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Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Keine regionale Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen +++ Neuartige Katode soll Aluminium-Akkus zur Marktreife verhelfen +++ Atombomben untersuchen ohne ihre Geheimnisse zu lüften +++ Nature hat einen Artikel zurückgezogen +++ In einem lebensfeindlichen See tummeln sich Fadenwürmer

Von Piotr Heller

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Das Gesundheitsministerium in NRW sieht keine regionale Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen

Das Ministerium hat in allen Geburtskliniken des Landes nach Fehlbildungen in den letzten drei Jahren gefragt. Anlass waren drei Fälle, die denen in diesem Spätsommer Kinder in einem Gelsenkirchner Krankenhaus mit fehlgebildeten Händen zur Welt gekommen waren.

Trends und regionale Häufungen seien in den Daten nicht erkennbar, heißt es nun vom Ministerium. Für die Jahre 2017 bis 2019 lagen die Fallzahlen bei insgesamt jeweils unter 80. Auf die Anzahl der Geburten bezogen kam etwa 2017 eines von 2260 Kindern mit einer Handfehlbildung zur Welt.

Quelle: dpa


Eine neuartige Katode soll Aluminium-Akkus zur Marktreife verhelfen

Seit langem suchen Forscher nach Alternativen zu Lithium-Ionen-Akkus, die heute zwar weit verbreitet sind, jedoch vergleichsweise seltene Rohstoffe benötigen. Eine Möglichkeit wären Akkus mit einem Minuspol aus Aluminium, doch die hatten bisher eine entscheidende Schwäche: Der Pluspol dieser Akkus, also die Kathode, bestand aus Graphit, was eine geringe Energiedichte zur Folge hat. Anders ausgedrückt: Die Akkus können nur vergleichsweise wenig Strom speichern.

Forscher aus Slowenien, Frankreich und Schweden melden im Magazin Energy Storage Materials nun, dieses Problem überwunden zu haben. Ihre Kathode besteht aus organischen Molekülen, die wiederum zu einer Nano-Struktur zusammengefügt sind. Damit konnten die Wissenschaflter das Graphit ersetzen und die Energiedichte bisheriger Alu-Akkus verdoppeln.

Quelle: Energy Storage Materials


Forscher testen eine Methode, um Atombomben zu untersuchen ohne ihre Geheimnisse zu lüften

Ein Problem bei Abrüstungsabkommen ist, dass deren Umsetzung nur schwer zu überprüfen ist. Denn in Nuklearwaffen stecken viele Geheimisse und daher wollen Atommächte unabhängige Beobachter nicht ins Innere ihrer Sprengköpfe schauen lassen.

US-Forscher haben nun ein Verfahren getestet, bei dem das gar nicht nötig wäre. Es durchleuchtet Sprengköpfe mit Neutronenstrahlen, die danach direkt durch einen speziellen Filter wandern. Durch diesen Filter gehen genaue Details der Konstruktion verloren, jedoch entsteht eine Art Fingerabdruck, mit dem sich der Sprengkopf als Nuklearwaffe identifizieren lässt. Damit könnten Inspektoren etwa nachvollziehen, dass sie nicht mit Attrappen in die Irre geführt werden. Nach vielen Simulationen haben die Forscher das System nun getestet, wie sie im Magazin Nature Communications schreiben.

Quelle: Nature Communications


Nature hat einen Artikel zur Erwärmung der Ozeane zurückgezogen

Die Arbeit von Forschern aus den USA, Frankreich und Deutschland war letztes Jahr im Oktober erschienen. Die Wissenschaftler hatten vorgerechnet, dass die Ozeane sich stark erwärmen und diese Erwärmung am oberen Rand bisheriger Schätzungen anzusiedeln sei.

Kurz darauf entdeckte der britische Wissenschaftler Nicholas Lewis, dass die Autoren der Studie die Unsicherheiten ihrer Ergebnisse unterschätzt hatten. Jetzt hat Nature die Autoren gebeten, den Artikel zurückzuziehen. Dem sind sie nachgekommen.

Sie schreiben, dass verschiedene Korrekturen an der Analyse die Unsicherheiten ihrer Ergebnisse vervierfacht hätten. Die Schlussfolgerung  zur starken Erwärmung der Ozeane war somit im ursprünglichen Maße nicht mehr haltbar. 

Quelle: Nature


In einem lebensfeindlichen See in Kalifornien tummeln sich Fadenwürmer

Es handelt sich um den Mono Lake. Der See hat eine drei Mal höhere Salzkonzentration als die Ozeane und enthält zudem große Mengen giftigen Arsens. Bisher waren neben Mikroben nur zwei Arten bekannt, die dauerhaft in dem See leben: Salzkrebse und eine Fliege, die tauchen kann.

Nun haben US-Forscher gleich acht weitere Arten entdeckt. Es handelt sich allesamt um mikroskopisch kleine Fadenwürmer, wie die Wissenschaftler im Journal Current Biology darlegen. Die Tiere kommen in drei Geschlechtern vor: Männlich, weiblich und als Hermaphroditen, die sich selbst befruchten können. Eine der neuen Arten verträgt das 500-fache der für Menschen tödlichen Arsendosis.

Die Forscher wollen nun das Erbgut dieses Tieres untersuchen, um Hinweise auf den Ursprung der Arsen-Verträglichkeit zu sammeln. Das Besondere an den neu entdeckten Fadenwürmern ist, dass sie nicht nur unter den extremen hohen Salzkonzentrationen leben können, sondern auch mit deutlich moderateren Bedingungen zurechtkommen. Das haben Laborversuche der Wissenschaftler gezeigt. Tiere, die eine solche Bandbreite an Lebensbedingungen abdecken können, gelten als Seltenheit.

Quelle: Current Biology   


Japanische Forscher haben eine Strahlentherapie entwickelt, die nicht direkt auf den Tumor zielt

Es handelt sich vielmehr um einen zweistufigen Prozess, den das Team aus Medizinern und Physikern in den Scientific Reports beschreibt. Dabei wird der Tumor zunächst mit speziellen Nanopartikeln aus dem Metall Gadolinium versetzt. Dann feuert man einen Röntgenstrahl mit einer ganz bestimmten Energie auf diese Partikel. Dadurch geben die Partikel wiederum Elektronen ab, die den Tumor zerstören.

Bislang haben die Forscher ihr Konzept lediglich im Labor an Zellkulturen getestet. Dabei konnten sie aber zeigen, dass die Röntgenstrahlen an sich den Zellen nichts anhaben. Damit hat ihr Ansatz das Potential, Tumore zu zerstören und gleichzeitig das umliegende Gewebe zu schonen.

Der Ansatz sollte nicht mit der ebenfalls zweistufigen lokalen Hyperthermie verwechselt werden. Diese experimentelle Therapie sieht vor, Metallpartikel in Tumoren zu platzieren und sie mit einem Magnetfeld zu erhitzen.  

Quelle: Scientific Reports

                      

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