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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 15.08.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Zum ersten Mal hat eine Riesenzecke in Deutschland Fleckfieber auf einen Menschen übertragen +++ Zu große wirtschaftliche Ungleichheit senkt die Bereitschaft, staatliche Aufgaben mitzufinanzieren +++ Astronomen erklären, warum der Jupiter keinen klar abgegrenzten Kern hat +++ Neandertaler verbrachten viel Zeit in kaltem Wasser +++ Laternenträger-Fische nutzen ihr Blitzlicht, um auch nachts in Schwärmen zu schwimmen

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Zum ersten Mal hat eine Riesenzecke in Deutschland Fleckfieber auf einen Menschen übertragen

In der Hyalomma-Zecke, die den Mann aus Nordrhein-Westfalen gebissen hatte, haben Wissenschaftler der Universität Hohenheim die Erreger des Zecken-Fleckfiebers nachgewiesen. Ein Direktnachweis bei dem Mann selbst konnte nicht durchgeführt werden. Er wurde erfolgreich mit Antibiotika behandelt. Fleckfieber führt beim Menschen zu Hautausschlag, Fieber, sowie Kopf-, Muskel, und Gelenkschmerzen.

Die Hyalomma-Zecke lebt eigentlich in tropischen Regionen, wird aber immer wieder durch Zugvögel auch nach Mitteleuropa eingeschleppt. Funde im Juni dieses Jahres deuten darauf hin, dass sie im vergangenen Winter erstmals in Deutschland überwintern konnte, sich also dauerhaft ansiedeln könnte.

Von den heimischen Zeckenarten ist die Hyalomma-Zecke gut zu unterscheiden. Sie ist deutlich größer und hat auffällig gestreifte Beine.

Quelle: dpa


Zu große wirtschaftliche Ungleichheit senkt die Bereitschaft, staatliche Aufgaben mitzufinanzieren

Und zwar sowohl bei Menschen mit sehr hohem, als auch mit sehr niedrigem Einkommen. Ein bestimmtes Maß an Ungleichheit ist dagegen sogar förderlich, um beide Seiten zur Kooperation zu bewegen. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden. In der Fachzeitschrift Nature beschreiben die Wissenschaftler ihr Modell.

Um die finanzielle Kooperationsbereitschaft zu erhalten, darf die Einkommens-Ungleichheit zwischen zwei Personen demnach eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Bis zu dieser Grenze findet noch genug Austausch zwischen den beiden Personen statt, der die Zusammenarbeit fördert. Oberhalb der Grenze verschwinden die Berührungspunkte und damit auch die Bereitschaft, finanziell für die Gemeinschaft einzustehen, berichten die Forscher.

Quelle: Nature


Astronomen erklären, warum der Jupiter keinen abgegrenzten Kern hat

Daten, die die Raumsonde Juno gesammelt hat, weisen darauf hin, dass es im Inneren des gasförmigen Planeten zwar mehr schwere Elemente gibt als in den äußeren Bereichen. Eine echte Grenze zwischen Kern und Hülle hat der Jupiter aber wohl nicht. Im Fachjournal Nature stellen chinesische Planetenforscher ein Modell vor, das diese Besonderheit erklären könnte. Die Idee: In der Frühzeit des Sonnensystems könnte der Jupiter mit einem großen Planetenvorläufer zusammengestoßen sein. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Kern zertrümmert und seine Bestandteile verteilten sich bis in die Planetenhülle.

Um eine solche Wucht zu entfalten, muss das auftreffende Objekt etwa die zehnfache Masse der Erde besessen haben.

Quelle: Nature


Neandertaler verbrachten viel Zeit in kaltem Wasser

Das zeigen Knochenwucherungen im Gehörgang von Neandertaler-Schädeln, wie Anthropologen der Washington University im Fachjournal PLOS ONE berichten. Die Wucherungen werden auch als Exostosen oder Surfer‘s ear bezeichnet und treten auf, wenn sich jemand häufig im kalten Wasser oder kühler Luft aufhält. Das Wasser dringt in den Gehörgang ein und regt das angrenzende Knochengewebe zum Wachsen an.

Die Wissenschaftler vermuten, dass sich die Neandertaler häufig im Wasser bewegten, um nach Nahrung oder anderen Rohstoffen zu suchen.

Bei früheren Vertretern des Homo sapiens kamen Exostosen dagegen deutlich seltener vor. Ihre Verhaltensweisen könnten sich also stark von denen der Neandertaler unterschieden haben, schlussfolgern die Forscher.

Quelle: PLOS ONE


Laternenträger-Fische nutzen ihr Blitzlicht, um auch nachts in Schwärmen zu schwimmen

Das berichten US-amerikanische Fischkundler im Fachmagazin PLOS ONE. Um auch im Dunkeln ihre Bewegungen abstimmen zu können, müssen lediglich fünf Prozent der Tiere in einem Schwarm immer wieder kurz aufleuchten, und den anderen so ihre Position mitteilen. Da das Leuchten auch Fressfeinden verrät, wo sich die Fische aufhalten, wäre es gefährlich, dauerhaft sichtbar zu sein, vermuten die Forscher.

Laternenträger-Fische besitzen spezielle Organe unter den Augen, in denen leuchtende Bakterien leben. Durch Bewegungen des Augenlieds können die Tiere das Organ abdecken und damit das Leuchten ausschalten.

Bisher ging man davon aus, dass Fischschwärme sich bei Dunkelheit auflösen, oder gar nicht erst bilden, wie etwa in der Tiefsee. Da dort viele Fische leben, die ebenfalls leuchten können, müsse auch diese Annahme überprüft werden, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle: PLOS ONE

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