Palästinensische Gebiete
Erste Kommunalwahl im Gazastreifen seit 20 Jahren - auch im Westjordanland wurde gewählt

Im Westjordanland und im Gazastreifen haben am Samstag Kommunalwahlen stattgefunden. Laut der Zentralen Wahlkommission in Ramallah waren rund 1,5 Millionen Menschen im Westjordanland als Wähler registriert, weitere 70.000 in der Stadt Deir al-Balah im zentralen Gazastreifen.

    Eine junge Frau mit Kopftuch im Wahlbüro. Sie hat einen Stimmzettel in der Hand. Ein Mann weist ihr den Weg.
    Im Westjordanland finden Kommunalwahlen statt. (Archivbild) (IMAGO / APAimages / IMAGO / Mohammed Nasser \ apaimages)
    Dort sind es die ersten Wahlen seit der Parlamentswahl 2006, aus der die Hamas als Sieger hervorging. Die Wahlbeteiligung war nach offiziellen Angaben niedrig. Im Westjordanland lag sie zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale um 19 Uhr Ortszeit nach Angaben der Wahlkommission bei 40,6 Prozent, im Gebiet Deir el-Balah im Gazastreifen lag sie bei Schließung der Wahllokale um 18 Uhr Ortszeit nur bei 21,2 Prozent.
    Dass nicht im gesamten Gazastreifen abgestimmt werden konnte, hat die Wahlkommission mit der massiven Zerstörung des Gebiets begründet. Beobachter werten die Abstimmung in Gaza als Testlauf für künftige Wahlen. Zudem soll die Wahl in Deir al-Balah den Führungsanspruch der im Westjordanland ansässigen palästinensischen Autonomiebehörde untermauern. Auf Anordnung des Präsidenten Abbas müssen sich alle Kandidaten zum PLO-Programm bekennen - zur Anerkennung Israels und zum Verzicht auf einen bewaffneten Kampf. Einige Palästinensergruppen boykottieren deshalb die Wahl.
    Die Hamas tritt offiziell ebenfalls nicht an; auf einzelnen Listen sollen aber Kandidaten stehen, die der Bewegung nahestehen. Die Terrororganisation hatte in der Vergangenheit stets selbst die Mitglieder der Stadträte in dem Palästinensergebiet bestimmt und Kommunalwahlen nicht zugelassen.
    Diese Nachricht wurde am 26.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.