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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft09.04.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Deutsche Kliniken beteiligen sich an einer internationalen Medikamenten-Studie für COVID-19-Patient*Innen +++ Ein künstliches Enzym kann Plastik effizienter abbauen +++ Reptilien entwickeln sich seit 200 Millionen Jahren gleich +++ Ein Laser aus Silizium könnte Computer-Chips schneller machen +++ Drei Raumfahrer sind zur Internationalen Raumstation gestartet +++ Im Amazonasgebiet kultivierten Menschen schon vor 10.000 Jahren Nutzpflanzen

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Deutsche Kliniken beteiligen sich an einer internationalen Medikamenten-Studie für COVID-19-Patient*Innen

Das gab Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei einer Pressekonferenz in Berlin bekannt. Im Rahmen der großangelegten Untersuchung "Solidarity" unter Federführung der Weltgesundheitsorganisation WHO sollen unter anderem Wirkstoffe erprobt werden, die bereits gegen andere Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Darunter das Malaria-Medikament Chloroquin, das HIV-Mittel Kaletra und der Wirkstoff Remdesivir, der gegen Ebola entwickelt worden war. In Deutschland haben bisher zehn Krankenhäuser ihre Teilnahme an der Studie zugesagt. Ziel ist es herauszufinden, welchen Nutzen die Wirkstoffe bei einer Behandlung von COVID-19 haben, welche Dosierungen sinnvoll sind, aber auch welche Nebenwirkungen auftreten können.

Quelle: BMBF


Ein künstliches Enzym kann Plastik effizienter abbauen

Nur etwa ein Drittel des Kunststoffs PET, aus dem Getränkeflaschen bestehen, wird aktuell recycelt. Dafür wird das gesammelte Material eingeschmolzen und es entsteht eine minderwertige Mischung, die oft nicht mehr für die Herstellung neuer Verpackungen genutzt werden kann.
Forschende suchen deshalb schon lange nach anderen Möglichkeiten, um PET zu recyceln und sind jetzt fündig geworden. Ein Enzym, das die wachsartige Schicht auf der Oberseite von Blättern abbaut, kann auch die Bindung zwischen den beiden Bestandteilen von PET, Ethylenglycol und Therephtalsäure auflösen. In der natürlichen Form arbeitet es allerdings nur langsam und ist nicht hitzestabil. Wissenschaftler aus Toulouse haben das Enzym deshalb so verändert, dass es auch bei über 70 Grad Celsius noch stabil ist und innerhalb von zehn Stunden 200 Gramm PET zu 90 Prozent zerlegen kann. Aus den so gewonnen Bausteinen konnten die Forschenden neues, hochwertiges PET und daraus neue Plastikflaschen herstellen. Das berichten sie im Fachjournal Nature.

Quelle: Nature


Reptilien entwickeln sich seit 200 Millionen Jahren gleich

Wissenschaftlerinnen aus Südafrika ist es gelungen, Dinosaurier-Embryonen zu untersuchen, die noch von der Schale ihrer Eier umgeben sind. Dazu durchleuchteten sie fossile Eier des zweibeinigen Massospondylus am Europäischen Synchotron in Grenoble mit intensiver Röntgenstrahlung. Die dabei entstandenen Bilder zeigen in 3D die Knochen und Zähne der Tiere in den Eiern, die aus dem Unterjura stammen.

In der Fachzeitschrift Nature beschreiben die Forschenden die Rekonstruktion des etwa 2 Zentimeter langen Schädels. Sie konnten ableiten, dass die Entwicklung der Knochen in der gleichen Reihenfolge ablief wie heute bei modernen Krokodilen, Schildkröten oder Eidechsen. Das entsprechende Programm hat sich also seit mindestens 200 Millionen Jahren nicht verändert.

Quelle: Scientific Reports


Ein Laser aus Silizium könnte Computer-Chips schneller machen

Einem internationalen Forschungsteam ist es gelungen, eine Legierung aus Germanium und Silizium zu entwickeln, die Licht aussenden kann. Laser aus diesem Material könnten zukünftig in Computer-Chips verbaut werden und so die elektrische Datenweitergabe durch optische Signale ersetzen. Der Vorteil: Lichtsignale sind schneller als Strom und erzeugen keine Wärme, die zum Überhitzen der Bauteile führen kann. Ihre Entwicklung stellen die Wissenschaftler aus München, Eindhoven, Jena und Linz im Fachmagazin Nature vor.

Normalerweise verhindert die kubische Anordnung der Siliziumatome in einem Kristallgitter die Umwandlung der Energie von Elektronen in Licht. Deshalb brachten die Forschenden die Legierung auf einen Untergrund auf, der eine hexagonale Struktur besitzt. Diese Anordnung begünstigt das Aussenden von Licht. So zwangen die Wissenschaftler auch die Silizium-Atome in die entsprechende Anordnung.

Quelle: Nature


Drei Raumfahrer sind zur Internationalen Raumstation gestartet

Zwei russische und ein US-amerikanischer Astronaut sind heute Vormittag in einer Sojus-Rakete zur ISS gestartet. Die Rakete hob vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Der Start verlief ohne Probleme.
Um eine Infektion der drei Männer mit dem neuartigen Coronavirus auszuschließen, hatten sie zuvor gut einen Monat in Quarantäne gelebt.

Der Flug zur ISS dauert etwa sechs Stunden. Gegen 16:15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit soll die Kapsel mit den Raumfahrern an Bord dort andocken.

Quelle: NASA


Im Amazonasgebiet kultivierten Menschen schon vor 10.000 Jahren Nutzpflanzen

Bisher waren vier Regionen der Erde bekannt, in denen Menschen früh begannen, Landwirtschaft zu betreiben: In China wurde Reis kultiviert, im Mittleren Osten Getreide, in Mittelamerika Mais und Bohnen und in den Anden Kartoffeln und Quinoa. Wissenschaftler aus der Schweiz, Spanien und England haben jetzt entdeckt, dass in der Moxos-Ebene im nördlichen Tiefland von Bolivien schon etwa 8.000 vor Christus Maniok und Kürbisgewächse angebaut wurden. Darauf liefern Wald-Inseln in der Savanne Hinweise, die auch bei regelmäßigen Überschwemmungen der Gegend über dem Wasserspiegel lagen, wie die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature schreiben.

Sie vermuten, dass die erhöhten Landflecken künstlich angelegt wurden, um dauerhaft Gemüse anzubauen. Phytholiten, die in Erdproben der Waldinseln gefunden wurden, bestätigten die Vermutung. Diese Strukturen aus Poly-Kieselsäuren werden im Pflanzengewebe gebildet und haben je nach Art der Pflanze eine typische Form. Mit Hilfe der Radiokarbondatierung konnten die Wissenschaftler außerdem das Alter der Phytolithe bestimmen und damit den Beginn des Gemüseanbaus in der Region.

Quelle: Nature

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