55. Jahrestag
Erinnerung an Anschlagsversuch linker Terrorgruppe Tupamaros West-Berlin auf Jüdisches Gemeindehaus 1969

Experten haben anlässlich der NS-Pogrome vom 9. November 1938 auf Versuche von Extremisten verwiesen, das Gedenken an jüdische Opfer zu untergraben.

    Eine Frau mit Rollator verlässt den Eingangsbereich des Jüdischen Gemeindehauses.
    Das Jüdische Gemeindehaus an der Fasanenstraße in Berlin-Charlottenburg war 1969 Ziel eines Anschlagsversuchs der linken Terrorgruppe "Tupamaros West-Berlin". (picture alliance / Schoening )
    Neben Attacken mit Israelbezug und rechtsradikalen Motiven erinnerten sie an den 55. Jahrestag des linksextremistischen Anschlagsversuchs der "Tupamaros West-Berlin" auf das Jüdische Gemeindehaus. Die Erinnerungsabwehr sei kein neues Phänomen, betonte die Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung, OFEK. - Die linke Terrorgruppe Tupamaros, benannt nach einer kommunistischen Untergrundorganisation in Uruguay, hatte 1969 eine Bombe mit Zeitzünder platziert. Sie sollte während der Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen detonieren, was aus technischen Gründen scheiterte.
    Der Politologe Wolfgang Kraushaar sagte dem WDR, damals habe man noch gedacht, Linke könnten unmöglich antisemitisch sein. Nach dem Präventivschlag Israels im Sechstagekrieg 1967 gegen Ägypten und andere Staaten aber hätten manche Linke den Eindruck gewonnen, Israel sei auf die Seite der Täter gewechselt. Und so versuchten sie, Israel als Vorposten des US-amerikanischen Imperialismus zu identifizieren.
    Diese Nachricht wurde am 10.11.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.