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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft07.11.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Das Proton ist wohl noch kleiner als gedacht +++ Manche Frauen können auch ohne Riechkolben riechen +++ Forschende entwickeln ein unsinkbares Metall +++ Forscher finden eine Mammut-Falle aus der Steinzeit +++ Konflikte innerhalb der Herkunftsfamilie belasten stärker als Streit mit dem Partner

von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Das Proton ist wohl noch kleiner als gedacht

Neue Messungen eines internationalen Physikerteams haben ergeben, dass der Radius eines Protons 0,831 Femtometer beträgt. Das ist weniger als bisher angenommen. Der Standardwert für den Radius eines Protons war erst im letzten Jahr um vier Prozent nach unten korrigiert worden, auf 0,841 Femtometer. Ein Femtometer ist ein Billiardstel Meter.

Um den Protonenradius so genau wie noch nie zuvor zu vermessen, nutzten die Forschenden eine Methode, bei der die Streuung eines Elektronenstrahls an einem Wasserstoffatom  gemessen wird. Die abgelenkten Elektronen wurden dann mit einem Kalorimeter registriert. Die Streuung lässt Rückschlüsse auf den Radius des Protons zu. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature vor.

Quelle: Nature


Manche Frauen können auch ohne Riechkolben riechen

Der Riechkolben ist der Teil des Gehirns, der für die Verarbeitung der Sinneiseindrücke aus der Nase verantwortlich ist. Ohne ihn kann eine Person nicht riechen und ist geruchsblind- so zumindest bisher die Annahme. Ein Forschungsteam aus Israel hat bei Probandinnen einer Studie zur Geruchswahrnehmung jetzt durch Zufall entdeckt, dass das nicht ganz stimmt. Denn zwei der Frauen konnten riechen, obwohl ihnen der Riechkolben fehlt. Das berichten die Forschenden in der Fachzeitschrift Neuron.

Bei der Durchsicht von mehr als 1100 Gehirnscans aus einer anderen großen Studie fanden die Wissenschaftler drei weitere Frauen, die trotz fehlendem Riechkolben Gerüche wahrnehmen können.

Wo im Gehirn bei ihnen Gerüche stattdessen verarbeitet werden, konnten die Forschenden nicht erkennen. Denn bis auf den fehlende Riechkolben waren die Gehirne der Frauen nicht von denen der übrigen Probandinnen zu unterscheiden.

Quelle: Neuron


Forschende entwickeln ein unsinkbares Metall

Durch eine per Laser eingravierte Nanostruktur sowie einen zweischichtigen Aufbau konnten US-amerikanische Wissenschaftler einen Metallkörper herstellen, der in Wasser nicht untergeht. Als Vorbild dienten dabei ähnliche Nanostrukturen, die Feuerameisen, Wasserspinnen oder Wasserläufer nutzen, um ihre Körperoberfläche extrem wasserabweisend zu machen. Die Strukturen sorgen dafür, dass jederzeit eine dünne, auftriebsfördernde Luftschicht zwischen dem Körper der Tiere und dem Wasser erhalten bleibt. Zwei so gravierte Metallbleche verbauten die Forscher zu einem Sandwich, bei dem die wasserabweisenden Nanostrukturen jeweils nach Innen zeigen. Der Abstand zwischen den beiden Blechen ist dabei so gering, dass jederzeit ein luftgefüllter Hohlraum erhalten bleibt. Auch, wenn die Bleche unter Wasser gedrückt werden. Dann gibt die Luft dem Blech-Sandwich genug Auftrieb, um es wieder auftauchen zu lassen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin ACS Applied Materials and Interfaces zeigen.

Mit dieser Technik könnten in Zukunft Schiffe, Bojen oder schwimmenden Sensoren verbessert werden.

Quelle: ACS Applied Materials and Interfaces


Forscher finden eine Mammut-Falle aus der Steinzeit

Bei Ausgrabungen in der Nähe von Mexiko-Stadt haben Archäologen zwei Gruben entdeckt, deren Ausmaße darauf hindeuten, dass es sich um Fallgruben gehandelt haben könnte. Die Gruben sind knapp zwei Meter tief und haben einen Durchmesser von je 25 Metern. Die Wände gehen annähernd senkrecht nach oben. Ihr Alter wird auf rund 15.000 Jahre geschätzt.

In der Nähe der Gruben fanden die Wissenschaftler außerdem über 800 Mammutknochen, darunter acht Schädel. Spuren an den Knochen deuten darauf hin, dass die Tiere gejagt wurden. Das teilte Mexikos Nationales Institut für Anthropologie und Geschichte mit.

Der Fund zeigt, dass die Menschen, die zu dieser Zeit im Gebiet des heutigen Mexikos lebten, bei der Jagd auf die riesigen Tiere gezielt vorgingen. Bisher nahm man an, dass sie sich an ein Mammut nur herantrauten, wenn es bewegungsunfähig und damit ein leichtes Opfer war.

Quelle: dpa


Konflikte innerhalb der Herkunftsfamilie belasten stärker als Streit mit dem Partner

Ein angespanntes Verhältnis zu Eltern, Geschwistern oder anderen Verwandten beeinträchtigt die Gesundheit langfristig negativ und führt  öfter zu chronischen Krankheiten wie Kopfschmerzen oder Magenproblemen. Das ist das Ergebnis einer Studie amerikanischer Medizinerinnen, die im Journal of Family Psychology erschienen ist. Wer dagegen Unterstützung von seinem familiären Umfeld erhält, fühlt sich besser und ist auf lange Sicht gesünder.

Das Verhältnis zum Partner oder der Partnerin hat zur Überraschung der Forschenden keine nachweisbaren gesundheitlichen Auswirkungen. Frühere Studien hatten einen solchen Zusammenhang nahegelegt. Ein Grund dafür könnte sein, dass Partnerschaften, die über Jahrzehnte halten, immer seltener werden, während die Beziehung zur Herkunftsfamilie ein Leben lang Einfluss hat.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten von 2800 Teilnehmern einer großen Befragung zur familiären Situation, sowie zu Gesundheit und Wohlbefinden aus.

Quelle: Journal of Family Psychology

 

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