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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft18.12.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Ein Milliardenfonds soll helfen, klimaneutrale Antriebe für die Schifffahrt zu entwickeln +++ Die Cheops-Mission der ESA ist gestartet +++ Viele Krokodilarten können galoppieren +++ Hunde verarbeiten Mengenangaben ähnlich wie Menschen +++ Japan wird den weltgrößten Neutrino-Detektor bauen +++ Eine Internet-Plattform wertet Fotofallen aus +++ Australien erlebte den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Von Lucian Haas

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Ein Milliardenfonds soll helfen, klimaneutrale Antriebe für die Schifffahrt zu entwickeln

Finanziert werden soll der Fonds von der globalen Schifffahrtsindustrie selbst. Das sieht ein Vorschlag vor, den der internationale Schifffahrtsverband ICS der UN-Seeschifffahrts-Organisation IMO unterbreitet hat. Demnach sollen die Schifffahrtsunternehmen künftig einen Beitrag von zwei US-Dollar pro Tonne fossilem Brennstoff entrichten, wodurch der Fonds über zehn Jahre eine Basisfinanzierung von rund fünf Milliarden Dollar erhielte. Daraus würden dann ab 2023 Forschungsprojekte zum Einsatz kohlenstofffreier Treibstoffe in der Schifffahrt finanziert. Die Schifffahrt ist für rund zwei Prozent der globalen Emissionen des Treibhausgases CO2 verantwortlich. Über die IMO hat sie sich bereits verpflichtet, ihre CO2-Bilanz bis 2050 mindestens zu halbieren, auch bei wachsendem Welthandel. Prognosen nach ist das nur möglich, wenn bis dahin ein Großteil der Schiffsflotte auf klimaneutrale Antriebe umgestellt wird.

Quelle: Agenturen, ICS


Die Cheops-Mission der ESA ist gestartet

Gestern noch war der Start wegen technischer Probleme abgebrochen worden. Heute hob eine Sojus-Rakete mit dem Cheops-Satelliten an Bord erfolgreich vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ab. Das Kürzel Cheops steht für "Characterising Exoplanet Satellite". Es handelt sich um ein Weltraumteleskop. Die Mission soll helle Sterne ins Visier nehmen – mit dem Ziel, zugehörige Exoplaneten zu entdecken. Dafür werden die kleinen Helligkeitsänderungen aufgezeichnet, die entstehen, wenn ein Planet ins Blickfeld rückt, über die Sternenscheibe wandert und so gewissermaßen einen Schatten wirft. Daraus lässt sich die Größe eines Planeten abschätzen. Cheops ist ein Gemeinschaftsprojekt der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Schweiz.

Quelle: Agenturen


Viele Krokodilarten können galoppieren

Wenn sie besonders schnell laufen wollen, schalten sie auf diese Gangart um, wie sie von Pferden bekannt ist. Das geht aus einer Studie eines US-britischen Forscherteams im Fachjournal Scientific Reports hervor. Zuvor war dieses Verhalten nur bei zwei kleineren Krokodilarten beobachtet worden.
Die Wissenschaftler konnten das nun für fünf weitere Arten nachweisen. Sie gehen deshalb davon aus, dass sich diese Fortbewegungsart einst bei den Vorfahren der heutigen Krokodile entwickelte. Die sogenannten Krokodilomorphen waren nur so groß wie Katzen und hatten noch lange Beine. Die Fähigkeit zu Galoppieren stellt auch ein weiteres Unterscheidungsmerkmal von Krokodilen zu Alligatoren und Kaimanen dar. Diese beherrschen nach aktuellem Wissensstand keinen Galopp.

Quelle: Scientific Reports


Hunde verarbeiten Mengenangaben ähnlich wie Menschen

Das heißt nicht, dass Hunde zwangsläufig zählen können. Aber in ihrem Gehirn sind ähnliche Bereiche aktiv wie bei Menschen, wenn es um die Abschätzung von Mengen geht. Das berichten Forschende der Emory University im Fachjournal Biology Letters. Die Wissenschaftler machten Versuche, bei denen insgesamt elf Hunde verschiedene mengen-bezogene Bilder gezeigt bekamen. Dabei wurde ihre Hirn-Aktivität mit einem speziellen Magnetresonanztomografen erfasst. Es zeigte sich, dass bei den Hunden bei dieser Aufgabe vergleichbare Nervenregionen im parietalen Cortex aktiv werden wie bei Menschen. Das lege nahe, dass es einen gemeinsamen neuronalen Mechanismus für das Erfassen und Beurteilen von Zahlen oder Mengen gibt, der im Laufe der Evolution der Säugetiere erhalten geblieben ist, so die Forscher.

Quelle: Biology Letters


Japan wird den weltgrößten Neutrino-Detektor bauen

Das wissenschaftliche Großprojekt trägt den Namen Hyper-Kamiokande und soll umgerechnet insgesamt rund 530 Millionen Euro kosten. Nach Informationen des Wissenschaftsjournals Nature hat die japanische Regierung jüngst eine erste millionenschwere Finanzierungstranche im Rahmen eines Nachtragshaushalts beschlossen. Dem muss das japanische Parlament allerdings noch zustimmen. Hyper-Kamiokande soll der fünf Mal größere Nachfolger des bereits bestehenden Neutrino-Detektors Super-Kamiokande werden. Wie dieser besteht er im Kern aus einem riesigen unterirdischen Tank mit hochreinem Wasser. An den Wänden sind extrem empfindliche Lichtdetektoren angebracht. Diese Photomultiplier können die schwachen Lichtblitze erfassen, die entstehen, wenn ein Neutrino mit einem Atom im Wasser kollidiert. Hyper-Kamiokande soll auch erstmals die Möglichkeit eröffnen, den extrem seltenen Zerfall von Protonen zu beobachten. Bisher wurde das noch nie messtechnisch erfasst, und Physiker sind uneins darüber, ob es einen Protonenzerfall überhaupt gibt.

Quelle: Nature


Eine Internet-Plattform wertet Fotofallen aus

Weltweit setzen Forscher Fotofallen ein, um dem Vorkommen verschiedenster Tierarten in der Wildnis nachzuspüren. Die Kameras lösen automatisch aus, sobald ein Tier in ihr Blickfeld gerät. Die Auswertung der Bilder ist allerdings ein zeitraubendes Unterfangen. Eine neue Internet-Plattform namens Wildlife Insights soll helfen, diesen Prozess zu automatisieren. Dort können Nutzer Bilddaten ihrer Fotofallen hochladen, um sie dann von einer künstlichen Intelligenz analysieren und auf passende Treffer durchstöbern zu lassen. Die Datenbank ist ein Gemeinschaftsprojekt von Google Earth, dem WWF und weiterer Naturschutz-Organisationen. Alle Bilder auf Wildlife Insights sind öffentlich zugänglich. 

Quelle: Science, Wildlife Insights


Australien erlebte den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Am gestrigen Dienstag erreichte die landesweite Durchschnittstemperatur in Australien 40,9 Grad Celsius. Das ist mehr als ein halbes Grad über dem bisherigen Rekord aus dem Januar 2013, wie der nationale Wetterdienst berichtete. Australien erlebt aktuell eine enorme Hitzewelle, die sich langsam von der West- zur Ostküste Australiens verlagert. Für das kommende Wochenende werden zum Beispiel für die Großstadt Sydney mehr als 46 Grad Celsius prognostiziert. Einher gehen diese Extreme mit starken, sehr böigen Winden. Experten rechnen damit, dass vielerorts neue Buschbrände entfacht und außer Kontrolle geraten werden. In Südaustralien wurde bereits die höchste amtliche Feuerwarnstufe ausgerufen. Bei der Einstufung "katastrophal" können Landkreise sogar vorsorgliche Evakuierungen anordnen, noch bevor tatsächlich Buschbrände lodern.

Quelle: Agenturen

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