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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft19.03.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die Suche nach einem Medikament gegen COVID-19 geht weiter +++ Ein urzeitlicher Fisch hatte Flossen mit Fingern +++ In Grönland sind im letzten Sommer 600 Milliarden Tonnen Eis geschmolzen +++ Eine zuckerreiche Ernährung stört die Nierenfunktion +++ Riff-Mantas tauchen mehr als 650 Meter tief

Von Magdalena Schmude

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Die Suche nach einem Medikament gegen Covid 19 geht weiter

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin will in der kommenden Woche eine Studie starten, bei der Patienten den Wirkstoff Chloroquin erhalten sollen. Die Substanz hatte in Laborversuchen eine Wirkung gegen Sars-CoV2 gezeigt. Die Tübinger Forscher wollen das Medikament an leicht erkrankten Patienten testen, eine Kontrollgruppe soll Placebos bekommen.

Chinesische Wissenschaftler haben Patienten, die an COVID-19 erkrankt waren, mit einer Kombination aus zwei Wirkstoffen behandelt, die auch gegen das HI-Virus eingesetzt werden. Wie die Forschenden im New England Journal of Medicine schreiben, hatte die Behandlung aber nicht den erhofften positiven Effekt

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO leitet eine großangelegte Studie. Dabei sollen fünf Medikamente untersucht werden. An der Studie nehmen neun Länder teil, darunter sind Frankreich, Norwegen, Spanien und der Iran. Das hat der Direktor der WHO gestern erklärt.

In den USA haben unterdessen erste Tests mit einem Impfstoff begonnen, der allerdings zuvor nicht auf seine Sicherheit untersucht worden war.

Quelle: New England Journal of Medicine, Agenturen

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Ein urzeitlicher Fisch hatte Flossen mit Fingern

Als die Fische an Land gingen, veränderte sich auch ihr Körperbau. Aus Flossen wurden Gliedmaßen mit Fingern oder Zehen. Wissenschaftler aus Kanada haben jetzt ein Fossil gefunden, das diesen Übergang besonders gut veranschaulicht. Das Fossil des Tieres, das vor rund 360 Millionen Jahren lebte, ist 1,5 Meter lang und sieht auf den ersten Blick noch aus wie ein Fisch. Tatsächlich stellte es wohl eine Übergangsform zwischen im Wasser und an Land lebenden Wirbeltieren da. Denn Aufnahmen mit einem Computertomographen zeigen, dass die Brustflosse neben den Flossenstrahlen mindestens zwei Finger enthielt. Drei weitere Finger sind angelegt. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Hände von Wirbeltieren aus den Brustflossen von Fischen entstanden sind schlussfolgern die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature.

Quelle: Nature


In Grönland sind 2019 600 Milliarden Tonnen Eis geschmolzen

Das ist soviel Eis, dass das Tauwasser den globalen Meeresspiegel innerhalb von zwei Monaten um rund 2 Millimeter hat ansteigen lassen. Das haben Wissenschaftlerinnen aus den USA berechnet. Für ihre Studie, die in den Geophysical Research Letters erschienen ist, haben die Forschenden Satellitenaufnahmen ausgewertet, die den Rückgang des Eises zeigen. Zum Vergleich: In den 17 Jahren zuvor war die Abnahme jeweils höchstens halb so groß.

Der vergangen Sommer war in der Arktis der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Quelle: Geophysical Research Letters


Eine zuckerreiche Ernährung stört die Nierenfunktion

Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam aus England. Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass Fruchtfliegen, deren Nahrung besonders zuckerreich war, kürzer lebten als Artgenossen die ohne viel Zucker ernährt wurden. Dabei ist für die verkürzte Lebensdauer nicht auf eine Störung des Stoffwechsels zurückzuführen, wie etwa bei Diabetes, obwohl die Fliegen auch dieses Problem bekamen. Stattdessen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass sich durch den hohen Zuckerkonsum Harnsäure im Körper der Fliegen anreicherte, was auf eine Beeinträchtigung der Nieren schließen lässt. Zu viel Harnsäure begünstigt außerdem die Bildung von Nierensteinen. Gaben die Forschenden den Fliegen besonders viel Wasser zu trinken, konnten sie die Entstehung der Nierensteine verhindern. Die Tiere lebten dann genauso lange wie ihre Artgenossen, waren gesundheitlich aber trotzdem beeinträchtigt.

Auch bei menschlichen Probanden, die viel Zucker zu sich nahmen, war die Nierenfunktion schlechter.

Die Studie ist im Fachjournal Cell Metabolism erschienen.

Quelle: Cell Metabolism


Riff-Mantas tauchen mehr als 650 Meter tief

Das haben Forschende der Universität von Neukaledonien beobachtet. Die Wissenschaftler hatten Riff-Mantas, die im Pazifik in der Nähe der Insel leben, mit Sendern ausgestattet, um ihr Tauchverhalten zu untersuchen. Mit Hilfe von Satelliten konnten die Mantas dann geortet werden. In der Fachzeitschrift PLOS ONE beschreiben die Forschenden ihre Ergebnisse.

Besonders nachts gingen die Tiere auf ausgedehnte Tauchgänge, die bis zu 672 Meter tief ins Wasser führten. Das sind 200 Meter mehr als bisher beobachtet worden war.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Mantas dort nach Nahrung suchen, da es im Oberflächenwasser rund um die Korallenriffe nicht mehr genug Plankton gibt.

Quelle: PLOS ONE

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