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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft21.10.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Künstliches Fleisch auf Gelatine-Gerüsten +++ Afrikanische Kröte gibt sich als Schlange aus +++ Ägypten hat 30 neu entdeckte Sarkophage präsentiert +++ Die Zähne des T. Rex wuchsen abwechselnd nach +++ Die Philippinen haben jetzt gut 500 Inseln mehr +++ Das Fingertier macht seinem Namen alle Ehre

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Biophysiker lassen künstliches Fleisch auf Gelatine-Gerüsten wachsen

Das Team aus den USA pumpte zunächst Gelatine durch eine sich drehende Düse. Die dadurch entstehenden Fliehkräfte formten lange, dünne Fasern aus der Gelatine. Mit diesem Prozess ließen sich auf effiziente Weise große Mengen dieser Fasern herstellen, notieren die Forscher im Fachblatt Science of Food. Diese Skalierbarkeit ist ein Vorteil gegenüber anderen Methoden zur Herstellung künstlichen Fleisches.

Als nächsten ließen die Wissenschaftler Muskelzellen von Hasen und Rindern auf den Fasern wachsen. Es entstand ein Gewebe, das von der Textur her an Fleisch erinnert.

Die Methode müsste jedoch noch weiter verfeinert werden, heißt es von den Forschern. So enthalte echtes Fleisch zum Beispiel deutlich mehr Muskelfasern als der im Labor auf dem Gelatine-Gerüst gezüchtete Fleischersatz. 

Quelle: Pressemitteilung | Science of Food


Eine afrikanische Kröte gibt sich als Schlange aus

Das vermuten Biologen aus den USA und der Demokratischen Republik Kongo. Die Kröte ist ockerfarben und hat auffällige schwarze Striche auf dem Rücken. Damit sieht ihr Körper aus wie der Kopf der Östlichen Gabunviper – einer großen Giftschlange, die in den gleichen Gefilden wie die Kröte lebt.

Die Kröte erinnert nicht nur optisch an die Viper: Sie kann zischen und damit ein ähnliches Geräusch produzieren, wie es die Schlange tut, wenn sie sich bedroht fühlt. Im Journal of Natural History kommen die Forscher daher zu dem Schluss, dass die Kröte die Schlange wahrscheinlich imitiert, um sich vor Raubtieren zu schützen.

Derartige Nachahmungen sind von anderen Arten bekannt. So imitieren etwa manche nicht-giftigen Schmetterlingsarten Flügelzeichnungen von giftigen Verwandten.

Quelle: Pressemitteilung | Journal of Natural History


Ägypten hat 30 neu entdeckte Sarkophage präsentiert

Es handelt sich um die hölzernen Säge von Männern, Frauen und Kindern. Archäologen haben sie am Westufer des Nil, nur einen Meter unterhalb der Erde gefunden.

Bereits im 19. Jahrhundert hatten Ausgrabungen an dem Ort königliche Grabstätten zutage gefördert, sagte der Chef von Ägyptens oberster Denkmalpflegebehörde. Bei den aktuellen Funden handelt es sich hingegen wohl um die Gräber von Angehörigen hoher Priester.

Die Sarkophage stammen aus der 22. Dynastie, die vor 3000 Jahren gegründet wurde. Sie sind mit Bildern von Schlangen, Vögeln und Lotus-Blüten verziert und trotz ihres Alters gut erhalten.

Quelle: afp via phys.org


Die Zähne des Tyrannosaurus Rex wuchsen abwechselnd nach

Seit einiger Zeit wissen Forscher, dass die Zähne des T. Rex mit der Zeit herausfielen und durch neue ersetzt wurden. Wie dieser Prozess genau ablief, haben zwei Wissenschaftlerinnen des Leibniz-Instituts für Evolutions- und Biodiversitätsforschung herausgefunden. Sie durchleuchteten dafür die Schädelknochen eines im Berliner Museum für Naturkunde ausgestellten Tyrannosaurus Rex.

Dabei stellten sie fest, dass im Oberkiefer jeder zweite Zahn voll ausgebildet und funktionsfähig war, währen die Zähne dazwischen sich jeweils im Zahnwechsel befanden. Die Forscherinnen haben ihre Ergebnisse im Fachblatt Historical Biology niedergeschrieben.

Quelle: Historical Biology | Pressemitteilung


Die Philippinen haben jetzt gut 500 Inseln mehr

Der Grund dafür ist eine neue Zählung, die auf Radaraufnahmen basiert. Nun kommt die nationale Behörde für Kartierung zu dem Ergebnis, dass das Land aus insgesamt 7641 Inseln besteht. Bisher ging man üblicherweise davon aus, dass die Philippinen aus lediglich 7107 Inseln bestünden. Dieser Wert fußte auf einer Zählung aus dem Jahr 1945.

Quelle: dpa


Das Fingertier macht seinem Namen alle Ehre

Denn Wissenschaftler aus den USA haben festgestellt, dass diese Primaten-Art einen bislang übersehenen, zusätzlichen Finger hat. Die Forscher bezeichnen ihn im American Journal of Physical Anthropology als "Pseudo-Daumen". Er ist sehr kurz, verfügt aber über Knochen, Knorpel und Muskeln und könnte dem Fingertier beim Klettern helfen.

Ihren Namen verdankt die Art ihren besonders langen und dünnen Fingern, mit denen die Tiere Insekten und deren Larven aus kleinen Öffnungen fischen. Die Forscher, die nun den zusätzlichen, winzigen Daumen entdeckt haben, wollten eigentlich die Sehnen im Unterarm dieser Art untersuchen. Dabei stellten sie fest, dass sich eine Sehne in zwei Teile spaltete. Ein Teil der Sehne ging wie erwartet zum Daumen. Der andere endete an dem bisher unbeachteten Knochenfortsatz. Mit Aufnahmen aus Magnetresonanztomographen konnten die Wissenschaftler schließlich auch die dazugehörigen Muskeln erkennen und stellten fest, dass es sich dabei tatsächlich um eine Art zusätzlichen Daumen handelt.

Das Fingertier ist nicht die erste Spezies, die über einen solchen Pseudo-Daumen verfügt. Auch die Hände Großer Pandas weisen einen verlängerten Handwurzelknochen auf, der als eine Art sechster Finger dient.

Quelle: Pressemitteilung | American Journal of Physical Anthropology

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