Mittwoch, 22.09.2021
 
Seit 22:05 Uhr Spielweisen
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft14.04.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Nebenwirkungen stoppen Teile einer Corona-Studie +++ Ein neuer Diagnostiktest könnte bei Nierentransplantationen helfen +++ Flamingos schließen lang anhaltende Freundschaften +++ Die Pflanzenvielfalt in europäischen Wäldern nimmt ab +++ Die USA genehmigen Speicheltests für Sars-CoV-2-Infektionen +++ Astronomen beobachten eine gewaltige Supernova +++ Der See Genezareth ist gut gefüllt +++

Von Michael Stang

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Nebenwirkungen stoppen Teile einer Corona-Studie

Ein internationales Forschungsteam hatte im brasilianischen Manaus eine Studie begonnen, bei der das Malaria-Medikament Chloroquin auf seine Wirksamkeit gegen Covid-19 untersucht wird. Dabei sollte das Medikament in zwei Dosen an 440 schwererkrankten Covid-19-Patienten getestet werden.

Wie die Forschenden auf dem Preprint-Server medRxiv mitteilen, kam es bei einem Viertel der Patienten, denen zehn Tage lang zwei Mal täglich 600 Milligramm verabreicht wurden, zu Herzrhythmusproblemen. Die Tendenz deutete darauf hin, dass es in dieser Gruppe mehr Todesfälle gab, daher stoppten die Studienautoren diesen Teil des Projekts. Die Teilnehmenden der zweiten Gruppe erhielten am ersten Tag zweimal 450 Milligramm und dann vier Tage lang jeweils einmal diese Dosis. Ob sich dies als wirksam und sicher erweist, ist noch nicht bekannt.

Quelle: Medrxiv | Agenturen


Ein neuer Diagnostiktest könnte bei Nierentransplantationen helfen

Um die diagnostischen Tests für Patientinnen und Patienten mit Nierentransplantationen zu verbessern, hat ein internationales Forschungsteam die Untersuchung von Urinproben mit der CRISPR-Technologie kombiniert. Das Verfahren weist zwei Viren nach, die frisch Transplantierte häufig infizieren, schreiben die Forschenden vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin im Fachblatt NATURE Biomedical Engineering. Mithilfe des neuen Verfahrens sollen Risiken einer möglichen Abstoßung von Nierentransplantaten früh erkannt werden. Zudem könnten damit bisherige Bluttests und invasive Nierenbiopsien überflüssig werden, hoffen die Studienautoren.

Quelle: NATURE Biomedical Engineering | MDC


Flamingos schließen lang anhaltende Freundschaften

Ein Team der Universität von Exeter hat in einem Wildtierreservat in England vier Flamingo-Arten untersucht. Ziel der Fünf-Jahres-Studie war herauszufinden, wie komplex Flamingo-Gesellschaften sind. Wie die Forschenden im Fachblatt Behavioural Processes darlegen, gibt es demnach bei Flamingos zahlreiche enge soziale Bindungen, darunter monogame Paare, gleichgeschlechtliche Freundschaften und Gruppen von drei und vier engen Freunden.

Die Studie zeigt, dass die primär in großen Herden lebenden Vögel auch regelmäßig Zeit mit bestimmten engen "Freunden" verbringen. Zudem meiden Flamingos bestimmte Artgenossen. Demnach bestehen die sozialen Kontakte bei Flamingos eher aus langjährigen Freundschaften denn aus losen, zufälligen Verbindungen.

Quelle: Behavioural Processes | University of Exeter


Die Pflanzenvielfalt in europäischen Wäldern nimmt ab

Das geht aus einer Studie eines internationales Forschungsteams unter Leitung des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung hervor, die im Fachblatt NATURE Ecology & Evolution erscheint. Die Ökologen hatten Daten von 68 Standorten in europäischen Wäldern untersucht und geschaut, ob, wie und warum sich die Vielfalt von mehr als 1.100 Pflanzenarten in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Demnach haben chronische und exzessive Stickstoffeinträge in weiten Teilen Europas zu einem Rückgang und der damit einhergehenden erhöhten Aussterbewahrscheinlichkeit bestimmter Pflanzen geführt. Während heimische Arten mit einer geringeren Verbreitung verschwinden, verbreiten sich stickstoffliebende, teils exotische Arten extrem schnell.

Quelle: NATURE Ecology & Evolution | iDiv


Die USA genehmigen Speicheltests für Sars-CoV-2-Infektionen

Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA hat Forschenden der Rutgers Universität die Zulassung erteilt, künftig auch mit einem Speicheltest auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu testen. Erste Vergleichstests mit den Abstrichen von 60 Patienten hätten jeweils das gleiche Ergebnis erbracht, teilte die Hochschule mit.

Bislang testet das medizinische Personal mit einem Abstrich aus Rachen oder Nase der Patienten auf eine mögliche Infektion mit Sars-CoV-2, was mit einer gewissen körperliche Nähe und damit einem Ansteckungsrisiko einhergeht. Viele Kliniken empfehlen daher, nach jedem Kontakt Handschuhe und Masken zu tauschen, die jedoch vielerorts Mangelware sind. Bei einem Speicheltest hingehen können die Menschen die Probe selbst abgegeben.

Quelle: Rutgers University


Astronomen beobachten eine gewaltige Supernova

Bei einer Supernova explodiert ein massereicher Stern und setzt dabei in kurzer Zeit extrem viel Energie frei. Ein internationales Forschungsteam berichtet im Fachblatt NATURE Astronomy, dass die Supernova SN2016aps mehrere Rekorde aufgestellt hat. Das Ereignis war demnach rund zehn Mal energiereicher als eine durchschnittliche Supernova und strahlte rund 500 Mal heller. Die Studienautoren vermuten, dass der explodierte Stern aus der Verschmelzung von zwei großen Sonnen hervorgegangen ist. Dafür spricht unter anderem der ungewöhnlich hohe Wasserstoffanteil in der Explosionswolke.

Quelle: NATURE Astronomy


Der See Genezareth ist gut gefüllt

Das Gewässer im Norden Israels gilt als der wichtigste Frischwasserspeicher des Landes. Aktuell beherbergt der See so viel Wasser wie in den vergangenen 16 Jahren nicht mehr. Nach einem regenreichen Wochenende lag der Stand laut Angaben der israelischen Wasserbehörde 21 Zentimeter unter der vollen Kapazität. Mit gut 209 Metern über dem Meeresspiegel war das so hoch wie seit 2004 nicht mehr. 

Kommende Woche wird der Pegel vermutlich weiter steigen, weil wegen der religiösen Vorschriften zum Pessach-Fest kein Wasser aus dem See in die Trinkwasserleitungen abgepumpt wird. Israel leidet wie viele Staaten im Nahen Osten unter extremer Wasserknappheit. 2018 hatte Israel in einem Notfallplan beschlossen, erstmals entsalztes Meerwasser in den See einzuleiten. Grund war eine seit Jahren anhaltende Trockenheit.

Quelle: Agenturen

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk