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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft28.10.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Der Erfinder von Ocean Cleanup will auch Flüsse von Plastikmüll befreien +++ Studie zu langen Schwangerschaften abgebrochen +++ Verkaufsstopp zuckerhaltiger Getränke verbessert die Gesundheit +++ Ein seltenes Krokodil hat Eier gelegt +++ Neue Flohkrebs-Art im Maul eines Walhais entdeckt

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Der Erfinder von Ocean Cleanup will auch Flüsse von Plastikmüll befreien

Das dafür gedachte Gerät hat der Niederländer Boyan Slat am Wochenende in Rotterdam vorgestellt. Es handelt sich um eine Art Barke, die in einem Fluss festgemacht werden kann. Ihr Rumpf ist so geformt, dass großes Treibgut wie etwa Baumstämme daran vorbeigeleitet werden. Kleine Objekte wie Plastikmüll hingegen treiben in eine Öffnung im Bug, wo Förderbänder sie aus dem Wasser fischen und in einen Container befördern.

Die Maschine kostet derzeit etwa 700.000 Euro, könnte laut dem 25-Jährigen jedoch in Zukunft billiger werden. Mit der Präsentation wollte er das Interesse von Staaten und Investoren für das Projekt wecken.

Drei der Maschinen seien bereits in Indonesien, Malaysia und Vietnam im Einsatz. Der Gouverneur eines malaysischen Bundesstaats war bei der Präsentation anwesend und äußerte sich positiv über seine bisherigen Erfahrungen mit dem Gerät.

Quelle: Website von Ocean Cleanup |AP via phys.org


Nach dem Tod von sechs Kindern wurde in Schweden eine Studie zu besonders langen Schwangerschaften abgebrochen

Es gibt keine verbindlichen internationalen Regeln für den medizinischen Umgang mit Schwangerschaften, die länger als 40 Wochen dauern. Um das genaue Risiko solcher Schwangerschaften zu ermitteln, hatten sich schwedische Forscher vorgenommen, mindestens  10 000 Frauen zu untersuchen. Dazu teilten sie Freiwillige ab der 40. Schwangerschaftswoche in zwei Gruppen ein: Bei der einen Gruppe leiteten sie die Geburt nach der 42. Wochen ein, bei der anderen erst nach der 43.

In dieser zweiten Gruppe wurden fünf Kinder tot geboren, ein weiteres starb kurz nach der Geburt. Die Forscher stoppten die Studie daraufhin bereits im Oktober letzten Jahres.

Sie wollten mit den Ergebnissen erst einmal nicht an die Öffentlichkeit gehen, berichtet der britische Guardian nun. Vor kurzem seien die Resultate jedoch in einer Doktorarbeit aufgetaucht. Mehrere schwedische Krankenhäuser haben inzwischen angekündigt, ihren Umgang mit langen Schwangerschaften zu ändern und Geburten falls nötig früher einzuleiten.

Quelle: Guardian


Ein Verkaufsstopp zuckerhaltiger Getränke am Arbeitsplatz verbessert die Gesundheit der Mitarbeiter

Die University of California in San Francisco bietet ihren Mitarbeitern seit 2015 keine zuckerhaltigen Getränke mehr an. Ein Team aus Medizinern hat gut 200 Angestellte der Universität vor und nach dem Verkaufsstopp befragt und untersucht.

Das verminderte Angebot führte dazu, dass die Testpersonen durchschnittlich 50 Prozent weniger gezuckerte Getränke zu sich nahmen. Außerdem verringerte sich der Bauchumfang der Universitätsmitarbeiter innerhalb von zehn Monaten im Schnitt um 2,1 Zentimeter.

Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Magazin Jama Internal Medicine veröffentlicht. Sie unterstreichen, dass es kein Verbot zuckerhaltiger Getränke war, das zu den positiven Effekten geführt hat, sondern lediglich ein Verkaufsstopp vor Ort.

Quelle: Pressemitteilung


Ein seltenes Krokodil hat in Bangladesch Eier gelegt

Bei dem Tier handelt es sich um ein Gangesgavial-Weibchen. Es lebt in einem Zoo im Nordwesten des Landes. Vor zwei Jahren hatte man ein Männchen dieser Art von der Hauptstadt Dhaka aus in den Zoo gebracht, in der Hoffnung, die Tiere würden sich paaren. Das ist nun geglückt: Das Weibchen hat Eier gelegt, die jedoch bei schweren Regenfällen zerstört wurden. Ein Zooangestellter zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Tier bald weitere Eier legen würde.

Der Gangesgavial gilt als stark bedroht. In Bangladeschs Himalaya-Flüssen wurden seit Jahrzehnten keine Exemplare mehr gesichtet. Einige Dutzend der Tiere leben noch in Indien und Nepal. Falls das Zuchtprogramm im Zoo erfolgreich ist, sollen die Krokodile ausgewildert werden.

Quelle: AFP via phys.org


Japanische Forscher haben eine neue Flohkrebs-Art entdeckt

Man könnte sagen, dass sie ihre Entdeckung an einem relativ ungewöhnlichen Ort gemacht machen – nämlich im Maul eines Walhais. Das bisher unbekannte Lebewesen ist etwa einen halben Zentimeter lang, braun und hat haarige Beine, mit denen es Nahrung aus dem Wasser fischt. Die Forscher haben es nach dem japanischen Wort für Walhai benannt.

Das Maul des Hais mag ein ungewöhnlicher Ort für derartige Entdeckungen sein, es ist aber durchaus ein geeigneter Ort für die Flohkrebse, denn beim Atmen fließen frisches Seewasser und Nahrung durch diesen Lebensraum. Außerdem seien die kleinen Krebse ausgerechnet in dem Maul vor Raubtieren geschützt, sagte einer der Forscher. Er wurde von einem Aquarium im Süden Japans auf die Flohkrebse aufmerksam gemacht. Den dortigen Tierpflegern war aufgefallen, dass etwas auf den Zähnen eines ihrer Walhaie lebte.

Quelle: AFP

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