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Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

China will Verzehr von Wildtieren verfolgen +++ Künstliche Mangrove +++ Forscher betrachten den Gleichgewichtssinn von Fischen, um ein Gift aufzuspüren +++ Britische Grundschüler sollen keine Kopfbälle trainieren +++ Fadenwürmer befallen Gehirne von Eidechsen-Embryonen +++ Archäologischer Fund beflügelt die Legende um Romulus

Von Piotr Heller

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China will den illegalen Handel und den Verzehr von Wildtieren stärker verfolgen

Wie eine chinesische Nachrichtenagentur meldet, hat die Volksrepublik heute ein entsprechendes Verbot verabschiedet. Der Verzehr ökologisch wichtiger sowie wissenschaftlich und sozial wertvoller Tiere, die staatlich geschützt sind, soll demnach vollständig verboten werden. Wer Wildtiere illegaler weise jagt oder isst, soll hart bestraft werden. Ziel der Verordnung sei es, Gesundheitskrisen zu vermeiden.

Experten gehen davon aus, dass das neue Coronavirus von Wildtieren auf den Menschen übertragen worden sein könnte. Bislang gilt China als Dreh- und Angelpunkt für den illegalen Handel mit Wildtieren.

Quelle: xinhuanet


Ingenieure haben eine künstliche Mangrove gebaut

Das besondere an Mangroven ist, dass sie in Salzwasser überleben können. Dafür lassen sie Wasser – wie andere Pflanzen auch – über ihre Blätter verdampfen und saugen es gleichzeitig mittels Kapillaren aus dem Boden nach oben. Das erzeugt einen derartigen Unterdruck, dass die Mangrove Salzwasser durch Membranen in ihren Wurzeln ziehen kann und es dadurch entsalzt. ­

Diesen Mechanismus hat das Team aus den USA, Canada und China nun in kleinem Maßstab in einem technischen Gerät nachempfunden. Im Fachblatt Science Advances schreiben die Forscher, dass sich mit dem Gerät die Hydraulik von Pflanzen besser erforschen ließe.

Für die Meerwasserentsalzung im industriellen Stil sei es aber nicht geeignet. Stattdessen könnte man das System in Gebäude integrieren, um etwa Wasser nach eine Flutkatastrophe automatisch von den Straßen weg zu pumpen und verdampfen zu lassen.

Quelle: Science Advances


Amerikanische Forscher betrachten den Gleichgewichtssinn von Fischen, um den Ursprung eines Gifts aufzuspüren

Die Wissenschaftler haben 2011 etwa 1000 Exemplare des Sacramento Splittail gefangen – einer Fischart, die in der Gegend um San Francisco lebt. Etwa 80 Prozent der Tiere hatten verformte Wirbelsäulen. Die Forscher gehen davon aus, dass Selen zu diesen Missbildungen geführt hat und machten sich daran, die Quelle des chemischen Elements zu suchen.

Dazu analysierten sie kleine Körnchen in den Gleichgewichtsorganen der Fische, denn sie spiegeln wie die Jahresringe eines Baumes die Lebensbedingungen der Tiere wieder. So konnten die Forscher zeigen, dass die Fische das Selen von ihren Müttern mitbekommen sowie sehr früh in ihrem Leben durch Nahrung aufgenommen hatten. Das berichten die Wissenschaftler im Fachblatt Environmental Science and Technology.

Die Quelle des Selens haben sie noch nicht gefunden, aber der Ansatz mit den Gleichgewichtsorganen könnte in Zukunft dabei helfen, den Ursprung von Umweltgiften zu entdecken.  

Quelle: Environmental Science and Technology


Britische Grundschüler sollen keine Kopfbälle mehr trainieren

Das haben die Fußballverbände Englands, Schottlands und Irlands heute beschlossen. Demnach sollen Kinder im Alter von bis zu sieben Jahren gar keine Kopfbälle trainieren, für ältere Kinder und Jugendliche soll es Einschränkungen geben. In Fußball-Wettbewerben bleiben Kopfbälle erlaubt.

Hintergrund ist die so genannte FIELD-Studie der Universität Glasgow. Sie kam zu dem Ergebnis, dass ehemalige Fußballer ein 3,5-mal höheres Risiko haben, an einer Gehirnerkrankung zu sterben als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Die Studie hat keine direkte Verbindung von Kopfbällen und neurodegenerativen Erkrankungen festgestellt. Dennoch wolle man alle potentiellen Risiken mindern, heißt es von Englands Fußballverband.

Quelle: BBC | Independent


Fadenwürmer befallen auch Gehirne von Eidechsen-Embryonen

Ein internationales Team hat die Würmer in den Eiern von Eidechsen in den Pyrenäen entdeckt. Es sei das erste Mal, dass derartige Parasiten in den Eiern von Reptilien gefunden wurden, heißt es in einer Pressemitteilung zu der Studie.

Bei den mikroskopischen Würmern handelt es sich um eine bislang unbekannte Art. Sie hatten neben den Gehirnen der ungeschlüpften Jungtiere auch die Eierstöcke von deren Müttern befallen. Der Fund ist ungewöhnlich, denn bisher ging man davon aus, dass eierlegende Tiere Parasiten nicht an ihren Nachwuchs weitergeben.

Obwohl die Jungtiere die Würmer in ihren Gehirnen trugen, schienen sie nach dem Schlüpfen gesund zu sein. Die Forscher haben ihre Entdeckung im Fachblatt American Naturalist beschrieben.

Quelle: American Naturalist | Pressemitteilung


Ein archäologischer Fund im antiken Teil Roms beflügelt die Legende um Romulus

Es handelt sich um einen etwa 1,40 Meter langen Sarkophag aus Tuffstein. Archäologen haben ihn in einem unterirdischen Raum auf dem Areal des Forum Romanum entdeckt. Bei dem Raum handelt es sich vermutlich um eine Kulturstätte, die Romulus gewidmet sein soll. Der Legende nach hat Romulus mit seinem Zwillingsbruder Remus die Stadt Rom um 753 vor Christus gegründet.

Der unterirdische Raum liegt dort, wo Romulus laut alten Texten beerdigt worden sein soll. Jedoch wird sich nicht beweisen lassen, ob es sich tatsächlich um die letzte Ruhestätte des Stadtgründers handelt, zumal die Schriften besagen, dass Romulus entweder in einem Sturm verschwand oder von Gegnern in Stücke geteilt wurde. Daher handelte es sich bei dem Raum wohl um einen Ort für den Romulus-Kult und eher nicht um ein Grab. Der Sarkophag darin soll aus dem 6. Jahrhundert vor Christus stammen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Raum entdeckt, geriet jedoch in Vergessenheit.

Quelle: dpa | AFPD

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