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Holocaust-Gedenken
Erstes Schweizer Mahnmal für ermordete Juden in Genf geplant

Am UNO-Standort Genf soll das erste Schweizer Mahnmal für die im Holocaust ermordeten Juden entstehen. Das teilte der Repräsentant des Jüdischen Weltkongresses bei den Vereinten Nationen, Saltiel, mit.

20.03.2023
    Im Hintergrund das Gebäude der UNO in Genf, davor eine Weltkugel-Skulptur und ein filmender Kameramann.
    Das Holocaust-Mahnmal soll in der Nähe des UNO-Sitzes in Genf entstehen. (AFP / FABRICE COFFRINI)
    Demnach haben die UNO, das Kanton und die Stadt Genf dem Vorhaben bereits zugestimmt. In den kommenden Monaten soll ein Gestaltungswettbewerb ausgelobt werden. Als Standort sei ein Park zwischen dem Palais des Nations und dem Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz vorgesehen. Dort steht bereits ein Denkmal für den indischen Pazifisten Mahatma Gandhi.

    Weiteres Mahnmal in Bern geplant

    In der Schweiz gibt es nach Angaben des SRF über 50 privat initiierte Holocaust-Gedenkstätten, aber noch keine staatlichen. Viele verweisen auf die politische Neutralität des Landes. Bis in die 90er Jahre war die offizielle Erinnerungskultur innerhalb der Schweiz daher hochumstritten. Inzwischen schreitet die Aufarbeitung langsam voran. Vor rund einem Jahr hatte das Parlament dem Bundesrat den Auftrag erteilt, ein Holocaust-Mahnmal mit Museum in Bern zu errichten. Damals wurde erwartet, dass die Realisierung Jahre dauern werde.
    Diese Nachricht wurde am 19.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.