Chance für Kabayel
Erster deutscher Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling möglich: Usyk will alle Titel abgeben

Der ukrainische Box-Weltmeister Oleksandr Usyk wird nach eigenen Angaben alle seine Titel im Schwergewicht abgeben. Das eröffnet eine Chance für den deutschen Schwergewichtsboxer Agit Kabayel, der gegen Usyk um den Titel boxen wollte.

    Ein Mann mit nacktem Oberkörper und Medaille hebt die Arme mit Boxhandschuhen in die Luft.
    Der Ukrainer Oleksandr Usyk ist Box-Weltmeister im Schwergewicht (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Bradley Collyer)
    Usyk teilte auf seinem Instagram-Account mit, er werde alle Gürtel niederlegen, damit die Jungs, die heute ihretwegen Schlange stünden, darum boxen könnten. Der Ukrainer betonte zugleich, dass dies nicht bedeute, dass er sich von dem Sport zurückziehe. Er habe noch einen 'last dance'. Der Verzicht auf die Titel sei durchdacht und eröffne ihm neue Möglichkeiten, fügte er hinzu. Details nannte er nicht.

    Kabayel forderte einen Kampf

    Zuletzt wollte der aus Bochum stammende Boxer Kabayel in einem Titelkampf des Verbands World Boxing Council (WBC) gegen Usyk antreten. Sollte Usyk nach seiner Ankündigung nicht mehr boxen, könnte der aus Bochum stammende Kabayel von der WBC zum Weltmeister gekürt werden.
    In den vergangenen Monaten hatte Kabayel den Ukrainer immer wieder zu einem Kampf aufgefordert. Kabayel gilt als große deutsche Box-Hoffnung: Der 34-Jährige hält derzeit den WBC-Interimstitel, im Januar verteidigte er diesen in Oberhausen erfolgreich gegen den Polen Damian Knyba. Mit einem Sieg in einem Titelkampf gegen Usyk wäre er der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling im Jahr 1932.

    Usyk ist als Profi ungeschlagen 

    Usyk ist seit 2013 Profiboxer und gewann 2016 seine erste Weltmeisterschaft - damals noch im Cruisergewicht. Der heute 39-Jährige holte auch in der Schwergewichtsklasse die wichtigen Titel, ist in seiner Profikarriere bislang ungeschlagen und gilt als aktuell bester Schwergewichtsboxer.
    Diese Nachricht wurde am 27.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.