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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft20.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Forschende erzeugen Strom aus Luftfeuchtigkeit +++ Bestimmte Antibiotika könnten bei ungeborenen Kindern das Risiko für Fehlbildungen erhöhen +++ Sprachassistenten mit weiblicher Stimme werden als weniger kompetent wahrgenommen +++ Ein Aufenthalt im All beeindruckt Bakterien wenig +++ Die Grippewelle in Deutschland nimmt Fahrt auf

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Forschende erzeugen Strom aus Luftfeuchtigkeit

Die Technik basiert auf leitfähigen Proteinfäden, die von bestimmten Bakterien produziert werden. Diese Fäden, die Wissenschaftler aus den USA von den Bakterien abrasiert hatten, vernetzen sich und bilden einen wenige Mikrometer dicken Film. In diesem Film entsteht bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit ein Feuchtigkeitsgradient. Dadurch bildet sich auch ein Ionisierungsgradient der Proteine, aus denen die Fäden bestehen. Durch Elektroden, die mit dem Film verbunden werden, kann dann Elektrizität erzeugt werden. Ihre Entwicklung, die den Namen Air-Gen trägt, stellen die Wissenschaftler im Fachjournal Nature vor.

Ein 7 Mikrometer dünner Film ist in der Lage, eine konstante Spannung von 0,5 Volt zu erzeugen. Und das auch bei normaler Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen.

Die Technik könnte in Zukunft genutzt werden, um kleine elektrische Geräte wie Fitnessuhren zu betreiben oder Handys mit Strom zu versorgen, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle: Nature


Bestimmte Antibiotika könnten bei ungeborenen Kindern das Risiko für Fehlbildungen erhöhen

Kinder von Schwangeren, die im ersten Drittel der Schwangerschaft sogenannte Makrolid-Antibiotika eingenommen haben, kommen häufiger mit schweren Fehlbildungen zur Welt. Das ist das Ergebnis einer Studie britischer Wissenschaftlerinnen, die im British Medical Journal erschienen ist. Dafür werteten die Forschenden Daten von mehr als 100.000 Müttern und ihren Kindern aus.

Hatten die Mütter in der frühen Schwangerschaft Makrolid-Antibiotika eingenommen, kam es bei 28 von 1.000 Kindern zu Fehlbildungen. Bei Kindern von Müttern, die stattdessen Penicillin bekommen hatten, waren es 18 von 1.000 Kindern. Besonders häufig traten Herzfehler auf.

Die Forschenden betonen, dass ihre Studie lediglich eine Beobachtung  beschreibt, aber keinen kausalen Zusammenhang nachweist. Dafür wären weitere Untersuchungen nötig.

Quelle: British Medical Journal


Sprachassistenten mit weiblicher Stimme werden als weniger kompetent wahrgenommen

Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern aus Mainz. Der Studie liegt ein Experiment zugrunde, bei dem Probanden die Kompetenz eines Sprachassistenten bewerten sollten. Dazu stellten die Studienteilnehmer dem Assistenten vorgegebene Fragen, auf die dieser mit aufgezeichneten Antworten reagierte. Entweder mit einer männlichen oder mit einer weiblichen Stimme. Obwohl in beiden Stimmlagen die gleichen Antworten abgespielt wurden, schätzten die Probanden den weiblich klingenden Sprachassistenten im Anschluss als weniger kompetent ein. Das zeige, dass Geschlechterklischees, also die stereotype Verknüpfung bestimmter Eigenschaften mit Männern oder Frauen, selbst auf Technologien wie den Sprachassistenten übertragen werden, schlussfolgern die Forschenden in einer Zusammenfassung der Studie.

Quelle: Konferenzbericht


Ein Aufenthalt im All beeindruckt Bakterien wenig

Im Trinkwasserspender auf der Internationalen Raumstation leben zwei Bakterienarten, die in dem Behälter von der Erde mit ins All gereist sind. Forschende aus den USA haben jetzt untersucht, ob der Aufenthalt in der Schwerelosigkeit die Bakterien verändert hat. In Proben, die zwischen 2010 und 2014 gesammelt wurden fanden die Wissenschaftler 24 verschiedene Stämme der beiden Arten. Deren Gensequenzen ähneln sich laut der Untersuchung stark. Das lässt darauf schließen, dass sich alle Stämme von den beiden Ursprungsstämmen von der Erde entwickelt haben. Hinweise, dass das Leben auf der ISS die Bakterien aggressiver gemacht hat, fanden die Wissenschaftler nicht. All Stämme konnten mit gängigen Antibiotika bekämpft werden. Die Studie ist in der Fachzeitschrift PLOS ONE erschienen.

Quelle: PLOS ONE


Die Grippewelle in Deutschland nimmt Fahrt auf

Seit dem Herbst sind in Deutschland mehr als 79.000 im Labor bestätigte Fälle gemeldet worden.  Fast die Hälfte davon in den letzten zwei Wochen. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut hervor. 130 Menschen sind an einer solchen Infektion gestorben. Knapp 13.300 Erkrankte wurden in Kliniken behandelt. Besonders häufig sind Ausbrüche mit mehreren Erkrankten in Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern.

Da die gemeldeten Fälle wohl nicht das gesamte Bild liefern, geht die Arbeitsgemeinschaft von einer deutlich höheren tatsächlichen Fallzahl aus. Die echte Grippe kann durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen, sowie durch verunreinigte Gegenstände übertragen werden. Häufiges und gründliches Händewaschen gilt als besonders hilfreich, um Ansteckungen zu vermeiden.

Quelle: dpa

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