Eskalation im Nahen Osten
Erneuter gegenseitiger Beschuss - Netanjahu: wollen keinen Zermürbungskrieg - Guterres fordert Rückkehr zur Diplomatie

Israel und der Iran haben sich auch in der Nacht gegenseitig angegriffen.

    Netanjahu steht vor einer blauen Wand mit weißer hebräischer Schrift und neben einer israelischen Flagge. Er sagt etwas und gestikuliert dazu mit beiden Händen.
    Der israelische Ministerpräsident Netanjahu (hier in einer Videoansprache) (XinHua / dpa )
    Wie die israelische Armee mitteilte, bombardierten etwa 20 Kampfjets iranische Raketenstützpunkte sowie Satelliten- und Radaranlagen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Nour News wurde ein Militärkomplex in Parchin südöstlich von Teheran getroffen. In Israel fing das Militär mindestens eine ballistische Rakete aus dem Iran ab. Zuvor hatte es in Tel Aviv und Umgebung Raketenalarm gegeben. Ministerpräsident Netanjahu erklärte, er wolle einen Zermürbungskrieg mit dem Iran vermeiden. Er sagte der "Times of Israel", sobald die Bedrohungen durch ballistische Raketen und das Atomprogramm beseitigt seien, werde die Operation eingestellt.
    Nach dem US-Militärschlag gegen iranische Atomanlagen rief UNO-Generalsekretär Guterres zur Rückkehr zur Diplomatie auf. Er sagte in einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York, die Menschen in der Region könnten keinen weiteren "Zyklus der Zerstörung" ertragen. In Brüssel beraten heute die EU-Außenminister über die jüngsten Entwicklungen. Dabei dürfte es vor allem um die Frage gehen, wie die Europäer Bemühungen um eine diplomatische Lösung unterstützen können. Der iranische Außenminister Araghtschi reiste unterdessen zu Gesprächen nach Russland.
    Das US-Militär hatte in der Nacht zum Sonntag die iranischen Atomanlagen Forodo, Natans und Isfahan bombardiert und damit in den Krieg zwischen Israel und dem Iran eingegriffen.
    Diese Nachricht wurde am 23.06.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.