Karibik
Erste Klagen gegen US-Angriffe auf angebliche Drogenboote

Im Zusammenhang mit den US-Angriffen auf angebliche Drogen-Boote in der Karibik haben die Familien zweier Opfer die Regierung von Präsident Trump verklagt. Die Familien reichten Schadenersatz-Klagen wegen "widerrechtlicher Tötung" beim Bundesgericht in Boston ein.

    US-Soldaten seilen sich von einem Helikopter aus auf das Deck eines Öltankers ab.
    US-Soldaten seilen sich von einem Helikopter aus auf das Deck eines Öltankers ab. (picture alliance / Newscom / HANDOUT)
    Der Darstellung der Angehörigen zufolge waren die beiden Männer in Venezuela als Fischer und Landwirte tätig. Sie hätten sich auf dem Rückweg in ihre Heimat Trinidad und Tobago befunden, als ihr Schiff attackiert worden sei. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge ist es die erste Klage, die im Zusammenhang mit den Angriffen eingereicht wurde.

    Berufung auf Gesetz aus dem Jahr 1789

    Grundlage der Klage ist den Anwälten zufolge der "Death on the High Seas Act" aus dem US-Seerecht, der Familienangehörigen erlaubt, wegen Todesfällen auf hoher See zu klagen. Außerdem berufen sie sich auf das Gesetz zur Regelung von ausländischen Ansprüchen ATCA aus dem Jahr 1789. Das Statut erlaubt ausländischen Staatsbürgern, vor US-Gerichten wegen Verstößen gegen internationales Recht zu klagen.
    US-Streitkräfte haben seit September zahlreiche Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik attackiert. Dabei wurden mehr als 120 Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig.
    Diese Nachricht wurde am 28.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.