Die Deutsche Umwelthilfe machte heute auf ein - so wörtlich - erhebliches Sicherheitsrisiko in deutschen Atomkraftwerken aufmerksam. Dabei geht es um ein technisches Detail, welches schon seit Jahren bekannt ist. Es geht darum, dass zerstörtes Dichtungs- und Dämmmaterial nach einem Leck im Kühlkreislauf zu unkalkulierbaren Folgen führen kann. Erstmals aufgetreten war das Problem 1992 bei einem Unfall im schwedischen Atomkraftwerk Barsebäck. Seitdem suchen Experten nach einer Lösung. Damals verhinderten Dämm- und Fasermaterial eine notwendige und sicherheitsrelevante Kühlung des Systems. Doch weitergekommen sei man nicht, das Problem habe sich verändert und somit sogar verschärft, sagt Rainer Baake, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.
"Als allerdings in den vergangenen Jahren durch Simulation versucht wurde, den Nachweis zu erbringen, dass das Problem nun tatsächlich und hundertprozentig gelöst sei, hat sich herausgestellt, dass die jetzige Situation keineswegs unproblematisch ist. Weil sich nun Dämm- und Fasermaterial durch die Siebe bewegen kann, durch Pumpen dann sogar in den Reaktorkern transportiert wird. Dort werden dann entsprechende Abstandshalter zugesetzt und damit der Reaktor in seiner Funktionstätigkeit beeinträchtigt."
Vereinfachend ausgedrückt befürchtet die Deutsche Umwelthilfe nun eine Art Verstopfung im Kern eines Atomkraftwerks. Und das trotz umfangreicher Maßnahmen, die durch die Behörden und auch die Betreiber in den vergangenen Jahren angegangen wurden. Rainer Baake war früher selbst in politischer Verantwortung, er war unter dem grünen Minister Jürgen Trittin Staatssekretär im Bundesumweltministerium.
"Nach unserer Kenntnis hat das Bundesumweltministerium nun entsprechende Forderungen an die Behörden gerichtet. Allerdings sind nach unseren Recherchen die Landesbehörden derzeit nicht dabei, das Problem energisch anzugehen. Insofern muss nun öffentlicher Druck erzeugt werden, damit die fünf Landesaufsichtsbehörden der Länder, wo Atomreaktoren in Deutschland stehen, mit aller Konsequenz gegenüber den Betreibern auftreten."
Die von der Umwelthilfe aufgedeckten Mängel sind das Titelthema der Zeitschrift "zeo2", die von der Deutschen Umwelthilfe herausgegeben wird. Marcus Franken ist von der Chefredaktion des Blattes. Die Quellen der Geschichte könne man nicht offenlegen, sagt er. Er befürchtet aber, dass das Thema in den nächsten Wochen eher unter den Teppich gekehrt werden soll.
"Es könnte potenziell alle Reaktoren in Deutschland betreffen. Und das ist auch das Problem der ganzen Geschichte. Wenn es nur einen einzelnen Typ oder Reaktor betreffen würde, dann würde man relativ fix reagieren können, beispielsweise durch Abschaltung. Da es aber alle betreffen kann, ist mit einer solchen Lösung nicht zu rechnen. Es geht beim politischen Druck auch um die zeitlich nahe Bundestagswahl. Unser Eindruck ist der, dass die Betreiber versuchen, über diesen Termin hinwegzukommen. Um dann eine der Atomkraft gegenüber mehr aufgeschlossene Bundesregierung vorzufinden."
Für die Deutsche Umwelthilfe geht es um die Beherrschbarkeit von potenziellen Störfällen in Atomkraftwerken. Diese müsse auf jeden Fall gewährleistet sein, sagt Rainer Baake, der Bundesgeschäftsführer.
"Deshalb sind die Aufsichtsbehörden jetzt gefordert, mit aller Strenge gegenüber den Betreibern den entsprechenden Sicherheitsnachweis einzufordern. Wenn dieser nicht erbracht werden kann, müssen die Reaktoren abgeschaltet werden."
Politik und Betreiber seien nun aufgefordert, transparent mit den - aus Sicht der Umwelthilfe - aufgedeckten Mängeln umzugehen.
"Als allerdings in den vergangenen Jahren durch Simulation versucht wurde, den Nachweis zu erbringen, dass das Problem nun tatsächlich und hundertprozentig gelöst sei, hat sich herausgestellt, dass die jetzige Situation keineswegs unproblematisch ist. Weil sich nun Dämm- und Fasermaterial durch die Siebe bewegen kann, durch Pumpen dann sogar in den Reaktorkern transportiert wird. Dort werden dann entsprechende Abstandshalter zugesetzt und damit der Reaktor in seiner Funktionstätigkeit beeinträchtigt."
Vereinfachend ausgedrückt befürchtet die Deutsche Umwelthilfe nun eine Art Verstopfung im Kern eines Atomkraftwerks. Und das trotz umfangreicher Maßnahmen, die durch die Behörden und auch die Betreiber in den vergangenen Jahren angegangen wurden. Rainer Baake war früher selbst in politischer Verantwortung, er war unter dem grünen Minister Jürgen Trittin Staatssekretär im Bundesumweltministerium.
"Nach unserer Kenntnis hat das Bundesumweltministerium nun entsprechende Forderungen an die Behörden gerichtet. Allerdings sind nach unseren Recherchen die Landesbehörden derzeit nicht dabei, das Problem energisch anzugehen. Insofern muss nun öffentlicher Druck erzeugt werden, damit die fünf Landesaufsichtsbehörden der Länder, wo Atomreaktoren in Deutschland stehen, mit aller Konsequenz gegenüber den Betreibern auftreten."
Die von der Umwelthilfe aufgedeckten Mängel sind das Titelthema der Zeitschrift "zeo2", die von der Deutschen Umwelthilfe herausgegeben wird. Marcus Franken ist von der Chefredaktion des Blattes. Die Quellen der Geschichte könne man nicht offenlegen, sagt er. Er befürchtet aber, dass das Thema in den nächsten Wochen eher unter den Teppich gekehrt werden soll.
"Es könnte potenziell alle Reaktoren in Deutschland betreffen. Und das ist auch das Problem der ganzen Geschichte. Wenn es nur einen einzelnen Typ oder Reaktor betreffen würde, dann würde man relativ fix reagieren können, beispielsweise durch Abschaltung. Da es aber alle betreffen kann, ist mit einer solchen Lösung nicht zu rechnen. Es geht beim politischen Druck auch um die zeitlich nahe Bundestagswahl. Unser Eindruck ist der, dass die Betreiber versuchen, über diesen Termin hinwegzukommen. Um dann eine der Atomkraft gegenüber mehr aufgeschlossene Bundesregierung vorzufinden."
Für die Deutsche Umwelthilfe geht es um die Beherrschbarkeit von potenziellen Störfällen in Atomkraftwerken. Diese müsse auf jeden Fall gewährleistet sein, sagt Rainer Baake, der Bundesgeschäftsführer.
"Deshalb sind die Aufsichtsbehörden jetzt gefordert, mit aller Strenge gegenüber den Betreibern den entsprechenden Sicherheitsnachweis einzufordern. Wenn dieser nicht erbracht werden kann, müssen die Reaktoren abgeschaltet werden."
Politik und Betreiber seien nun aufgefordert, transparent mit den - aus Sicht der Umwelthilfe - aufgedeckten Mängeln umzugehen.