Dienstag, 12.11.2019
 
Seit 01:30 Uhr Tag für Tag
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft31.10.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Ein neuartiger Lithium-Ionen-Akku kann in zehn Minuten aufgeladen werden +++ Jackson Pollock malte bewusst ohne Schnörkel +++ Für 1,8 Billionen Euro könnte Deutschland bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden +++ Eine uralte Gaswolke zeigt, dass die ersten Sterne früher entstanden sein müssen als bisher gedacht +++ Die Impfkampagne gegen Ebola im Kongo zeigt Wirkung +++ Ein doppelseitiges Klebeband verschließt Wunden im Gewebe in Sekunden

von Magdalena Schmude

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Ein neuartiger Lithium-Ionen-Akku kann in zehn Minuten aufgeladen werden 

Möglich wird das durch eine spezielle Bauweise, wie Wissenschaftler der Pennsylvania State University im Fachjournal Joule berichten. Ein dünner Film aus Nickel auf der Graphit-Elektrode sorgt dafür, dass sich beim schnellen Laden kein Lithium auf der Elektrode absetzt. Dafür wird kurz vor dem Aufladen Strom durch die Nickelschicht geleitet, der das Innere des Akkus auf rund 60 Grad Celsius erwärmt. Die Wärme verhindert beim anschließenden Ladevorgang die Bildung einer unerwünschten Lithium-Schicht.

Die Batterie kann so innerhalb von zehn Minuten zu etwa 80 Prozent aufgeladen werden, ohne ihre Kapazität einzubüßen. Die Forschenden berichten, dass ihre Batterie nach 2.500 Ladezyklen noch bis zu 90 Prozent der Ladung speichern konnte wie zu Beginn.

Quelle: Joule


Jackson Pollock malte bewusst ohne Schnörkel

US-amerikanische Forschende haben gezeigt, dass der Maler es beim Auftragen der Farbe auf die Leinwand bewusst vermied, dass die flüssige Farbe Kringel bildete. Weil er die zähe Flüssigkeit von oben auf die am Boden liegenden Bilder fließen ließ, musste er den Pinsel dafür in einem bestimmten Abstand und mit einer bestimmten Geschwindigkeit führen. Andernfalls hätte die Farbe sich auf dem Untergrund aufgerollt, ähnlich wie Honig, den man vom Löffel auf ein Brot fließen lässt.

Um zu verstehen, ob Pollock seine Technik bewusst angepasst hatte, werteten die Wissenschaftler Videoaufnahmen aus, die den Maler bei der Arbeit zeigen. Anschließend stellten sie seine Arbeitsbedingungen nach. Dabei wurde klar: Nur wenn die Wissenschaftler Pollocks Malgeschwindigkeit und seinen Abstand zur Leinwand einhielten, konnten sie mit der darauf fließenden Farbe Linien ohne Kringel erzeugen. Ihre Studie stellen die Forschenden in der Fachzeitschrift PLOS ONE vor.

Quelle: PLOS ONE


Für 1,8 Billionen Euro könnte Deutschland bis 2050 klimaneutral werden

Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschenden des Forschungszentrums Jülich, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Darin entwerfen die Autorinnen ein Szenario, wie die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um 95 Prozent verringert werden könnten. Das entspricht auch den offiziellen Klimaschutzzielen der Bundesregierung.

Eine rechtzeitige Umstellung auf erneuerbare Energie aus Windkraft und Sonnenlicht, sowie Wasserstoff als Haupt-Energieträger spielen dabei die größte Rolle. Biogas und Biomasse könnten zukünftig ein Viertel des Energiebedarfs decken.

Auf das Jahr umgelegt würden die vorgeschlagenen Maßnahmen bis 2050 etwa 2,8 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes kosten. Etwa genauso viel, wie die aktuellen Kosten für Energieimporte, rechnen die Wissenschaftler vor. Im Gegensatz zu den Kosten, die für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels entstehen könnten, seien diese Ausgaben aber planbar.

Quelle: Forschungszentrum Jülich


Eine uralte Gaswolke zeigt, dass die ersten Sterne deutlich früher entstanden sein müssen als bisher gedacht.

Astronomen vom Max-Planck-Institut für Astronomie haben die Gaswolke zufällig entdeckt, die sich zwischen einem extrem hellen Quasar und der Erde befindet.  Der Quasar durchleuchtet die Gaswolke und ermöglichte es den Forschenden so, ihr Alter und ihre chemische Zusammensetzung zu bestimmen. Im Astrophysical Journal beschreiben die Wissenschaftler, dass die Wolke etwa 850 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden ist und Spuren von Kohlenstoff, Sauerstoff, Eisen und Magnesium enthält. Diese chemische Signatur entspricht ziemlich genau der von jüngeren Gaswolken, aus denen heutige Sterne entstehen. Das zeigt den Astronomen, dass die erste Generation von Sternen, die sich der Theorie nach chemisch von den heutigen unterscheiden, noch deutlich vor der untersuchten Gaswolke entstanden und wieder vergangen sein muss.

Quelle: The Astrophysical Journal


Die Impfkampagne gegen Ebola im Kongo ziegt Wirkung

Das berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO. Durch das massenhafte Impfen sind die Neuinfektionen im Vergleich zum bisher schlimmsten Monat April deutlich zurückgegangen. Bislang sind fast 240.000 Menschen gegen die Infektionskrankheit geimpft worden, darunter 77.000 Kinder bis 17 Jahre. Das verwendete Vakzin hat eine Schutzwirkung von 97 Prozent und senkt selbst bei bereits Infizierten das Sterberisiko. Allerdings ist der Impfstoff noch nicht für den Handel zugelassen.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch im Ostkongo begann im Juli 2018. Bis Ende Oktober 2019 wurden rund 3270 Ebola-Fälle bekannt, fast 2200 Menschen starben.

Die Schutzkampagne soll weiter auf die Nachbarländer Uganda, Südsudan, Ruanda und Burundi ausgeweitete werden.

Quelle: Agenturen


Ein doppelseitiges Klebeband verschließt Wunden im Gewebe in Sekunden

Auf diese Weise könnten Operationswunden deutlich schneller geschlossen werden als mit einer Naht, hofft ein Forscherteam aus Boston, das das Klebeband entwickelt hat. In Versuchen mit Ratten und Schweinen konnten die Wissenschaftler Lungen- und Darmgewebe in fünf Sekunden fest zusammenkleben, wie sie in der Fachzeitschrift Nature berichten. Bisherige Gewebekleber brauchen deutlich länger, um zuverlässig zu wirken, da die Feuchtigkeit des Gewebes die Haftung erschwert.

Für das neue Pflaster nahmen sich die Forschenden ein Material zum Vorbild, mit dem Spinnen bei Nässe ihre Beute fangen. Das Material nimmt zuerst die Feuchtigkeit auf und klebt die dann trockenen Flächen schnell zusammen.

Durch Änderungen der Zusammensetzung des Klebebands aus verschiedenen Polymeren wie Gelatine oder Chitosan kann außerdem bestimmt  werden, wie lange das Material braucht, um im Körper abgebaut zu werden.

Quelle: Nature

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk