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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft03.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Das neue Coronavirus könnte von Fledermäusen stammen +++ Bioingenieure messen die Klebrigkeit von Tumorzellen +++ Eine neue Flügelform soll kleine Drohnen verbessern +++ Vielversprechender Kandidat für eine HIV-Impfung unwirksam +++ Kegelrobben klatschen unter Wasser

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Das neue Coronavirus könnte von Fledermäusen stammen

Chinesische Forscher haben das Erbgut des Virus bei sieben Patienten untersucht und im Magazin Nature veröffentlicht. Alle litten an schweren Symptomen, die meisten hatten auf Wuhans Fischmarkt gearbeitet. Die Analyse ergab, dass der Erreger zu 96 Prozent einem Coronavirus glich, das bei Fledermäusen vorkommt. Das legt die Vermutung nahe, dass Fledermäuse die Quelle der Krankheit sind.

Das Medizinblatt Lancet veröffentlichte derweil bereits am Freitag eine Studie, wonach bis zum 25. Januar allein in Wuhan über 75 000 Menschen mit dem Virus infiziert gewesen sein könnten. Die Einschätzung der Forscher aus Hong Kong geht auf Modellrechnungen zurück, denen internationale Meldungen zu Infektionen zugrunde liegen. Die offizielle Zahl der – bestätigten – Fälle für ganz China liegt bei etwa 17 000.

Quelle: The Lancet | Nature


Amerikanische Bioingenieure messen die Klebrigkeit von Tumorzellen

Die Forscher haben dafür ein Gerät gebaut, das misst, wie sehr die Zellen an ihrer Umgebung haften. Damit konnten sie zeigen, dass die schwach haftenden Zellen eher durch den Körper wandern und Gewebe an anderer Stelle angreifen als klebrige Zellen.

In den schwach haftenden Zellen fanden die Forscher zudem eine genetische Signatur. Ein Abgleich mit einer Gendatenbank von Krebspatienten zeigte dann: Patienten, deren Tumore diese auf schwache Haftung hindeutende Gen-Signatur hatten, erlitten schneller und häufiger wiederkehrende Tumore.

Die Arbeit ist im Fachblatt Cancer Research erschienen. Sie könnte dabei helfen, den Krankheitsverlauf bei Krebs besser vorherzusagen und die Therapie anzupassen.

Quelle: Cancer Research


Eine neue Flügelform soll kleine Drohnen verbessern

Kleine Fluggeräte haben zwei Probleme: Sie sind anfällig für Windböen und brauchen vergleichsweise viel Energie, um in der Luft zu bleiben. Ingenieure aus den USA und der Schweiz wollen beides mit einem Flügel-Design in den Griff bekommen, das sie sich bei Insekten abgeschaut haben.

Ihr Flügel hat eine flache Vorderkante, die dafür sorgt, dass die Luftströmung dort abreißt. Bei großen Flügeln wie denen einer Passagiermaschine würde das zum Absturz führen. Aber im Kleinen gelten bei Luftströmungen andere Gesetze. Die Strömung schmiegt sich weiter hinten wieder an den Flügel an und sorgt für Auftrieb.

Das Konzept ist energieeffizienter und stabiler als klassische Flügel, notieren die Forscher im Magazin Science Robotics. Es eignet sich jedoch nur für Fluggeräte mit einer Spannweite von weniger als 30 Zentimetern.

Quelle: Science Robotics


Ein vielversprechender Kandidat für eine HIV-Impfung hat sich als unwirksam erwiesen

Die National Institutes of Health – eine US-Gesundheitsbehörde – hatte die Impfung im Rahmen einer Studie in Südafrika getestet. Es handelte sich um einen Wirkstoff, der in Thailand vielversprechende Ergebnisse gezeigt hatte und nun für einen in Südafrika verbreiteten HIV-Subtyp angepasst worden war.

Im Rahmen der Studie hatten gut 2600 Patienten die Impfung erhalten. Eine ebenso große Gruppe habe ein Placebo bekommen. In beiden Gruppen hatten sich nach 18 Monaten ähnlich viele Teilnehmer mit HIV infiziert, teilt die Behörde nun mit. Damit habe man keine Anhaltspunkte für eine Wirksamkeit der Impfung gefunden und die klinische Studie abgebrochen.

Quelle: NIH


Kegelrobben klatschen unter Wasser

Dieses Verhalten war der Wissenschaft bis jetzt unbekannt. Aber wie Videoaufnahmen eines britischen Biologen nun belegen, können die Tiere ihre Flossen zusammenschlagen und dadurch ein lautes Klatschen erzeugen. Gemeinsam mit australischen und britischen Kollegen hat der Forscher dieses Verhalten nun im Magazin Marine Mammal Science beschrieben. Das Team vermutet, dass die Robben durch das Klatschen Sexualpartner anlocken oder Konkurrenten verscheuchen. Damit würde es sich bei dem Klatschen um eine Form der Kommunikation handeln, etwa so wie bei Gorillas, die sich auf die Brust trommeln.

Zwar weiß man, dass Robben an Land klatschen können, das sei aber oft ein Verhalten, das ihnen von Menschen beigebracht würde, heißt es von den Meeresbiologen. Die gefilmten Tiere täten es hingegen in freier Wildbahn und von sich aus. Dass dieses Verhalten erst jetzt erkannt wurde, zeigt laut einem der Forscher, wie wenig wir über die Tiere in unserer Umgebung wissen. Dieses Verständnis des Verhaltens von Tieren sei aber wichtig, um sie schützen. Im Falle der Robben wäre das etwa der Schutz vor menschengemachtem Lärm, der die Tiere bei der Kommunikation stören könnte.

Quelle: Pressemitteilung | Marine Mammal Science

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