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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft24.09.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Katzen und Menschen haben einiges gemeinsam +++ Wissenschaftler haben eine smarte Haut entwickelt +++ Zappelphilipps gibt es auch bei Mäusen +++ Die NASA plant den Start eines Teleskops, das Asteroiden auf einem Kollisionskurs mit der Erde erkennen könnte +++ Mosasaurier waren offenbar Brustschwimmer

von Kathrin Baumhöfer

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Current Biology

Katzen und Menschen haben einiges gemeinsam

Und zwar, wenn es um ihr Bindungsverhalten geht. Wie Wissenschaftlerinnen aus den USA im Fachmagazin Current Biology schreiben, gibt es bei den Hauskatzen vier Bindungstypen, die sich klar unterscheiden lassen. Jeder dieser Typen entspricht einem Verhaltensmuster, das man aus vergleichbaren Studien von Menschen und auch von Hunden kennt. Man spricht etwa von sicherer und unsicherer Bindung.

Herausgefunden haben das die Forscherinnen durch eine Variante des sogenannten Fremde-Situation-Tests, der zunächst mit jungen Katzen im Alter von drei bis acht Monaten durchgeführt wurde. Die Tiere verbrachten erst zwei Minuten mit ihrem Besitzer oder ihrer Besitzerin in einem fremden Raum, blieben dann zwei Minuten dort allein, bevor die Bezugsperson zurückkehrte.

Aufgrund ihres Verhaltens nach der Rückkehr des Besitzers wurden die Tiere klassifiziert. Knapp 65 Prozent der Tiere suchten dessen Nähe erkundeten dann weiter den unbekannten Raum. Das wurde als sicheres Bindungsverhalten gewertet. Rund 35 Prozent der Katzen zeigten ein unsicheres Bindungsverhalten.

Das Verhältnis der Bindungstypen blieb auch nach einem sechswöchigen Verhaltenstraining und bei erwachsenen Katzen stabil.

Die Autoren folgern, dass Katzen – wie auch Hunde – sich über Artgrenzen hinweg binden können. Eine Bindung an den Menschen könnte ein wesentlicher Faktor bei der Erschließung menschennaher Lebensräume sein.

Quelle: Current Biology


Wissenschaftler haben eine smarte Haut entwickelt

"Smart" heißt in diesem Fall: Sie lässt sich gezielt bewegen und kann jede erdenkliche Form annehmen. Abgeschaut sich die Forscher das Prinzip von Kopffüßern wie dem Tintenfisch. Die Tiere können ihre Haut flexibel verändern und manchmal sogar verfärben – etwa, wenn sie sich tarnen wollen. Dabei sind einzelne Hautzellen direkt mit Muskeln und Nerven verbunden.

Die Materialwissenschaftler haben dieses Prinzip nachempfunden: mit künstlichen Muskeln aus Polymerfasern, die mit einem Metalldraht umwickelt sind und ein bisschen aussehen wie Sprungfedern im Miniaturformat. Diese künstlichen Muskeln lassen sich durch kleine elektrische Impulse steuern. Eingebettet wird das Ganze in ein weiches, dehnfähiges Material.

Die Wissenschaftler schreiben im Fachmagazin Advanced Materials Technologies, dass sie sich vorstellen können, ihre Erfindung langfristig für 3D-Displays einzusetzen oder in der Roboterchirurgie.

Quelle: Advanced Materials Technologies


Zappelphilipps gibt es auch bei Mäusen

Von Menschen kennt man das, wenn sie nachdenken: Die einen trommeln mit den Fingern, die andern kippeln mit dem Stuhl, wieder andere klicken die Kugelschreibermine rein- und raus. Mäuse tun ganz ähnliche Dinge, wenn sie Entscheidungen treffen: Sie bewegen die Hinterbeine, verziehen die Schnauze oder zittern mit den Tasthaaren.

Wie Kognitionsforscher aus den USA im Fachmagazin Nature Neuroscience schreiben, hängen diese Verhaltensweisen mit der Entscheidungsfindung zusammen. In den Gehirnen von Mäusen war jeweils eine viel größere Region aktiv als für die konkrete Aufgabe notwendig gewesen wäre.

Die Wissenschaftler wissen noch nicht, ob und wenn ja, welche Funktion das Zappeln hat. Sie können sich aber vorstellen, dass die Bewegungen möglicherweise dabei helfen, Entscheidungen zu treffen.

Dies hätte möglicherweise Bedeutung bei der Erforschung von ADHS.

Quelle: Nature Neuroscience


NASA plant den Start eines Teleskops, das Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde erkennen könnte

Geplant ist laut einer Meldung des Fachmagazins Science ein Launch bis Mitte des kommenden Jahrzehnts. Die Pläne gehen zurück auf eine Vorgabe des US-Kongresses, die verlangt, 90 Prozent aller Asteroiden und Kometen mit einem Durchmesser von mindestens 140 Metern zu erkennen, die der Erde gefährlich werden könnten. Die geschätzten Kosten der Mission liegen zwischen umgerechnet rund 450 und 550 Millionen Euro.

Das Teleskop soll mit Infrarot-Licht arbeiten, weil es so auch dunkle Asteroiden erkennt. Zur Zeit arbeiten Astronomen aus Maryland an einem System, das prüfen soll, ob es möglich ist, den Weg eines Asteroiden abzulenken.

Dass Asteroiden der Erde nahe kommen, ist gar nicht so selten – zuletzt war das im Juli der Fall. Nur wenige kommen uns allerdings so nahe, dass sie einschlagen könnten.

Quelle: Science


Mosasaurier waren offenbar Brustschwimmer

Das schließen Archäologen aus der Analyse von Fossilien und Daten dieser Meeres-Echsen aus früheren Studien. Bekannt war, dass Mosasaurier einen sehr kräftigen Schwanz besaßen, mit dem sie sich unter Wasser fortbewegten. Ein im Verhältnis zum übrigen Skelett sehr großer Schultergürtel mit Ansätzen für kräftige Muskeln deuten nach Ansicht der Forscher aber darauf hin, dass die Echsen auch in der Lage waren, mit stoßartigen Bewegungen vorwärts zu kommen. Dafür spricht auch, dass die Knochen so angeordnet waren, dass sie eine kraftvolle Bewegung der Vordergliedmaßen zum Körper hin ermöglichten.

Dieser Schwimmstil sei ein Alleinstellungsmerkmal der Mosasaurier unter den Vierfüßern oder -flossern, so die Forscher. Sie stellen ihre Studie heute auf einer Fachkonferenz in Los Angeles vor.

Mosasaurier lebten in der Kreidezeit bis vor etwa 66 Millionen Jahren. Mit ihren bis zu 17 Metern Länge sahen sie aus wie riesige Echsen. Sie besaßen außerdem einen langgezogenen Schädel und spitze Zähne, mit denen sie ihre Beute – hauptsächlich größere Fische – jagten.

Quelle: The Geological Society of America

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