Klimaveränderung
Erwärmung der Tiefsee mögliche Ursache für steigenden Meeresspiegel

Der Meeresspiegel ist in den vergangenen zehn Jahren schneller angestiegen als aufgrund der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse vermutet. Ein internationales Forscherteam hat nun eine mögliche Erklärung dafür gefunden.

    Auf der Luftaufnahme von 2019 ist eine sehr flache Insel zu sehen.
    Inseln wie das Funafuti-Atoll des Inselstaats Tuvalu im Pazifischen Ozean sind vom Anstieg der Meeresspiegel besonders bedroht. (picture alliance / dpa / MAXPPP / Shuichi Endo)
    Der neuen Theorie zufolge könnte eine Erwärmung der Tiefsee für den unerwartet starken Anstieg des Meeresspiegels seit 2016 verantwortlich sein. Wie die Wissenschaftler auf einer Fachtagung der European Geosciences Union darlegten, dehnen sich Ozeane aus, wenn ihre Wassertemperatur steigt. Neben schmelzenden Gletschern und Eisdecken könne das dazu führen, dass der Meeresspiegel steigt. Allerdings wurde die Erwärmung der Tiefsee bisher offenbar nicht berücksichtigt, weil dort nur wenige Messungen durchgeführt werden. Derzeit erfolgen kontinuierliche Messungen nur bis etwa zwei Kilometer unter der Wasseroberfläche. Die Forschenden schätzen, dass die Erwärmung der Tiefsee inzwischen für etwa zehn Prozent des Meeresspiegelanstiegs verantwortlich ist.
    Diese Nachricht wurde am 12.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.