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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft22.08.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Forscher vergleichen die Gehirne von Menschen und Mäusen im Detail +++ Mehr Abgase können zu mehr Augenerkrankungen führen +++ Lithium-Fragmente machen Lithium-Batterien kurzlebig +++ Zunehmende Dürre gefährdet die Energieversorgung und den Nahrungsmittelanbau +++ Wissenschaftler untersuchen, wie sich Hass in sozialen Netzwerken verbreitet +++ Manta-Rochen bilden Freundschaften

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Forscher vergleichen Menschen- und Mäuse-Gehirne im Detail

Ziel der Studie ist es, besser zu verstehen, wie gut sich Ergebnisse aus der Hirnforschung an Mäusen auf den Menschen übertragen lassen. Neuro-Biologen aus den USA haben dafür alle Zelltypen in einem Teil des Schädellappens klassifiziert und verglichen. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass es zwar für die meisten der 75 menschlichen Zelltypen einen ähnlichen Zelltyp bei den Mäusen gibt. Die Aktivität von wichtigen Genen in diesen Zellen unterscheidet sich aber häufig. Zum Beispiel bei Neuronen, die durch den Botenstoff Serotonin angesprochen werden, der unter anderem bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle spielt. Dieser Unterschied könnte erklären, warum Studien an Mäusen für die Erforschung von psychischen Erkrankungen häufig nicht den erhofften Erfolg für den Menschen hatten. Ihre Studie stellen die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature" vor.

Quelle: Nature


Mehr Abgase können zu mehr Augenerkrankungen führen

Das geht aus einer Studie von Medizinern aus Taiwan hervor, die im British "Medical Journal" erschienen ist. Die Forscher wollten herausfinden, ob eine stärkere Luftverschmutzung durch Stickoxide und Kohlenmonoxid einen Einfluss auf das Auftreten von Makuladegenrationen haben kann. Einer Augenkrankheit, bei der mit dem Alter die Sehschärfe nachlässt.

Das Ergebnis: In Gegenden mit hoher Belastung durch Abgase trat die Augenerkrankung fast doppelt so häufig auf wie in Gegenden mit niedrigen Abgaswerten. Ob die Luftverschmutzung tatsächlich die Ursache für die erhöhte Krankheitsrate ist, wollen die Wissenschaftler als nächstes untersuchen.

Für die Studie wurden Gesundheitsdaten von fast 40.000 Menschen aus einem Zeitraum von 12 Jahren ausgewertet und mit den Abgaswerten aus dieser Zeit abgeglichen.

Quelle: British Medical Journal


Lithium-Fragmente machen Lithium-Batterien kurzlebig

Lithium-Metall-Batterien haben eine bis zu zehn Mal höhere Energiedichte als Lithium-Ionen-Akkus und sind dadurch bessere Stromspeicher. Aber sie sind aktuell nicht wieder aufladbar. Bisher ging man davon aus, dass Lithium-Ablagerungen, die sich an der Anode bilden, die Ursache für den schnellen Kapazitätsverlust sind. Doch Materialforscher aus Kalifornien haben jetzt herausgefunden, dass nicht die Ablagerungen das Problem sind, sondern Lithium-Stücke, die davon abbrechen. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature". Denn die Fragmente reichern sich im Elektrolyt an und können dort nicht mehr am elektrochemischen Kreislauf teilnehmen.

Auch eine mögliche Lösung dieses Problems stellen die Wissenschaftler in ihrer Studie vor: Eine optimierte Elektrolytlösung sorgt dafür, dass sich das Lithium in Form von stabilen Säulen an der Anode ablagert. Diese brechen weniger leicht ab und erhalten so die Ladekapazität der Batterie.

Quelle: Nature


Klimawandel gefährdet Energie- und Nahrunsgmittelversorgung

Das geht aus dem Dürre-Report des WWF hervor, den die Umweltstiftung heute in Berlin vorgestellt hat. Der Wassermangel könnte auf Dauer den Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Kartoffeln, Weizen und Mais gefährden. Schon heute werde weltweit über ein Fünftel dieser Nahrungsmittel in Regionen produziert, die ein hohes bis sehr hohes Dürrerisiko haben.

Weil durch die Erderwärmung Wetterextreme wie Dürren wahrscheinlicher werden, sei außerdem die vom Wasser abhängige Energieversorgung bedroht. Zu wenig oder zu warmes Kühlwasser für Kraftwerke kann zu deren Abschaltung führen. In Deutschland sind davon vor allem Kraftwerke in Brandenburg betroffen.

Quelle: WWF


Wie sich Hass-Inhalte in sozialen Netzwerken verbreiten

Für ihre Studie analysierten US-amerikanische Forscher zunächst rassistische und rechtsextreme Gruppen auf Facebook sowie dem mehrsprachigen Netzwerk VKontakte. Von einem dieser sogenannten Hass-Cluster ausgehend, folgten sie dann Verbindungen zu weiteren Hass-Clustern und konnten schließlich eine Karte der Verknüpfungen erstellen. Diese Karte stellen sie in der Fachzeitschrift "Nature" vor.

Auffällig sei, dass das Netzwerk über Sprachgrenzen, Länder und kulturelle Hintergründe hinwegreicht, schreiben die Wissenschaftler. Weil es außerdem Verbindungen zwischen verschiedenen Plattformen gibt, seien Verbote einzelner Gruppen kein effektives Mittel, um die Hass-Inhalte dauerhaft aus den sozialen Plattformen zu entfernen. Stattdessen wäre eine enge Kooperation der verschiedenen Plattformen nötig, um ein einfaches Ausweichen zu verhindern.

Quelle: Nature


Mantarochen bilden Freundschaften

Das haben australische Forschenden beobachtet. Wie sie im Fachmagazin "Behavioral Ecology and Sociobiology" berichten, bilden Mantarochen lose Gruppen, die sich über Wochen oder Monate an bestimmten Orten treffen. Zwischendurch schwimmen die Tiere alleine weiter, kehren aber immer wieder zur jeweiligen Gruppe zurück.

Für die Studie verfolgten die Wissenschaftler fünf Jahre lang 500 Gruppen von Riffmantas, die im Ozean vor Indonesien leben. Anhand der individuellen Körpermuster konnten sie die Tiere unterscheiden und ihr Sozialverhalten untersuchen. Treffpunkte der Gruppen waren Orte, an denen die Tiere besonders viel Nahrung finden oder an denen sie Hautpflege betreiben können. Dabei hielten sich Gruppen aus männlichen Tieren länger an den Futterplätzen auf, während Gruppen mit Rochen-Weibchen länger an den Putz-Stationen blieben.

Quelle: Behavioral Ecology and Sociobiology

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