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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft27.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Erkenntnisse zum Coronavirus aus China +++ Auf einem fernen Planeten werden Wasserstoffmoleküle zerrissen +++ Spezielles Visum für Wissenschaftler im Vereinigten Königreich +++ Kekse und Außeneinsatz auf der ISS +++ Eine Verkettung unglücklicher Ereignisse vor der US-Westküste

Von Piotr Heller

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Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

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Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse zum Coronavirus aus China

Die Inkubationszeit – also die Phase zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen – beträgt bei dem neuen Virus etwa zehn Tage. Das teilte der Direktor der nationalen Gesundheitskommission in China gestern mit. Die kürzeste registrierte Zeitspanne sei aber auch lediglich ein Tag gewesen, die längste 14 Tage.

Eine zuvor im Fachblatt Lancet veröffentlichte Studie hatte ergeben, dass das Virus auch von Personen weitergegeben werden kann, die noch keine Erkältungssymptome zeigen. Das war beim mit dem aktuellen Virus eng verwandten SARS-Erreger nicht der Fall.

Derweil meldet Chinas staatliche Nachrichtenagentur erste Behandlungserfolge. So habe sich der Zustand von elf infizierten medizinischen Kräften verbessert. Details zur Behandlung nannte der Bericht keine.

Experten des Imperial College London haben neue Berechnungen zur Ausbreitung der Krankheit vorgelegt. Ihren Modellen nach könnte ein Infizierter bis zum 18. Januar im Schnitt 2,6 weitere Personen angesteckt haben.

Quelle: dpa | Reuters


Auf einem fernen Planeten werden Wasserstoffmoleküle zerrissen

Es handelt sich um den Exoplaneten KELT-9b, der etwa 620 Lichtjahre von uns entfernt ist. Es ist kein gewöhnlicher Planet: Er umkreist seinen Stern derart nah, dass seine Oberfläche gut 4300 Grad Celsius heiß wird – das macht ihn zum heißesten bekannten Planeten.  

Diese Hitze führt zu einem Effekt, den ein internationales Forscherteam nun in den Astrophysical Journal Letters beschreibt. Auf der Tagseite – also der dem Stern zugewandten Seite – des Planeten werden Wasserstoff-Moleküle zu einzelnen Atomen zerrissen. Die wandern dann auf die kühlere Nachtseite und vereinen sich dort wieder zu Molekülen. Das schließen die Forscher aus Untersuchungen des Lichts, das der Planet reflektiert.

Quelle: Pressemitteilung | Astrophysical Journal Letters


Das Vereinigte Königreich plant ein spezielles Visum für Wissenschaftler

Angesichts des nahenden Austritts aus der Europäischen Union hat die Regierung in London ihren Plan vorgestellt, herausragende Wissenschaftler auf einer Art Überholspur ins Land zu locken.

Das neue Visa-System soll am 20. Februar starten. Das Besondere ist, dass es nicht vom Innenministerium verwaltet wird, sondern von der UK Research and Innovation. Die Organisation ist unter anderem dafür zuständig, staatliche Forschungsprojekte zu finanzieren.

Quelle: UK Research and Innovation | BBC | AFP via phys.org


Ein Messgerät an der Internationalen Raumstation kann wohl bald wieder auf Partikeljagd gehen

Es handelt sich um das Magnetspektrometer AMS-02. Die Kühlung des Instruments hatte versagt und musste von zwei Astronauten repariert werden. Die beiden – ein Italiener und ein Amerikaner – erledigten die nötigen Arbeiten am Samstag bei einem sechs Stunden und 16 Minuten dauernden Außeneinsatz.

Das Messgerät ist dafür gedacht, Strahlung und kosmische Teilchen zu erkennen, die wiederum Rückschlüsse auf die Entstehung des Universums und dunkle Materie erlauben. Seit 2011 befindet es sich auf der ISS. Weil zuletzt die Kühlung versagte, musste es bei insgesamt vier Außeneinsätzen repariert werden.

Die Reparatur gilt als die anspruchsvollste in der Geschichte der ISS. Das Vorgehen musste langwierige vorbereitet werden, denn das Instrument ist nicht dafür entworfen worden, im All repariert zu werden.

Quelle: dpa | Jonny Kim via Twitter


Wir bleiben kurz auf der ISS – dort haben die Astronauten vor dem Außeneinsatz nämlich auch Kekse gebacken

Das Experiment sollte klären, ob Raumfahrer in Zukunft im All backen könnten. Das könnte wiederum die Moral auf langen Missionen aufrechterhalten. Die Kekse brauchten deutlich länger als auf der Erde, die besten Ergebnisse versprach eine Backzeit von zwei Stunden.

Wie gut die Kekse wirklich geworden sind, soll aber eine Untersuchung auf der Erde zeigen. Die Backwaren sind nämlich inzwischen wieder auf unserem Planeten angekommen. Der Backmeister war übrigens Luca Parmitano – der gleiche Astronaut, der beim Außeneinsatz das Kühlsystem reparierte.

Quelle: Guardian | heise.de 


Eine Verkettung unglücklicher Ereignisse sorgte dafür, dass sich vor der US-Westküste viele Wale in Fischernetzen verfingen

Ein Auslöser des Ganzen war eine marine Hitzewelle in den Jahren 2014-16. Damals wärmte sich das Meer an der Westküste auf, was wiederum die Krill-Bestände verkleinerte. Gleichzeitig wuchs die Sardellen-Population nahe der Küste, weshalb ungewöhnlich viele Buckelwale in diese Gefilde strömten.

Die Hitzewelle sorgte außerdem für eine überdurchschnittliche Vermehrung giftiger Algen, weshalb die Krabbenfischer in der Region später als sonst mit ihrer Arbeit begannen – nämlich zu der Zeit, als die Wale ankamen.

Das alles hatte zur Folge, dass sich 2015 und 2016 jeweils weit über 50 Wale in Fischernetzen verfingen. Das war das Fünffache der üblichen Fallzahlen. Im Magazin Nature Communications beschreiben US-Forscher dieses Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Sie präsentieren auch eine Methode, um solche Ereignisse in Zukunft vorherzusagen, Fischer zu warnen und letztendlich zu verhindern, dass Wale sich in den Netzen verfangen.

Quelle: Nature Communicaitons

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