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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft21.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

In China steigt die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Corona-Virus +++ Forschende formulieren Wendepunkte für einen ausreichenden Klimaschutz +++ Tote könnten bald Samen spenden +++ Zehn Milliarden Menschen können nachhaltig ernährt werden +++ Der Kurilen-Kamchatka-Graben wurde überschätzt +++ Geoforscher entdecken ein uraltes Erdmagnetfeld +++

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

In China steigt die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Corona-Virus

Allein am heutigen Dienstag seien 77 neue Fälle gemeldet worden, teilte die nationale Gesundheitskommission in Peking mit. Damit wurden bislang fast 300 Infektionen in der Volksrepublik bestätigt. Hunderte weitere Menschen stehen demnach unter Beobachtung. Die Zahl der Toten sei auf sechs gestiegen. Gestern hatte die chinesische Regierung erstmals auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bestätigt. Infektionsfälle mit dem neuen Corona-Virus wurden bisher in China, Thailand, Japan, Süd-Korea und Taiwan gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Notfallgremium einberufen, das morgen entscheiden soll, ob ein Public Health Emergency of International Concern, also ein Gesundheitsnotstand von internationalem Interesse ausgerufen werden soll.

Quelle: Agenturen | WHO | SMC


Forschende formulieren Wendepunkte für einen ausreichenden Klimaschutz

Um die Erwärmung der Erde auf deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen, müssen die Gesellschaften weltweit bis spätestens 2050 ihre Treibhausgasemissionen auf null reduziert haben. Dies könnte durch gesellschaftliche Trendwenden möglich werden, berichtet ein internationales Forschungsteam im Fachblatt PNAS. Darin führen die Studienautoren sechs Bereiche wie Energie, Finanzwelt und Bildung auf, für die sie jeweils geeignete gesellschaftliche "Kippmechanismen" vorstellen, die die notwendigen schnellen, dabei aber anschlussfähigen Veränderungen hin zu einer Klimastabilisierung auslösen könnten. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe, die Einführung transparenter Verbraucherinformationen oder Nachhaltigkeit als Bestandteil schulischer Lehrpläne könnten helfen, dass Menschen einen klimaneutralen Lebensstil führen können.

Quelle: PNAS | PIK              


Tote könnten bald Samen spenden

Im Vereinigten Königreich gibt es nicht genügend Samenspender. Um Abhilfe zu schaffen, schlagen zwei Ethiker aus Manchester und Leicester im Journal of Medical Ethics vor, dass künftig Männer auch nach ihrem Tod Samenspender sein können, sofern sie zu Lebzeiten sich dazu entschlossen haben. Eine solche postmortale Spende ist bislang im Vereinigten Königreich nicht möglich. Eine derartige Neuerung der Regelung würde vielen Paaren helfen, die aufgrund einer Unfruchtbarkeit des Mannes keine Kinder bekommen können, geben sich die Forscher überzeugt. Samenspender sind im Vereinigten Königreich, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, nicht anonym. Damit können Kinder, die mithilfe einer Samenspende gezeugt wurden, später ihren biologischen Vater kontaktieren.

Quelle: Journal of Medical Ethics


Zehn Milliarden Menschen können nachhaltig ernährt werden

Knapp die Hälfte der derzeitigen Nahrungsmittelproduktion ist schädlich für die Erde, da sie zum Verlust biologischer Vielfalt führt, Ökosystemen zusetzt, sowie die Wasserknappheit verschärft. Eine Studie unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hat Lösungsvorschläge untersucht, wie auch angesichts der zunehmenden Weltbevölkerung zehn Milliarden Menschen ernährt werden können, ohne das Erdsystem zu gefährden. Im Fachblatt NATURE Sustainability schlagen die Wissenschaftler eine nachhaltigere Landwirtschaft vor, zudem müssten die Menschen weltweit ihre Ernährung umstellen. Zusätzlich müssten Strukturen geschaffen werden, um weniger Lebensmittel zu verschwenden.

Quelle: NATURE Sustainability | PIK


Der Kurilen-Kamchatka-Graben wurde überschätzt

Denn der Graben im Pazifischen Ozean ist neuen Analysen zufolge viel flacher als bislang angenommen und gehört nicht mehr zu den "10.000ern" beziehungsweise zu den Top-5 der tiefsten Gräben der Erde. Senckenberg-Forschende hatten während einer Expedition mit dem Forschungsschiff "Sonne" die Tiefe des Kurilen-Kamchatka-Grabens untersucht. Wie sie im Fachblatt Progress in Oceanography schreiben, lag die tiefste Stelle des Grabens bei lediglich 9.604 Metern. Damit ist der Graben rund 1.000 Meter flacher als bisher angenommen. Die zuvor angegebene Tiefe lag bei 10.542 Metern.

Quelle: Progress in Oceanography | Senckenberg


Geoforscher entdecken ein uraltes Erdmagnetfeld

Ein Team der Universität von Rochester in New York hat Einschlüsse in Zirkonkristallen untersucht, die in Australien entdeckt wurden. Dabei sahen die Wissenschaftler, dass die Erde schon vor 4,2 Milliarden Jahren über ein starkes Magnetfeld verfügte, heißt es im Fachblatt PNAS. Demzufolge existierte dieses Magnetfeld schon lange, bevor der innere Erdkern fest und zum bis heute agierenden Geodynamo wurde. Der innere Erdkern erstarrte erst vor gut 550 Millionen Jahren. Die Studienautoren vermuten, dass bestimmte Kristallisationsprozesse im Inneren der jungen Erde dieses bislang unbekannte Magnetfeld erzeugt haben. Das Erdmagnetfeld schützt den Planeten gegen Sonnenwinde und vor bestimmter Strahlung aus dem Weltall.

Quelle: PNAS

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