Montag, 25.05.2020
 
Seit 01:35 Uhr Hintergrund
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft06.04.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Corona-Kohortenstudie in München +++ Waldbrände nahe Tschernobyl treiben Radioaktivität in die Höhe +++ Alter eines Walhais ermittelt +++ Maschinelles Lernen soll Akkus überwachen +++ Nächster Mars-Rover hat nun Räder und Fallschirm +++ Fake News haben vielleicht keinen großen Einfluss +++ Tiger ferngesteuert von GPS-Sender befreit

Von Piotr Heller

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

In München hat eine Corona-Kohortenstudie begonnen

In den nächsten vier Wochen werden Forscher bei zufällig ausgewählten Haushalten klingeln und die Bewohner nach einer Blutprobe fragen. Insgesamt wollen sie auf diesem Wege 4.500 Personen testen.

Ziel ist es herauszufinden, welcher Anteil der Bevölkerung bereits Antikörper gegen das neue Virus gebildet hat. Virologen vermuten nämlich, dass viele Menschen mit SARS-CoV-2 angesteckt waren, jedoch keine ernsthaften Symptome entwickelt haben. Diese Dunkelziffer könnte zwischen einem und zehn Prozent der Bevölkerung liegen, sagte der Leiter der Studie von der LMU München laut dem Bayerischen Rundfunk.

Quelle: tagesschau.de  

Coronavirus (imago / Science Photo Library)Coronavirus (imago / Science Photo Library)


Waldbrände nahe Tschernobyl treiben die Radioaktivitätswerte in die Höhe

Das teilte der Leiter des ukrainischen Umweltinspektionsdienstes am Sonntag auf Facebook mit. Jegor Firsow schrieb, dass die Radioaktivität im Zentrum des Brandes überdurchschnittlich hoch sei. Er verlinkte ein Video, auf dem ein Messgerät eine – wie er schreibt – 16 Mal höhere Dosisleistung als gewöhnlich anzeigt.

Ukrainische Rettungsdienste hatten am Sonntagmorgen mitgeteilt, dass in der Luft keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden sei. Der Waldbrand hat sich nach Behördenangaben auf 100 Hektar ausgebreitet. Er erstreckt sich in der Sperrzone rund um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl.

Quelle: AFPD | Jegor Firsow via Facebook


Biologen haben erstmals das genaue Alter eines Walhais ermittelt

Ihr Alter ist das große Geheimnis der Walhaie, denn sie haben keine Statolithen. Dabei handelt es sich um Strukturen in den Ohren von Knochenfischen, an denen man ihr Alter ablesen kann.

Dafür weisen die Wirbel der Walhaie charakteristische Schichten auf – etwa so wie die Jahresringe eines Baums. Das Problem: Niemand wusste, ob sich die Schichten jährlich oder alle sechs Monate bilden.

Zumindest bis jetzt. Denn Meeresbiologen aus den USA, Australien und Island haben in den Wirbeln eines lange verstorbenen Walhais das Isotop Kohlenstoff-14 entdeckt. Es handelte sich um Spuren von Atomwaffentests aus dem Kalten Krieg. An ihnen konnten die Forscher erkennen, dass sich die Schichten jedes Jahr bilden, notieren sie in den Frontiers in Marine Science.

Damit haben sie einerseits gezeigt, dass der untersuchte Hai 50 Jahre alt wurde – aber auch anderen Wissenschaftlern ermöglicht, das Alter von Walhaien zu bestimmen.
 
Quelle: Pressemitteilung | Frontiers in Marine Science  


Maschinelles Lernen soll Akkus überwachen

Lithium-Ionen-Akkus in Autos oder Handys können mit der Zeit immer weniger Energie speichern. Jedoch ist es heute schwer vorherzusagen, wie lange ein solcher Akku noch ausreichend gut funktionieren wird.

Britische Forscher haben versucht, das mit einem System zum maschinellen Lernen zu lösen. Sie schickten insgesamt 20.000 elektrische Impulse durch verschiedene Akkus und zeichneten deren elektrische Reaktion auf. Mit diesen Daten fütterten sie das System und brachten ihm bei, daraus die restliche Lebenszeit der Akkus zu berechnen.

Im Fachblatt Nature Communications schreiben sie, dass ihr Vorgehen etwa zehn Mal genauer ist, als die bisherigen Vorhersagemethoden.
 
Quelle: Pressemitteilung | Nature Communications


Der nächste Mars-Rover hat nun Räder und einen Fallschirm

Wie die Nasa am Wochenende mitteilt, hat Perseverance – das ist der Name des Rovers – seine sechs Räder letzte Woche bekommen. Sie sind etwas größer als die des Mars-Rovers Curiosity. Zudem haben sie anstatt zick-zack-förmiger Stollen leicht geschwungene. Damit sollen die Räder besser mit spitzen Steinen fertig werden.

Außerdem haben die Nasa-Techniker in mehrtägiger Arbeit den Fallschirm befestigt. Es waren einige der letzten Handgriffe, bevor Perseverance in seine endgültige Konfiguration gebracht wird. Zwischen Mitte Juli und Anfang August soll er mit einer Atlas-V-Rakete in Richtung Mars starten und dort am 18. Februar 2021 ankommen.

Wenn alles nach Plan verläuft, wird sich der 21 Meter breite Fallschirm dann elf Kilometer über der Marsoberfläche öffnen, und der Rover wird mit ihm zum Jezero-Krater auf der Nordhalbkugel des roten Planeten hinabgleiten.
 
Quelle: Nasa via phys.org


Fake News haben vielleicht keinen großen Einfluss

Das legt eine Studie aus den Vereinigten Staaten nahe. Dort hat ein Forscherteam den Medienkonsum der Bürger untersucht und dabei zwischen TV-Nachrichten, Online-Artikeln und passiv betrachteten Schlagzeilen in Suchmaschinen und sozialen Medien unterschieden.

Die Analyse ergab, dass Fake News – also bewusst falsche oder irreführende Informationen – nur 0,15 Prozent des täglichen Medienkonsums ausmachen. Das berichten die Forscher im Fachblatt Science Advances.

Die Arbeit lege nahe, dass die Gründe für gesellschaftliche Polarisation und Fehlinformationen eher im Verzicht auf Nachrichten oder bei klassischen Nachrichtenformaten zu suchen seien.
 
Quelle: Science Advances


Nach einer 13-monatigen und 3.000 Kilometer langen Odyssee durch Indien ist ein Tiger nun sein Halsband los

Die Forscher haben das Walker getaufte Tier ferngesteuert von seinem GPS-Sender am Hals befreit. Der Tiger hatte es im Februar letzten Jahres als Dreijähriger angelegt bekommen. Dann lief er von einem Naturschutzgebiet im Westen des Landes los, durstreifte Wälder und kam schließlich in einem weiteren Naturschutzgebiet 1.300 Kilometer entfernt an.

Inzwischen waren die Batterien des GPS-Senders an seinem Hals leer und Walker so groß, dass das Halsband ihn zu würgen drohte. Die Forscher lösten es über einen ferngesteuerten Mechanismus. Der Moment ist auf einem Video festgehalten. Dort ist zu sehen, wie das Tier kurz aufspringt, als das Halsband abfällt.

Walker ist einer von 3.000 Tigern, die in Indien leben. Laut der Regierung hat sich die Zahl der Tiere seit 2015 um 30 Prozent erhöht.
 
 
Quelle: AFP via phys.org | Video via Youtube

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk