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StartseiteForschung aktuellWarum bei Regelverstößen selten einer den Mund aufmacht02.11.2016

Erosion sozialer NormenWarum bei Regelverstößen selten einer den Mund aufmacht

Passanten greifen in Deutschland nur selten ein, wenn jemand Müll auf den Boden fallen lässt. Dieses Verhalten sei unabhängig davon, für wie gravierend man das Vergehen hält. Das erklärte Professor Bettina Rockenbach von der Uni Köln im DLF. "In etwa 15 Prozent der Fälle" hätten Passanten in einem Bahnhof Müllsünder ermahnt. Das ergab ein Experiment Rockenbachs mit Schauspielern.

Bettina Rockenbach im Gespräch mit Ralf Krauter

Zucht, Ordnung, Sauberkeit? Manchmal kommt es vor, dass Müll auf einen Bahnsteig geworfen wird. Doch die Motivation von Passanten, derartiges Verhalten zu ahnden, ist in Deutschland eher gering (dpa)
Zucht, Ordnung, Sauberkeit? Manchmal kommt es vor, dass Müll auf einen Bahnsteig geworfen wird. Doch die Motivation von Passanten, derartiges Verhalten zu ahnden, ist in Deutschland eher gering (dpa)
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Es gibt Länder, da steht man mit einem Fuß schon im Gefängnis, wenn man nur Mal eine leere Getränkedose auf die Straße wirft. In Deutschland dagegen gilt das achtlose Entsorgen von Müll im öffentlichen Raum bloß als Ordnungswidrigkeit. Wenn überhaupt. Denn die allermeisten solcher Verstöße gegen soziale Normen, bleiben ungeahndet, weil sich keiner traut, die Täter zur Rede stellen.

Eindrucksvoll belegt wird das jetzt von Experimenten, die Professorin Bettina Rockenbach von der Uni Köln heute im Fachmagazin Nature Communications beschreibt. Die Verhaltensökonomin heuerte Schauspieler an, die am Kölner Hauptbahnhof und am Bahnhof Köln-Deutz hunderte Male Kaffeebecher achtlos auf den Bahnsteig fallen ließen oder in einer gesteigerten Variante sogar eine ganze Tüte voller Essensreste.

Im Interview mit dem DLF geht Bettina Rockenbach unter anderem auf die Frage ein: Wie häufig haben Passanten, die dieses rüpelhafte Verhalten beobachtet haben, die Übeltäter gerügt und sie aufgefordert, ihren Müll doch bitte im Abfalleimer zu entsorgen?

Das gesamte Gespräch können Sie mindestens sechs Monate ab Sendungsdatum in unserer Mediathek nachhören.

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