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Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Auch Cyanobakterien produzieren Methan +++ Das chinesische Coronavirus ist erstmals in Japan aufgetaucht +++ Ein neues Baumaterial lebt +++ Eine Mischung aus zentralen und dezentralen Technologien ist der Schlüssel für die Energiewende +++ Bestimmte Gene begünstigen starken Alkoholkonsum

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Auch Cyanobakterien produzieren Methan

Die umgangssprachlich auch Blaualgen genannten Organismen stellen das Treibhausgas sowohl im Sonnenlicht her, wenn sie Photosynthese betreiben, als auch im Dunkeln. Außerdem ist es unerheblich, ob Sauerstoff verfügbar ist oder nicht. Das berichtet ein Forschungsteam vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in der Fachzeitschrift Science Advances.

Bisher ging man davon aus, dass Methan vor allem von Mikroorganismen produziert wird, die in Gewässern ohne Sauerstoff oder Feuchtgebieten wie Mooren leben. Diese Annahme scheint widerlegt, denn die Wissenschaftlerinnen fanden methan-produzierende Cyanobakterien sowohl in Binnengewässern als auch im Meer oder in Böden.

Wie genau das Methan gebildet wird, wissen die Forschenden noch nicht. Da es aber unabhängig von äußeren Faktoren entsteht, vermuten sie, dass der entsprechende Prozess eng mit essentiellen Stoffwechselprozessen wie der Photosynthese verknüpft ist.

Quelle: Science Advances


Das chinesische Coronavirus ist erstmals in Japan aufgetaucht

Es wurde bei einem Patienten nachgewiesen, der Anfang Dezember von einem Besuch in der chinesischen Stadt Wuhan zurückgekehrt war. Der aus China stammende Mann lebt in Tokios Nachbarprovinz Kanagawa und war am Freitag in ein Krankenhaus gekommen. Er konnte bereits am Mittwoch wieder entlassen werden, wie das japanische Gesundheitsministerium mitteilte.

Bisher gibt es außerdem in Thailand einen Fall, wo der Erreger bei einer Chinesin nachgewiesen wurde. Auch in Hongkong, Singapur und Südkorea gibt es Verdachtsfälle, die aber bisher nicht bestätigt sind.

Virologen von der Berliner Charite haben unterdessen das erste diagnostische Nachweisverfahren für das Virus entwickelt. Damit können Verdachtsfälle schneller untersucht werden.

Ob das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, ist weiterhin unklar. Es verursacht zum Teil schwere Lungenentzündungen und war erstmals Anfang Januar in China aufgetreten.

Quelle: Agenturen


Ein neues Baumaterial lebt

Das Material besteht aus Sand, Gelatine und Bakterien, die darin eingebettet sind. Die Bakterien ernähren sich von der Gelatine, produzieren dabei kristallines Calciumcarbonat und wandeln die gelartige Masse so in feste Masse um. Der Sand stabilisiert die Mischung und gibt ihr die gewünschte Form. Entwickelt hat das neuartige Material ein US-amerikanisches Forschungsteam. Es soll wie Beton verwendet werden können und eine nachhaltige Alternative zu dem Baustoff sein, wie die Wissenschaftlerinnen im Fachjournal Matter schreiben.

Denn anders als bei der herkömmlichen Beton- und Zementproduktion, bei der große Mengen CO2 freigesetzt werden, verbrauchen die Bakterien Kohlendioxid. Ein weiterer Vorteil: Das Material kann sich selbst erneuern und vervielfältigen. Zerbricht ein Baustein daraus, können die Bruchstücke zu neuen Steinen heranwachsen, wenn zusätzliches Material und Nährstoffe für die Bakterien zur Verfügung stehen.

Quelle: Matter


Eine Mischung aus zentralen und dezentralen Technologien ist der Schlüssel für die Energiewende

Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe von Experten, die im Rahmen des Projektes Energiesysteme der Zukunft entsprechende Empfehlungen erarbeitet hat. Ihre Stellungnahme wurde heute in Berlin vorgestellt.

Damit Deutschland bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden kann, müsse vor allem Wind- und Sonnenenergie stärker genutzt werden. Um mögliche Flächenkonflikte zu lösen, schlagen die Experten die Nutzung von Dach- und Gebäudeflächen sowie Doppelnutzungen vor, bei der Energiegewinnung und Landwirtschaft auf der gleichen Fläche betrieben werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist nach Meinung der Experten der Netzausbau, um die Energie je nach Bedarf verteilen zu können. Dazu gehöre auch eine effiziente Steuerung.

Quelle: ESYS


Bestimmte Gene begünstigen starken Alkoholkonsum

Für eine Studie wertete ein internationales Forschungsteam Gendaten  von mehr als 170.000 Personen aus, die zusammen mit persönlichen Gesundheitsinformationen in Datenbanken gespeichert waren. Dabei stießen die Forschenden auf sechs verschiedene Erbgut-Varianten, die besonders oft im Zusammenhang mit starkem Alkoholkonsum auftreten.  Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Science Advances.

Um den Einfluss der Gene auf den Organismus zu untersuchen, schalteten die Forschenden sie in Würmern einzeln aus. Die Tiere reagierten anschließend deutlich stärker auf Alkohol als Artgenossen mit den intakten Genen. Ein Teil der Gene reguliert auch den Zuckerstoffwechsel, was eine Verbindung zwischen Alkoholkonsum und der Vorliebe für Süßes nahelegt.Außerdem entdeckten die Wissenschaftler Verbindungen zum Auftreten von Lungenkrebs.

Quelle: Science Advances

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