Paläontologie
Erster Dino-Knochen aus der Antarktis entdeckt - in einer Schublade

In einem Institut im britischen Cambridge ist der erste jemals aus der Antarktis mitgebrachte Dinosaurierknochen wiederentdeckt worden. Forscher hatten ihn jahrelang falsch zugeordnet.

    Ein Titanosaurus durchstreift einen Wald der Kreidezeit.
    Ein Titanosaurus durchstreift einen Wald der Kreidezeit. (picture alliance/Stocktrek Images/Sergey Krasovskiy)
    Wie die BBC berichtet, war der versteinerte Wirbelknochen schon 1985 in der Antarktis entdeckt und in die Fossiliensammlung des British Antarctic Survey gebracht worden. Dort lagerte das Fundstück Jahrzehnte lang in einer Schublade, ehe es vor Kurzem erneut untersucht wurde. Der Knochen stammt demnach nicht, wie bisher angenommen, von einem Meeresreptil, sondern aus dem Schwanz eines riesigen landlebenden Sauriers, des sogenannten Titanosaurus. Der wiederentdeckte Dino-Knochen ist damit der erste, den Forschende aus der Antarktis mitgebracht haben.

    Pflanzenfresser im Südpol-Urwald

    Zu Zeiten der Dinosaurier lag der antarktische Kontinent noch nicht unter seinem heutigen Eispanzer. Das Klima war vor etwa 80 Millionen Jahren selbst in Südpol-Nähe mild bis feuchtwarm. Die meisten der in den dortigen Urwäldern lebenden Dinosaurier waren Pflanzenfresser, hatten lange Hälse und konnten bis zu 35 Meter lang und 60 Tonnen schwer werden. Die Größe des jetzt wiederentdeckten Knochens deutet nach Angaben des Paläontologen Evans vom British Antarctic Survey darauf hin, dass er zu einem etwa sieben Meter langen Titanosaurus gehörte.
    Diese Nachricht wurde am 29.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.