Donnerstag, 09.04.2020
 
Seit 20:00 Uhr Nachrichten
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft26.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Eine elektronische Nase hilft bei der Krebsvorsorge +++ Ein Supervulkan war weniger verheerend als gedacht +++ Die Starlink-Verdunkelung zeigt wenig Effekt +++ Die Schäden in deutschen Wäldern sind größer als bisher angenommen +++ Das Sars-Coronavirus 2 breitet sich weltweit immer stärker aus

Von Lucian Haas

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Eine elektronische Nase hilft bei der Krebsvorsorge

Das Barrett-Syndrom ist eine krankhafte Veränderung mit Wucherungen des inneren Gewebes der Speiseröhre. Es gilt als eine Vorstufe bei der Entwicklung von Speiseröhrenkrebs und ist eine Folge einer chronischen Refluxerkrankung. Diagnostizieren lässt sich das Barrett-Syndrom bisher nur mit einer Endoskopie der Speiseröhre. Künftig könnte das auch per Atemanalyse mit künstlicher Intelligenz möglich werden. Britische Mediziner haben ein Verfahren getestet, bei dem der Atem von Probanden mit und ohne Barrett-Syndrom von einer elektronischen Nase erfasst wurde. Das System war zuvor darauf trainiert worden, typische Geruchsmuster, die auf ein Barrett-Syndrom hindeuten, zu erkennen. In Tests erreichte die elektronische Nase eine Trefferquote von 91 Prozent. Nach Ansicht der Ärzte könnte der Atemtest die Endoskopie zwar nicht komplett ersetzen, doch damit würde ein kostengünstiges Screening möglich von Risiko-Patienten, die schon an einer Refluxkrankheit leiden. Die Studie ist im Fachjournal Gut erschienen.

Quelle: Gut


Ein Supervulkan war weniger verheerend als gedacht

Vor 74.000 Jahren explodierte auf Sumatra der Supervulkan Toba. Die verdunkelnden Gesteins- und Aerosolwolken veränderten das globale Klima so stark, dass damals gar das Überleben der Menschheit in Frage stand – so zumindest eine weit verbreitete Vorstellung. Doch die Auswirkungen des Ausbruchs waren offenbar gar nicht so dramatisch. Eine Forschergruppe des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte stieß in einer Ausgrabungsstätte im zentralindischen Dhaba auf Fundschichten mit Steinwerkzeugen. Sie sind durch den Tuff der Toba-Eruption voneinander getrennt. Die Werkzeuge darunter und darüber weisen allerdings keine nennenswerten Unterschiede auf. Die Forscher sehen daran Zeichen einer kulturellen Kontinuität. Das passt nicht zu der Hypothese, der Toba-Supervulkan hätte zu einem katastrophalen Zusammenbruch von Kulturen geführt. Die Studie ist im Fachmagazin Nature Communications erschienen.

Quelle: Nature Communications


Die Starlink-Verdunkelung zeigt wenig Effekt

Starlink heißt eine Serie von Hunderten von Satelliten, mit der die Weltraumfirma SpaceX einen weltumspannenden Internetzugang anbieten will. Bei Astronomen steht das Projekt allerdings in der Kritik, weil die Starlink-Satelliten in ihrer niedrigen Umlaufbahn für helle Lichtreflexe sorgen. Sie stören die Beobachtungen des Nachthimmels. Testweise hatte SpaceX deshalb einen Satelliten  mit extra dunkel lackierter Unterseite ins All geschickt. Jetzt haben Astronomen erste Messungen der Helligkeit dieses Darksat genannten Trabanten gemacht. Den Ergebnissen nach erscheint Darksat tatsächlich etwas dunkler. In seiner Umlaufbahn auf 550 Kilometer Höhe wäre er mit dem bloßen Auge so gut wie nicht mehr zu erkennen. Für die besonders lichtempfindlichen Instrumente der Astronomen mache die dunkle Beschichtung aber kaum einen Unterschied, schreibt der Astronom Richard Cole vom University College London auf der Newsseite Reddit.

Quelle: Reddit


Die Schäden in deutschen Wäldern sind größer als bisher angenommen

Das Bundesagrarministerium hat heute in Berlin neue Daten über die Waldschäden veröffentlicht, die in den vergangenen zwei Jahren als Folge von Stürmen, Trockenheit und einem starken Borkenkäferbefall aufgetreten sind. Demnach müssen insgesamt 245.000 Hektar anstatt der bislang veranschlagten 180.000 Hektar aufgeforstet werden. Das Ministerium geht für das laufende Jahr von einem Schadholzanfall von 160 Millionen Kubikmetern aus. Von den Waldschäden besonders betroffen sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen.

Quelle: Agenturen


Das Sars-Coronavirus 2 breitet sich weltweit immer stärker aus

Die Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnete erstmals mehr neue Erkrankungsfälle außerhalb Chinas als innerhalb. Gestern wurden in China 411, außerhalb der Volksrepublik 427 neue Infektionen mit dem Virus gemeldet. Vor allem in Südkorea, dem Iran und in Italien sind die Zahlen der Erkrankten weiter deutlich angestiegen. In Italien gibt es mittlerweile 374 bestätigte Fälle einer Coronavirus-Infektion. Auch aus Brasilien wurde ein erster Fall bekannt. Damit ist das neuartige Coronavirus selbst  in Südamerika angekommen und somit, wenn auch teils nur in kleinen Fallzahlen, mittlerweile auf allen besiedelten Kontinenten präsent. Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides rief alle Mitgliedsländer dazu auf, ihre Pandemiepläne mit Blick auf das neue Coronavirus zu überarbeiten. Noch befinde sich die Europäische Union in der Eindämmungsphase. Aber die Lage bei der neuen Lungenkrankheit könne sich schnell ändern, wie die Entwicklung in Italien zeige. Bei einem mit dem Coronavirus infizierten Patienten aus Heinsberg in Nordrhein-Westfalen stellte sich heraus, dass er kürzlich noch an einer Karnevalssitzung in seinem Heimatort Gangelt an der niederländischen Grenze teilgenommen hatte. Die Behörden riefen Teilnehmer der Sitzung dazu auf, auf Krankheitssymptome zu achten.

Quelle: Agenturen

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk