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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft04.09.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Zum ersten Mal wurde die Hornhaut eines Menschen mit Stammzellen repariert +++ Die Streifenruderschlange kann durch die Kopfhaut atmen +++ Frauen können ihre Denkleistung länger aufrechterhalten, als Männer +++ Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind, haben mehr Gesundheitsprobleme +++ Der Klimawandel senkt den Profit der europäischen Landwirte +++ Der Masern-Ausbruch in New York ist zu Ende

Von Sophia Wagner

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Zum ersten Mal wurde die Hornhaut eines Menschen mit Stammzellen repariert

Die Patientin, eine Japanerin in den 40ern, litt unter einer speziellen Augenkrankheit. Dabei versagt der natürliche Regenerationsmechanismus der Hornhaut. Das führt dazu, dass die Sicht der Betroffen immer trüber wird. Statt wie üblich die Hornhaut eines Toten zu transplantieren, wurde die Frau mit induzierten pluripotenten Stammzellen behandelt. Diese wurden direkt auf die Hornhaut gesetzt, um dort den Regenerationsmechanismus wieder in Gang zu bringen. Wie der ausführende Arzt dem Fachmagazin Nature mitteilte, hat die Operation bereits vor einem Monat stattgefunden. Die Sehfähigkeit der Frau habe sich bereits verbessert. Das Verfahren befindet sich noch in der Testphase und soll vorläufig nur bei drei weiteren Patienten zur Anwendung kommen. Induzierte pluripotente Stammzellen sind Hautzellen, die umprogrammiert werden. Genau wie embryonale Stammzellen sind sie danach in der Lage, sich zu vielen verschiedenen Gewebetypen zu entwickeln. 

Quelle: Nature


Die Streifenruderschlange kann durch die Kopfhaut atmen

Die Streifenruderschlange gehört zu den Seeschlangen und lebt entlang der Küsten des Pazifiks und des indischen Ozeans. Trotz ihres aquatischen Lebensstils hat die Schlange Lungen und atmet Luft. Aber nicht ausschließlich. Wie kanadische Forschende im Fachmagazin Royal Society Open Science berichten, kann die Streifenruderschlange unter Wasser durch die Kopfhaut atmen. Über ein Netz aus Adern, die direkt unter der Haut liegen, kann die Schlange Sauerstoff aus dem Wasser ins Blut aufnehmen. So bleibt die Sauerstoffversorgung des Gehirns auch bei langen Tauchgängen gewährleistet. Dass Seeschlangen über die Haut atmen können ist bekannt. Das spezielle Ader-System zur Versorgung des Gehirns wurde jetzt aber zum ersten Mal beschrieben.

Quelle: Royal Society Open Science


Frauen können ihre Denkleistung länger aufrechterhalten, als Männer

In Prüfungen schneiden Frauen in wissenschaftlichen und mathematischen Fächern im Schnitt schlechter ab als Männer. Diese Lücke verkleinert sich jedoch, wenn Prüfungen länger dauern. Das berichten Wissenschaftler in der Zeitschrift Nature Communications. Sie haben die Daten der PISA-Studie aus den Jahren 2009, 2012 und 2015 analysiert. Dabei stellten sie fest, dass die Lücke zwischen männlicher und weiblicher Leistung ab einer Prüfungsdauer von zwei Stunden deutlich abnimmt und sich teilweise sogar umkehrt. Die Ergebnisse wurden in einem zweiten Testsetting bestätigt. Die Wissenschaftler folgern, dass Frauen ihre Denkleistung länger aufrechterhalten können als Männer. Um die Diversität im Wissenschaftsbereich zu fördern, sei es deshalb sinnvoll, das Design der Aufnahmetests für bestimmte Studiengänge anzupassen.

Quelle: Nature Communications


Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind, haben mehr Gesundheitsprobleme

Das zeigt zumindest eine Auswertung der Techniker Krankenkasse. Darin wurden die Behandlungsdaten von knapp 39.000 Kindern für acht Jahre ab der Geburt untersucht. Rund ein Drittel dieser Kinder kam per Kaiserschnitt zur Welt. Sie hatten im Vergleich zu natürlich geborenen Kindern ein fast elf Prozent erhöhtes Risiko für Verhaltensstörungen. Auch die Risiken für chronische Bronchitis, Allergien und Magen-Darm Probleme waren erhöht. Ob tatsächlich der Kaiserschnitt die Ursache für die Gesundheitsbeschwerden ist, wird aus der Korrelation allerdings nicht klar. Neben der Art der Geburt können viele andere Faktoren die Gesundheit der Kinder beeinflusst haben. Zum Beispiel der Gesundheitsstatus der Mutter, die Ernährung und ob gestillt wurde oder nicht. Die Zahl der Kaiserschnitte hat sich in Deutschland seit 1994 fast verdoppelt. Sie ist mit 32 Prozent aller Geburten doppelt so hoch wie in den Niederlanden und liegt auch über dem europäischen Schnitt von 25 Prozent.

Quelle: dpa


Der Klimawandel senkt den Profit der europäischen Landwirte

Bis zu 16 Prozent niedriger werden die finanziellen Erträge der europäischen Bauern im Jahr 2050 durchschnittlich ausfallen. Das zeigt ein Bericht der europäischen Umweltagentur. Längere Wachstumsperioden oder der Zugewinn wärmeliebender Pflanzenarten können die negativen Effekte des Klimawandels demnach nicht ausgleichen.

Vor allem Südeuropa werde unter zunehmenden Dürren leiden. Die Hauptbedrohung für Nordeuropa sei dagegen die Zunahme von Extremwetter und Überflutungen. Dies werde zu geringeren Ernten und höheren Produktionskosten führen. Um die Einbußen möglichst gering zu halten, sollen sich Landwirte schon heute mit möglichen Anpassungen auseinandersetzten. Dazugehören zum Beispiel effiziente Bewässerungssysteme, die Anpassung der Pflanzzeiten und die gezielte Züchtung widerstandsfähiger Arten.

Quelle: EEA


Der Masern-Ausbruch in New York ist zu Ende

Laut des New Yorker Health Departements gibt es seit Mitte Juli keine neuen Erkrankungen. Während des Ausbruchs wurden insgesamt 654 Fälle an die Behörden gemeldet. Es war der größten Anstieg an Masern-Erkrankungen in New York seit fast drei Jahrzehnten. Seit der Erklärung des Masern-Notstandes im April hat sich die Impfabdeckung deutlich verbessert. Um das zu erreichen, hat die Stadt über sechs Millionen Dollar investiert. Mehr als 500 Beamte wurden abgestellt um Impfungen durchzuführen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Drei Viertel der Erkrankten hatten keine Impfung. Die Mehrzahl der Fälle konzentrierte sich auf die jüdisch-orthodoxe Gemeinschaft im Stadtteil Brooklyn. Dort ist das Misstrauen gegenüber Impfungen besonders hoch. Um künftige Epidemien zu verhindern, hat New York die Impfpflicht für Schulkinder verstärkt. Ausnahmen aus religiösen Gründen sind nicht mehr möglich. Kinder, die nicht geimpft sind, werden von der Schule ausgeschlossen. Masern sind hochansteckend. Wer überlebt kann auch noch Jahre später an potenzielle tödlichen Hirnentzündungen erkranken.

Quelle: NYC Government

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