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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft02.12.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Quagga-Muschel richtet Millionenschaden an +++ Im Permafrost konservierter Welpe +++ Wenn Korallen sterben, gedeihen Papageifische +++ Inzucht dürfte der Grund für die markanten Gesichter der Habsburger sein +++ Hierzulande leben immer mehr Wolfsrudel

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Die Quagga-Muschel richtet im Bodensee einen Millionenschaden an

Die Muschel kommt ursprünglich aus der Gegend des Schwarzen Meeres. 2016 wurde sie erstmals im Bodensee gefunden. Wahrscheinlich wurde sie per Boot oder Wassersportausrüstung eingeschleppt.

Sie breitet sich derzeit aus und wird für die Trinkwasserversorgung rund um den Bodensee zum Problem. Wie eine Sprecherin des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung sagte, setze das Tier sich in technischen Anlagen fest.

Um eine Ausbreitung der Muschel in das Trinkwasser-Netz zu verhindern, gehe man von Investitionen in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages aus. Technisch gesehen werde man unter anderem Ozon nutzen, um die Larven der Tiere zu töten. Mit Sandfiltern kann man sie dann aus dem Wasser fischen.  

Quelle: dpa


Ein im Permafrost konservierter Welpe könnte Aufschluss darüber geben, wie Hunde erstmals domestiziert wurden

Der Welpe wurde bereits im Sommer 2018 am Ufer des Indigirka im nordsibirischen Jakutien gefunden. Forscher des Stockholmer Zentrums für Paläogenetik haben das Tier nun etwas genauer beschrieben. Der Welpe ist vor etwa 18.000 Jahren gestorben und war damals keine zwei Monate alt. Der Permafrost hat das Tier so gut erhalten, dass selbst Wimpern und Barthaare vorhanden sind.

Die Forscher haben das Erbgut des Welpen vorläufig untersucht, wissen aber noch nicht sicher, ob es sich um einen Wolf oder Hund handelt. Von dem Fund erhoffen sie sich Aufschluss darüber, wann, wo und wie Hunde erstmals domestiziert wurden – also wie aus dem Wolf der beste Freund des Menschen wurde. Russische Wissenschaftler haben dem Tier bereits einen Namen gegeben: Dogor – das jakutische Wort für Freund.

Quelle: dpa


Wenn Korallen sterben, gedeihen Papageifische

Ein internationales Forscherteam hat sich die Papageifisch-Bestände in zwei Korallenriffen angeschaut: Im Great Barrier Reef vor Australien und im 8000 Kilometer entfernten Chagos-Archipel. Beide Riffe haben in letzter Zeit Korallenbleichen durchgemacht. Dieses Phänomen tritt bei langanhaltenden hohen Wassertemperaturen auf und kann die Korallen töten.        

Doch die Papageifische profitieren davon. Deren Populationen seien in den gebleichten Riffen mitunter auf das Achtfache gestiegen. Außerdem seien die Fische großer als Artgenossen in nicht gebleichten Korallenriffen, notieren die Forscher im Fachblatt Global Change Biology.

Papageifische verdanken ihren Namen schnabelähnlich angeordneten Zähnen, mit denen sie Mikroorganismen von Riffen schaben. In dieser Ernährungsweise dürfte der Grund dafür liegen, dass sie vom Sterben der Korallen profitieren: Durch die Bleichen entstehen freie Oberflächen, an denen sich Mikroorganismen ansiedeln und den Fischen als Futter dienen.

Quelle: Global Change Biology | Pressemitteilung


Inzucht dürfte der Grund für die markanten Gesichter der Habsburger sein

Die Habsburger regierten jahrhundertelang in Europa. Wie Portraits dokumentieren, hatten Vertreter dieses Fürstengeschlechts oft einen übermäßig stark ausgeprägten Unterkiefer. "Habsburger Unterlippe" wird dieses offensichtliche Merkmal auch genannt. 

Seit langem gibt es die Vermutung, dass eine Tradition, die die Macht der Habsburger sicherte, auch für diese Fehlbildungen verantwortlich war, nämlich Tradition, in der Familie zu heiraten, und die damit verbundene Inzucht. Diese These wird nun durch eine Studie in den Annals of Human Biology gestützt.

Spanische Forscher haben dafür die Ausprägung der "Habsburger Unterlippe" auf Portraits von 15 längst verstorbenen Habsburgern analysiert und mit den Verwandtschaftsverhältnissen der Vorfahren verglichen. Dabei stellten sie ein enges Verhältnis zwischen dem Ausmaß der Inzucht und den Fehlbildungen fest.

Quelle: Annals of Human Biology


Hierzulande leben immer mehr Wolfsrudel

105 Rudel durchstreifen die Wälder zwischen der sächsischen Lausitz und Niedersachsen. Das hat das Bundesamt für Naturschutz heute bekannt gegeben. Das sind deutlich mehr als noch vor einem Jahr: Damals sind Experten bei einer Zählung auf 77 Rudel gekommen.

Ein Wolfsrudel besteht aus drei bis elf Tieren. Es handelt sich um Eltern und deren Nachkommen der letzten zwei Jahre.

Neben den 105 Rudeln registrierten die Experten auch 25 Wolfspaare und 13 weitgehend sesshafte Einzeltiere.

Erstmals seit der Ausrottung der Art in Deutschland seien auch in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein einzelne ortstreue Wölfe registriert worden, heißt es vom BfN.

Quelle: dpa

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