Internationale Energieagentur
Erneuerbare Energien wachsen so schnell wie seit 25 Jahren nicht mehr

Der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur 2023 so schnell vorangekommen wie seit 25 Jahren nicht mehr.

11.01.2024
    Solarmodule stehen in Reihen in einem Solarkraftwerk in Schleswig-Holstein.
    Ausbau der erneuerbaren Energien kam 2023 rasch voran. (imago / Daniel Reinhardt)
    Wie die IEA mit Sitz in Paris mitteilte, legte die Stromerzeugung aus diesen Quellen im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 50 Prozent auf fast 510 Gigawatt zu. Drei Viertel des Wachstums entfielen auf die Photovoltaik. Getrieben worden sei das Wachstum vor allem durch den raschen Zuwachs der Solarenergie in China, hieß es. Laut dem IEA-Jahresbericht ging auch in Europa, den USA und Brasilien der Ausbau der Erneuerbaren stark voran.
    Die IEA schätzt, dass die Kapazitäten bei den Erneuerbaren bis 2030 um das zweieinhalbfache steigen werden. Allerdings hatten sich auf der Weltklimakonferenz in Dubai zahlreiche Staaten zum Ziel gesetzt, die Stromerzeugung aus diesen Energiequellen zu verdreifachen, im Vergleich zu 2022.
    Laut IEA müssen allerdings eine ganze Reihe weiterer Vorhaben umgesetzt werden, um die neuesten Klimaschutzziele zu erreichen. Die Energieagentur nennt beispielsweise Investitionen in den Netzausbau, mehr Akzeptanz von Solaranlagen und Windrädern in der Bevölkerung. Außerdem müsse dafür gesorgt werden, dass die Finanzierung von Erneuerbaren Energien in Schwellen- und Entwicklungsländern gesichert sei. So wie der Ausbau aktuell läuft, wird dieses Vorhaben laut den Berechnungen der IEA verfehlt.

    Erstmals mehr als die Hälfte der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien

    Wie die Bundesnetzagentur in Bonn jüngst mitteilte, haben erneuerbare Energien im vergangenen Jahr erstmals mehr als die Hälfte der deutschen Stromerzeugung ausgemacht. Demnach stieg der Anteil des Stroms aus Wind, Wasser, Sonne und anderen erneuerbaren Energien auf fast 56 Prozent. Im Jahr 2022 hatte der Wert bei 48,4 Prozent gelegen. Den Angaben zufolge ist die Steigerung vor allem auf das Wetter und auch auf höhere Kapazitäten zurückzuführen: Wasserkraftwerke hätten deutlich von stärkeren Regenfällen profitiert. In Windkraftanlagen an Land wurde 18 Prozent mehr Strom erzeugt.
    Diese Nachricht wurde am 11.01.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.