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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft18.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Extremwetter könnten Energiesystemen zusetzen +++ Eine neue Methode verrät prähistorische Speisepläne +++ SpaceX muss einen Rückschlag hinnehmen +++ Archäologen entdecken eine "Neandertaler-Familiengruft" +++ Hurrikan Harvey wütete am schlimmsten +++ Die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus ist in China weiter gestiegen +++

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Extremwetterlagen könnten Energiesystemen zusetzen

Ein internationales Forschungsteam hat untersucht, welche Auswirkungen bestimmte Extremwetterereignisse, die im Zuge des Klimawandels häufiger auftreten werden, auf die Energiewirtschaft haben könnten. Dazu haben die Wissenschaftler eine Methode entwickelt, mit der sie den Einfluss von Dürren oder Stürmen auf die Widerstandsfähigkeit von Energiesystemen und den Energiebedarf schätzen. Wie die Forscher im Fachblatt NATURE Energy schreiben, haben sie ihren Ansatz auf 30 schwedische Städte angewandt und dabei 13 Klimawandel-Szenarien durchgespielt. Demnach wären dort vor allem erneuerbare Energien von Extremwetterereignissen betroffen. Die Verlässlichkeit des Stromnetzes könnte um bis zu 16 Prozent sinken, die Leistung um bis zu 34 Prozent schwanken.

Quelle: NATURE Energy


Eine neue Methode verrät prähistorische Speisepläne

Ein Team aus Paläontologen und Chemikern aus Mainz und Leipzig hat eine Methode getestet, die Zinkisotope am Zahnschmelz fossiler Säugetiere analysiert. Das Verhältnis spezieller Zinkisotope gibt demnach Aufschluss über die Nahrungsgrundlage von Säugetieren in prähistorischen Zeiten. Damit können sie die Ernährung von fossilen Menschen und anderen Säugetieren rekonstruieren und zwischen tierischer und pflanzlicher Kost unterscheiden, schreiben die Forscher im Fachblatt PNAS. Bei ersten Tests an über 38.000 Jahre alten Fossilien aus Laos lieferte  die Methode demnach solide Ergebnisse, obschon die Fundsituation im feuchtwarmen Milieu suboptimal war. Möglicherweise lassen sich damit auch Speisepläne von Säugetieren rekonstruieren, die vor mehr als 100.000 Jahren gelebt haben. Zink wird mit der Nahrung aufgenommen und als Spurenelement fest im Zahnschmelz eingelagert.

Quelle: PNAS | MPG           


SpaceX muss einen Rückschlag hinnehmen

Das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat gestern erfolgreich 60 Satelliten ins Weltall gebracht, die Rückkehr der wiederverwendbaren Rakete misslang jedoch. Nach Angaben des Unternehmens stürzte die vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartete Rakete vom Typ Falcon 9 unmittelbar neben der für die Landung vorgesehene Plattform ins Meer. Zuvor war das Landemanöver bereits 49 Mal geglückt. Mit der Wiederverwendung der Trägerraketen sollen Raumfahrtmissionen deutlich kostengünstiger werden. Die nun ins Meer gestürzte Rakete war bereits zum vierten Mal im Einsatz.

Quelle: Agenturen


Archäologen entdecken eine "Neandertaler-Familiengruft"

In der Shanidarhöhle im kurdischen Teil des Iraks hatten Archäologen 1960 die Überreste von mehreren Neandertalern entdeckt. Während einige dieser Menschen vor mehr als 45.000 Jahren offenbar bei einem Felssturz gestorben waren, wurden drei der Toten regelrecht bestattet. Seit 2014 finden in der Höhle wieder Ausgrabungen statt. Archäologen aus Cambridge schreiben im Fachblatt Antiquity, dass sie auf ein weiteres Grab eines Vertreters der Neandertaler gestoßen sind. Das Besondere an diesem Fund ist die Art der Bestattung. Demnach wurde dieser Mensch ebenfalls mit zahlreichen Blumen beigesetzt, das ergaben Pollenanalysen. Demzufolge hat es bei diesem Neandertaler offenbar auch eine Tradition der Bestattung und eines Abschiednehmens von dem Toten gegeben. Dieser Fund ist die erste Entdeckung eines Neandertalerskeletts seit rund 25 Jahren.

Quelle: Antiquity


Hurrikan Harvey wütete am schlimmsten

Das geht aus einer Analyse von drei US-Forschungszentren hervor, die die Schäden der Wirbelstürme des vergangenen Jahrzehnts in Nordamerika untersucht hatten. Demnach verursachte Hurrikan Harvey, der 2017 vor allem in Texas und Louisiana für Zerstörungen sorgte, Schäden in Höhe von 152 Milliarden US-Dollar. Auf Platz zwei und drei landeten den Analysen zufolge die Wirbelstürme Maria und Sandy. Die zehn heftigsten Stürme der vergangenen Dekade verursachten demnach summiert Schäden in Höhe von 400 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Eurekalert!


Die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus ist in China weiter gestiegen

Laut Gesundheitskommission in Peking liegt die Zahl der Infizierten in China nun bei über 72.000. Zudem sind weitere 98 Menschen an den Folgen der Covid-19 genannten Lungenkrankheit gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Toten auf 1.800 Menschen. Das Chinese Centre for Disease Control and Prevention (CCDC) hat einen ersten umfassenden Bericht des Seuchengeschehens veröffentlicht. Von den bestätigten Fällen waren die meisten im Alter von 30 bis 79 Jahren (86,6 Prozent), wurden in Hubei diagnostiziert (74,7 Prozent) und als milder Verlauf (80,9 Prozent) eingestuft.

Quelle: ChinaCDC

           

   

                

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