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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft23.08.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Hoffnung für das Nördliche Breitmaulnashorn +++ Stoppschild für Krebszellen +++ Kleine und große Gehirne unter Extrembedingungen +++ Außerirdische Landwirtschaft könnte sich lohnen +++ Übung macht vielleicht doch nicht den Meister +++ Nicht erkannter Zika-Ausbruch

Von Piotr Heller

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Das Nördliche Breitmaulnashorn "Wir haben noch Gefriersperma von vier Tieren"

Die Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns ist ein bisschen wahrscheinlicher geworden

Es leben nur noch zwei Exemplare dieser Nashorn-Unterart. Dabei handelt es sich um zwei Weibchen in einem Reservat in Kenia. Auf natürliche Weise können sich diese Tiere somit nicht mehr fortpflanzen. Deshalb hoffen Forscher, die Art mittels künstlicher Befruchtung zu erhalten.

Heute hat das Team einen ersten Zwischen-Erfolg vermeldet: Es ist ihnen gelungen, den Weibchen insgesamt zehn Eizellen zu entnehmen. Das sei das "Resultat jahrelanger Forschung, Entwicklung und Übung", heißt es von den Wissenschaftlern. Als Nächstes wollen sie die Eizellen mit eingefrorenen Spermien eines verstorbenen männlichen Nördlichen Breitmaulnashorns befruchten.

Quelle: dpa


Schweizer Biologen haben eine Art Stoppschild für Krebszellen entwickelt

Metastasen sind eine der größten Gefahren für Krebspatienten. Sie entstehen, wenn Krebszellen den Tumor verlassen und sich an anderer Stelle ansiedeln. Die Zellen nutzen dabei oft einen natürlichen Transportmechanismus des Körpers aus.

Dieser Mechanismus basiert auf einem Eiweiß auf der Oberfläche von Zellen. Botenstoffe hängen sich an dieses Eiweiß dran, wodurch die Zelle weiß, in welche Richtung sie sich durch den Körper bewegen soll.

Den Schweizer Forschern ist es nun mit einer speziellen Röntgentechnik erstmals gelungen, die genaue Struktur dieses Eiweißes zu entschlüsseln. Sie haben auch einen Stoff gefunden, der dieses Eiweiß blockiert, wie sie im Magazin Cell schreiben. Auf lange Sicht wäre es denkbar, daraus eine Art molekulares Stoppschild zu entwickeln, das dafür sorgt, dass Krebszellen nicht mehr durch den Körper wandern können.

Quelle: Cell


Unter Extrembedingungen lohnt sich ein extrem großes Gehirn - oder ein extrem kleines

Diese Dualität in der Evolutionsstrategie haben US-Biologen bei Vögeln beobachtet, die in nördlichen Breiten leben, also in Gegenden, in denen es extreme Wetterunterschiede geben kann.

Die dort beheimateten Arten haben zum Teil große Gehirne im Vergleich zu ihrem Köper. Ein solches Gehirn braucht zwar viel Energie, hilft den Tieren aber, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Andere Arten haben hingegen extrem kleine Gehirne. Dazwischen gibt es kaum etwas. Der Vorteil des kleinen Hirns ist, so die Forscher im Magazin Nature Communications, dass die Vögel genug Energie sparen, um vergleichsweise leistungsfähige Verdauungsorgane zu entwickeln. Dank denen können sie sich von schwer Verdaulichem ernähren und somit auch harte Zeiten überstehen.

Quelle: Nature Communications


Außerirdische Landwirtschaft könnte sich lohnen

Deutsche Forscher haben heute ein Konzept für ein Gewächshaus im Weltraum vorgestellt. Es könnte mit einer kommerziellen Falcon-9-Rakete ins All gebracht werden, sich dort entfalten und rund 90 Kilogramm Gemüse und Obst im Monat liefern. Für Dünger würde ein Filtersystem sorgen, das Bioabfälle und Urin von Astronauten verarbeitet.

Die Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und des Alfred-Wegner-Instituts für Polarforschung stützen sich auf Erfahrungen aus einem Experiment am Südpol. Dort hatten sie ein Jahr lang ein hermetisch abgeriegeltes Gewächshaus betrieben, in dem sie Pflanzen ohne Erde und bei Kunstlicht gedeihen ließen.

Quelle: dpa | afpd


Übung macht vielleicht doch nicht den Meister

Das wollen US-Forscher herausgefunden haben. Sie befragten dazu herausragende, gute und weniger vollkommene Geiger nach deren Übungsgewohnheiten. Das Ergebnis: Die herausragenden und die guten Geiger hatten bis zu ihrem 20. Lebensjahr in etwa gleich viel geübt – nämlich knapp 12 000 Stunden. Es ist also nicht das Übungspensum alleine, das hier den Unterschied macht, sondern auch die Art der Übung und die Veranlagung der Musiker, notieren die Forscher im Magazin Royal Society Open Science.

Sie wiedersprechen damit einer ähnlichen Studie, die Ende der 90er für Aufsehen gesorgt hatte. Damals waren andere Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass Unterschiede in den musikalischen Fähigkeiten vor allem auf die Anzahl der Übungsstunden zurückzuführen seien und nicht, wie landläufig vermutet, auf Talent.

Quelle: Royal Society Open Science


Eine Datenanalyse hat einen nicht erkannten Zika-Ausbruch offenbart

Medizinexperten aus mehreren Ländern haben drei Datensätze analysiert: Es handelte sich um das Viren-Erbgut von Reisenden, die sich mit Zika infiziert hatten, um deren genaue Reiserouten und um Modellrechnungen zur Verbreitung von Stechmücken. Aus diesen Informationen konnten sie rekonstruieren, dass es im Jahr 2017 einen bisher nicht gemeldeten Zika-Ausbruch auf Kuba gegeben haben muss. Das schreiben die Forscher im Fachblatt Cell.

Quelle: Cell

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