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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft30.12.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Nach der Geburt angeblich genmanipulierter Babys müssen drei Forscher ins Gefängnis +++ Weltraumrekord aufgestellt +++ Einflüsse von Süßwasser auf die Meeresströmungen simuliert +++ Bären-Geheimnisse gegen Muskelschwund +++ Gute und schlechte Nachrichten zu Spitzmaulnashörnern

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Nach der Geburt angeblich genmanipulierter Babys müssen drei Forscher in China ins Gefängnis

Im November letzten Jahres hat der Biophysiker He Jankui die Geburt von Zwillingsmädchen bekanntgegeben, die er genetisch  manipuliert hatte. Die Kinder sollen dadurch vor einer HIV-Infektion geschützt gewesen sein.

Heute berichtet Chinas staatliche Nachrichtenagentur, dass He zu einer Geldstrafe und drei Jahren Gefängnis verurteil worden sei. Neben ihm erhielten zwei weitere Wissenschaftler ebenfalls Geld- und Haftstrafen.

Sie hätten illegaler Weise Genveränderungen an Embryonen vollzogen, die zur Reproduktion gedacht waren, heißt es in der Meldung. Außerdem seien sie nicht qualifiziert gewesen, medizinische Eingriffe durchzuführen. Die Agentur bestätige zudem, dass ein drittes genverändertes Baby geboren worden sei, das He damals ebenfalls angekündigt hatte.

Die New York Times berichtet derweil, dass die Forscher für schuldig befunden worden seien, Dokumente eines Ethik-Gremiums gefälscht zu haben. Auf diese Weise sollen sie an die passenden Freiwilligen für ihre Experimente gekommen sein.

Quelle: dpa | Associated Press | New York Times | Xinhua


Die Nasa-Astronautin Christina Koch hat am Wochenende einen Weltraumrekord aufgestellt

Koch ist am 15. März zur Internationalen Raumstation geflogen und verweilt bis heute dort. Damit war sie am Samstag seit 289 Tagen im All und hat den Rekord für den längsten Weltraumaufenthalt einer Frau gebrochen. Die bisherige Rekordhalterin war Peggy Whitson.

Wenn alles nach Plan läuft, wird Koch am Ende ihrer Mission im Februar 328 Tage im All verbracht haben.

Den allgemeinen Rekord für die längste Mission im All hält der Kosmonaut Waleri Poljakow. Mitte der Neunziger verweilte er 438 Tage ohne Unterbrechung auf der russischen Raumstation MIR.

Quelle: dpa


Forscher haben mal wieder die Einflüsse von Süßwasser auf die Meeresströmungen simuliert

Einem breiten Publikum dürfte dieser Einfluss aus dem Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow" bekannt sein. Darin kommen Meeresströmungen zum Erliegen, die eigentlich warmes Wasser in Richtung Norden transportieren. Die Folge: eine Eiszeit.

Auch Wissenschaftler befassen sich mit dem Thema und simulieren daher den Einfluss von Süßwasser aus Regenfällen oder Eisschmelzen auf den Nordatlantikstrom – eine Verlängerung des Golfstroms.

Niederländische Forscher haben nun die neuesten Berechnungen dieser Art in den Scientific Reports vorgestellt. Das Ergebnis: Ein kompletter Ausfall ist nach derzeitigen Klimamodellen nicht zu erwarten. Es besteht aber eine 15-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich die Strömungsverhältnisse in den nächsten 100 Jahren aufgrund des Süßwassers zumindest zeitweise verändern.

Quelle: Scientific Reports


Winterschlaf-Geheimnisse von Bären könnten gegen Muskelschwund helfen

Die Tiere bewegen sich nämlich lange Zeit kaum, ohne dadurch Probleme mit den Muskeln zu bekommen. Um herauszufinden, wie sie das schaffen, haben Forscher aus Deutschland und den USA Muskelproben von Grizzlybären untersucht.

Darin fanden sie bestimmte Eiweiße, die den Aminosäurestoffwechsel der Tiere beeinflussen. In weiteren Experimenten konnten sie Muskelzellen mit Aminosäuren zum Wachstum anregen, wie sie in den Scientific Reports darlegen.  

Die Arbeit könnte dabei helfen, Muskelschwund beim Menschen vorzubeugen. Dafür müssen die Wissenschaftler aber erst herausfinden, über welche Gene sich der Aminosäurestoffwechsel geschickt steuern ließe. 

Quelle: Scientific Reports


Gute und schlechte Nachrichten zu Spitzmaulnashörnern

Die traurige Nachricht: Ende letzter Woche ist das wohl älteste frei lebende Exemplar dieser Art in Tansania gestorben – Fausta ein siebenundfünfzig Jahre altes Weibchen.

Die positive Nachtlicht kommt derweil aus dem Zoo in Michigan: Dort bekam das Spitzmaulnashornkalb Doppsee an Heiligabend Nachwuchs. Das sei ein seltenes Ereignis, zitiert die New York Times einen Zoomitarbeiter, denn es sei kompliziert, Spitzmaulnashörner zu züchten.

Quelle: New York Times | CBS

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