waren beide Strategien ähnlich erfolgreich.

Das Blatt wendete sich jedoch, als im Jahr 2009 ein Teil der Fischgründe im Golf von Mexiko geschlossen wurde. Wirtschaftlich ging es plötzlich den Booten besser, die vorher immer wieder auf unbekannte Wege gesetzt hatten, notieren die Forscher im Magazin Nature Communications. Neue Optionen zu erproben kann also eine Art Absicherung für eine Zukunft sein, in der die bisher etablierten Möglichkeiten nicht mehr gegeben sind – so interpretiert einer der Autoren das Ergebnis der Studie.

Quelle: Nature Communications

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