Mittwoch, 11.12.2019
 
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft19.11.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Weltweit wird immer mehr Lachgas freigesetzt +++ Meteoriten bergen "süße" Geheimnisse +++ Der vergangene Monat war weltweit gesehen wieder extrem warm +++ Forschende präsentieren eine Karte des Titans +++ Polen meldet zwei Schweinepest-Fälle nahe der deutschen Grenze +++ Bienen sind gewiefte Wassersportler

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Weltweit wird immer mehr Lachgas freigesetzt

Die globalen Emissionen des Treibhausgases N2O sind seit 2009 erheblich gestiegen und zwar viel schneller, als der Weltklimarat IPCC dies berechnet hatte. Das berichtet ein internationales Forschungsteam im Fachblatt NATURE Climate Change. Die Experten hatten Daten aus einem globalen Messnetz von 1998 bis 2016 analysiert. Grund für den Anstieg ist demnach der massive Einsatz von Stickstoffdüngern in der Landwirtschaft, vor allem in Ostasien und Südamerika. Pro Kilogramm Stickstoffdünger, das ausgebracht wird, gelangen den neuen Daten zufolge gut 2,3 Prozent in die Luft. Der vom IPCC angenommene Wert lag hingegen nur bei 1,3 Prozent. Demnach wurden die Lachgas-Emissionen aus Stickstoffdüngung in den nationalen Klimaberichten an die Vereinten Nationen um rund 70 Prozent zu niedrig angegeben. Lachgas ist etwa 300 Mal so treibhauswirksam wie Kohlendioxid und trägt bis zu neun Prozent zum globalen Treibauseffekt bei.

Quelle: NATURE Climate Change           


Meteoriten bergen "süße" Geheimnisse

Zucker sind an vielen biologischen Prozessen beteiligt. Jetzt berichtet ein japanisch-US-amerikanisches Forschungsteam im Fachblatt PNAS, dass bestimmte Zucker auch mit Meteoriten auf die Erde niedergegangen seien und damit auch unter nicht-biologischen Bedingungen im Weltall entstanden sein könnten. Das geht zumindest aus Analysen dreier urtümlicher Himmelskörper hervor. Dabei konnten die Forschenden vier Zucker nachweisen, unter anderem Ribose, den zentralen Baustein des Erbgutmoleküls RNA. Das Verhältnis der Kohlenstoffvarianten in dem Zucker weist demnach eindeutig auf eine außerirdische Herkunft hin, heißt es in der Studie. Bereits in den 1960er Jahren hatten Chemiker die Zucker Glukose und Arabinose in Meteoriten nachgewiesen. Damals gelang jedoch nicht der Nachweis, dass die Zucker außerhalb der Erde entstanden waren.

Quelle: PNAS


Der vergangene Monat war weltweit gesehen wieder extrem warm

Messungen der US-Klimabehörde NOAA zufolge war der Oktober 2019 global der zweitwärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe demnach um 0,98 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 14 Grad Celsius gelegen. Besonders warm war es demnach unter anderem in Spanien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Australien. Wärmster Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen war jener im Jahr 2015.

Quelle: NOAA


Forschende präsentieren eine Karte des Titans

Mithilfe von Infrarot- und Radardaten der NASA-Raumsonde Cassini hat ein internationales Forschungsteam erstmals eine globale geomorphologische Karte des Saturnmondes erstellt. Diese zeigt, dass es auf Titan verschiedene Landschaften gibt, heißt es im Fachblatt NATURE Astronomy. Demnach bestimmen alte, eishaltige Hügellandschaften und Gebirge die Oberfläche, zudem junge Krater sowie Ebenen, Dünen und Seegebiete die Mondoberflächen. Zwar zeigen einige Strukturen Ähnlichkeiten zur Erde, jedoch regnet es auf Titan kein Wasser, sondern flüssiges Methan und Ethan.

Quelle: NATURE Astronomy


Polen meldet zwei Schweinepest-Fälle nahe der deutschen Grenze

Kurz nach dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nahe der polnischen Grenze zu Deutschland am 15.11. haben die Behörden einen zweiten Fund gemeldet. Der Erreger sei bei einem weiteren toten Wildschwein im Verwaltungsbezirk Lebus am 17.11. nachgewiesen worden, teilte der polnische Veterinärdienst mit. Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, führt bei Schweinen aber häufig zum Tod. In Deutschland gab es bislang keinen bekannten Fall. Das Friedrich-Löffler-Institut stuft die Gefahr einer Einschleppung jedoch nach wie vor als hoch ein. Diese Risikobewertung war zuletzt im Mai angepasst worden, nachdem Fälle der afrikanischen Schweinepest in Belgien festgestellt worden waren.

Quelle: Polnischer Veterinärdienst | Agenturen


Bienen sind gewiefte Wassersportler

Fallen Honigbienen ins Wasser, können sie nicht direkt von der Wasseroberfläche aus losfliegen. Weshalb die Insekten aber nicht ertrinken, sondern sich aktiv Richtung Ufer fortbewegen können, haben zwei Biologen des California Institute of Technology untersucht. Wie die Forscher im Fachblatt PNAS darlegen, erzeugen die Tiere mithilfe komplexer Flügelbewegungen Wellen, die sie vorwärtstreiben. Konkret entstehen im Wasser ausgehend vom Hinterteil der Insekten Wellen mit hoher Amplitude und einem charakteristischen Interferenzmuster. Auf der Wasseroberfläche direkt vor dem Insekt selbst entstehen hingegen keine großen Wellen. Dadurch können sich die Bienen aus eigener Kraft an Land retten. Der nun beobachtete Mechanismus könnte in Zukunft als Vorbild für neue Roboter dienen, hoffen die Studienautoren.

Quelle: PNAS

                      

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