Samstag, 04.04.2020
 
Seit 18:10 Uhr Der Abend
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft02.03.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Der Versorgungseisbrecher hat die Polarstern erreicht +++ Corona-Auswirkungen in China lassen sich in der Luft messen +++ Neue Methode, um den Spin von Quantenpunkten zu ermitteln +++ Oberflächenbehandlung gegen Eis +++ Forscher haben erstmals die Seehund-Bestände in der Elbe gezählt

Von Piotr Heller

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Der lange erwartete Versorgungseisbrecher hat nun die Polarstern erreicht

Das Forschungsschiff Polarstern driftet seit Oktober, festgefroren an einer Eisscholle durch die Arktis. Im Rahmen der Expedition Mosaic erforschen Wissenschaftler dort die Auswirkungen des Klimawandels.

Eigentlich hatte Mitte Februar der russische Eisbrecher Kapitan Dranitsyn die Polarstern erreichen sollen, kam wegen dicker Eismassen jedoch nicht voran. Am Freitag dann kam der Eisbrecher verspätet an sein Ziel. Er legte knapp einen Kilometer entfernt von der Polarstern an. Seitdem werden Crew und Material zu Fuß, auf Schneemobilen und mit Pistenraupen zwischen den Schiffen ausgetauscht.

Die Universität Cambridge meldet derweil, dass die Expedition letzte Woche einen Rekord gebrochen hat: Am Dienstag war die Polarstern mit 88°36‘ nördlicher Breite so weit in den Norden vorgedrungen wie noch kein Schiff zuvor im arktischen Winter. Sie befindet sich nun gut 150 Kilometer von Nordpol entfernt.

Quelle: Pressemitteilung


Die Auswirkungen des Corona-Virus in China lassen sich in der Luft messen

Das gilingt über üben Stickstoffdioxid-Ausstoß. Die Nasa hat zwei Satellitenbilder veröffentlich, auf denen die Konzentration dieses Luftschadstoffs über China zu sehen ist. Anfang Januar war diese Konzentration demnach deutlich höher als im Februar, also nachdem die Behörden angefangen haben, Teile des Landes abzuriegeln und Industrieanlagen zu schließen. Laut Nasa-Forschern ist die Luftverschmutzung zunächst in Wuhan zurückgegangen und später im Rest des Landes.

Quelle: Nasa


Japanische Ingenieure messen den Spin von Quantenpunkten mit einer neuen Methode

Das könnte sich bei der Entwicklung von praktikablen Quantencomputern als hilfreich erweisen. Die müssen für ihre Berechnungen Daten in Form von Qubits speichern. Dabei kann es sich zum Beispiel um den Spin, also den Eigendrehimpuls eines Elektrons in einem Quantenpunkt handeln.

Das Problem ist das Auslesen dieses Speichers. Wiederholt man den Prozess oft, kann das den Spin des Elektrons verändern und die Information beeinträchtigen. Die Forscher haben daher eine neue Methode für das Auslesen entwickelt: Sie übertragen den Spin sozusagen auf ein benachbartes Elektron und lesen ihn dort aus.

Mit diesem Ansatz zerstörten sie die Information deutlich seltener, als bei klassischen Methoden zur Messung von Spin-Zuständen. Die Studie ist im Fachblatt Nature Communications erschienen.

Quelle: Nature Communications 


Eine Oberflächenbehandlung mit Laser soll dafür sorgen, dass Bauteile nicht vereisen

Eis ist vor allem auf Flugzeug-Tragflächen ein Problem, denn es verschlechtert deren aerodynamischen Eigenschaften. Darum werden Flugzeuge im Winter vor dem Start mit Chemikalien von Eis befreit. Manche Maschinen verfügen zudem über Wärme-Paneele, damit sich während des Flugs kein Eis bildet.

Forscher aus Deutschland haben nun eine Methode entwickelt, die das Enteisen vereinfachen könnte. Dafür erzeugen sie mittels Lasern Nano-Strukturen auf den Oberflächen. Für das Auge unsichtbar, sorgen sie dafür, dass Eis nach einiger Zeit von alleine abfällt oder zumindest mit deutlich weniger Energie entfernt werden kann.

Windkanal-Tests hätten den Nutzen bestätigt, heißt es in einer Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik zu dem Thema. Die Oberflächenbehandlung ließe sich auch auf Windkraftanlagen anwenden und könnte sie effizienter machen.

Quelle: Pressemitteilung


Forscher haben erstmals die Seehund-Bestände in der Elbe ermittelt

Sie untersuchten dabei die Wattflächen der Tideelbe, also in dem Teil des Flusses, der sich von der Mündung bis kurz vor Hamburg erstreckt. Außerhalb des Sommers haben die Experten im Schnitt 60 bis 200 Seehunde gezählt. Zur Wurfzeit im Juni und Juli sei die Zahl auf 530 angestiegen, heißt es von der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Die Zählung entlang der Elbe füllt eine Wissenslücke bei den Seehund-Beständen. Die seien bisher vor allem im Wattenmeer erhoben worden, teilt die Bundesanstalt mit. Mit den neuen Daten ließe sich die Entwicklung des Bestands besser einschätzen. Außerdem könne man dank des Wissens bei Bauarbeiten entlang der Elbe noch mehr Rücksicht auf die Tiere nehmen. Wissenschaftlich interessant sind die Zahlen, weil Seehunde als Bioindikatoren gelten, die wiederum Rückschlüsse auf Fischbestände und die Wasserqualität zulassen.

Für ihre Erhebung haben die Wissenschaftler die Liegeplätze der Tiere von einem Flugzeug aus fotografiert. Als erfreulich bezeichnete die Bundesanstalt die große Anzahl an Jungen: Im Juni seien unter den 531 erfassten Seehunden 202 Jungtiere gewesen.

Quelle: BfG

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk