Archiv

Evangelische Kirche
Erschütterung und Ruf nach Konsequenzen als Reaktion auf Missbrauch-Studie

Angesichts des Ausmaßes sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in der evangelischen Kirche ist der Ruf nach Konsequenzen laut geworden.

    Niedersachsen, Hannover: Detlev Zander, Mitglied im Beirat des Forschungsverbundes und Sprecher der Betroffenenvertretung im Beteiligungsforum der EKD, zeigt das Ergebnis einer Studie zum Missbrauch in der evangelischen Kirche.
    Vorstellung Studie zu Missbrauch in evangelischer Kirche (Julian Stratenschulte/dpa)
    Die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Fehrs, sprach von einem eklatanten Versagen in Kirche und Diakonie und bat die Betroffenen um Entschuldigung. Diakonie-Präsident Schuch räumte ein, der evangelische Wohlfahrtsverband habe in seinem Schutzauftrag versagt. Jetzt müssten die gesamte Praxis und Kultur der Arbeit geprüft und gegebenenfalls tiefgreifend verändert werden. Bundesfamilienministerin Lisa Paus nannte die Studienergebnisse erschreckend und forderte eine umfassende Aufarbeitung.
    Laut der von der EKD beauftragten unabhängigen Studie sind in der Evangelischen Kirche und in der Diakonie etwa 2.200 Betroffene sexualisierter Gewalt und 1.259 Beschuldigte offiziell erfasst worden. Nach Angaben der Autoren handelt es sich bei diesen Zahlen nur um die "Spitze des Eisbergs".
    Diese Nachricht wurde am 25.01.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.