Berlin
Erste deutsche Schule wird nach Margot Friedländer benannt

Das Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Spandau wird als erste deutsche Schule nach der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer benannt. Wie die Margot-Friedländer-Stiftung mitteilte, beschloss die Schulkonferenz die Umbenennung einstimmig.

    Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer steht vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.
    Margot Friedländer (1921-2025) (picture alliance / dpa / Christoph Soeder)
    Eine entsprechende Anfrage sei noch zu Lebzeiten der 2025 Verstorbenen gestellt worden. Der Stiftungsvorsitzende Karsten Dreinhöfer erklärte: "Margot Friedländer hat sich darüber sehr gefreut und war stolz darauf." Das Bezirksamt Spandau muss der Umbenennung in Margot-Friedländer-Gymnasium noch formal zustimmen.
    Friedländer sprach seit 2011 regelmäßig mit Schülerinnen und Schülern über den Holocaust und ihre Lebensgeschichte. "Ihr Aufruf, menschlich zu handeln und sich anderen gegenüber respektvoll zu verhalten, hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und ist zu einem Leitbild für unsere Schulgemeinschaft geworden", hob Schulleiter Henning Rußbült hervor. Zum Holocaust-Gedenkag am 27. Januar veranstalten Gymnasium und Stiftung einen Gedenkabend.
    Margot Friedländer, die das Konzentrationslager Theresienstadt überlebt hatte, starb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in ihrer Geburtsstadt Berlin. Sie war nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Mann nach New York gegangen und im Alter von 88 Jahren nach Berlin zurückgekehrt. Bis zu ihrem Tod besuchte sie unzählige Schulen, um über die Nazi-Gräuel aufzuklären. Berühmt wurde ihr Ausspruch "Seid Menschen!".
    Diese Nachricht wurde am 12.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.