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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft23.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Virologen haben neue Erkenntnisse zur Herkunft des neuartigen Coronavirus +++ Der Klimawandel könnte die Ökosysteme vieler Wälder durcheinanderbringen +++ Eine Entdeckung US-amerikanischer Forscher könnte Ermittlern helfen +++ Forschenden ist ein Schritt bei der Bekämpfung des HI-Virus gelungen +++ Mathematiker haben einen Vorschlag, wie man gleichbleibend guten Espresso macht

von Kathrin Baumhöfer

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Virologen haben neue Erkenntnisse zur Herkunft des neuartigen Coronavirus.

Erwiesen ist, dass die ersten Patienten auf einem Markt infiziert wurden, auf dem auch Tiere verkauft wurden – etwa Geflügel, aber auch Schlangen. Wahrscheinlich ist, dass bestimmte Tiere dieses neuartige Virus in sich trugen. Nach einer vergleichenden Sequenzanalyse des viralen Erbguts vermuten Forscherinnen und Forscher, dass die Schlangen diese Wirtstiere sind.

Das Virus selbst ist aus zwei unterschiedlichen Coronaviren entstanden. Einer davon, so schreiben die Forscher weiter, befällt normalerweise Fledermäuse und Flughunde. Woher die andere Komponente kommt, ist noch nicht geklärt.

Die entscheidende Veränderung im Viren-Erbgut befindet sich demnach in der Bauanleitung für das Eiweiß, das Rezeptoren an den Zellen erkennt, die es infiziert. Hier könnte der Schlüssel zur Antwort auf die Frage liegen, warum das Virus plötzlich auch Menschen befallen kann – und auch der Schlüssel zur Entwicklung künftiger Präventionsmaßnahmen.

Quelle: Journal of Medical Virology


Der Klimawandel könnte die Ökosysteme vieler Wälder durcheinanderbringen.

… genauer: Die Vielfalt der Pilze, mit denen viele Pflanzen in Symbiose leben. Das Pilzgeflecht sitzt an deren Wurzeln und schützt diese nicht nur vor schädlichen Einflüssen, sondern sorgt auch dafür, dass ein Baum etwa gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt wird. Mit Blick auf den Klimawandel bedeutet gutes Pflanzenwachstum, das viel Kohlenstoff gebunden wird.

In einer Modellrechnung kommen US-amerikanische Forscher jetzt zu dem Schluss, dass sich viele Wald-Ökosysteme in den nächsten 50 Jahren dramatisch verändern könnten, weil sich die Vielfalt und die Zusammensetzung dieser Pilzmykorrhiza, wie es fachsprachlich heißt, ändert.

Die Pinienwälder Nordamerikas etwa könnten bis zu einem Viertel der Vielfalt ihrer Pilze verlieren. In Wäldern gemäßigter Breiten könnten dagegen viele neue Pilz-Symbionten entstehen.

Für ihre Untersuchungen hatten die Forschenden mehr als 1.500 Bodenproben aus knapp 70 Wäldern analysiert.

Quelle: Journal of Biogeography


Eine Entdeckung US-amerikanischer Forscher könnte Ermittlern helfen.

Ihnen ist es gelungen, das Alter von Fingerabdrücken auf den Tag genau zu bestimmen. Bisher konnte man lediglich sagen, ob ein Abdruck älter oder jünger als acht Tage war. Weitere Experimente sind notwendig, die Ergebnisse sind noch nicht in größerem Maßstab reproduziert worden.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf eine chemische Reaktion zwischen bestimmten Fettsäuremolekülen, die mit dem Fingerabdruck hinterlassen werden und dem Ozon der Luft. Mit Hilfe von Massenspektrometrie konnten sie den graduellen Abbau der Fettmoleküle sichtbar machen. Außerdem gelang es ihnen, die Abdrücke jeder Versuchsperson verlässlich einem bestimmten Tag zuzuordnen. Die Forschenden weisen allerdings darauf hin, dass sich die Abbaurate von einer Person zu anderen unterscheidet.

Ein Vorteil der Methode: Das Alter der Fingerabdrücke kann bestimmt werden, ohne die potenziellen Beweise zu zerstören – und auch dann, wenn bereits forensisches Puder darüber gestäubt wurde.

Quelle: Analytical Chemistry


Forschenden ist ein Schritt bei der Bekämpfung des HI-Virus gelungen.

Das Problem: Die Viren nutzen bestimmte Zellen des Immunsystems als Versteck. So lange diese Zellen keine neuen Viren produzieren, sind Körperabwehr und gängige Medikamente machtlos. Ein Ziel der Forschung ist es deshalb, diese Viren-Reservoirs aufzudecken, um sie angreifbar zu machen und eine HIV-Infektion nicht nur bekämpfen, sondern irgendwann tatsächlich heilen zu können. "Kick and kill", heißt das im Fachjargon.

Zwei Studien, die heute im Fachmagazin Nature erschienen sind, berichten über Erfolge dieser Strategie im Tierversuch. Geprüft wurden verschiedene Chemikalien, um die schlafenden infizierten Zellen zu aktivieren. In beiden Versuchsreihen gelang das auch – allerdings war die Wirkung nicht immer dauerhaft oder musste von weiteren Substanzen unterstützt werden. Alle Wirkstoffe waren für die Tiere gut verträglich.

Die Strategien werden weiterverfolgt, um die Substanzen und die Dosis zu finden, die im Menschen am besten wirken.

Quellen: Nature, Nature


Mathematiker haben einen Vorschlag, wie man gleichbleibend guten Espresso macht.


Sie hatten sich darüber gewundert, wie groß die Unterschiede zwischen zwei Espresso-Shots sein können, obwohl sie eigentlich auf die gleiche Art und Weise zubereitet wurden: heißes Wasser, hoher Druck, geröstete und gemahlene Bohnen. Ihr mathematisches Modell umfasst diese und weitere Variablen, im Detail nachzulesen im Fachmagazin Matter. Außerdem führten sie Experimente durch.

Dabei widerlegten sie die geläufige Annahme, dass man die Bohnen fein mahlen sollte, wenn man stärkeren Kaffee will. In der Espressomaschine kann es passieren, dass das Pulver an einigen Stellen verklumpt und gar nicht erst vom Wasser erreicht wird – der Espresso schmeckt entsprechend schwach.

Die Mathematiker empfehlen deshalb weniger und eher grob gemahlene Bohnen für eine gleich bleibende Espressoqualität – nicht ohne Hinweis auf eine Ersparnis beim Ausgangsmaterial.

Quelle: Matter

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